23. April 2020 / 17:30 Uhr

VfL Tremsbüttel Trainer Marc Mandel im Interview über das gemeinsame Bierchen und seine Ziele

VfL Tremsbüttel Trainer Marc Mandel im Interview über das gemeinsame Bierchen und seine Ziele

Paul Schubert
Lübecker Nachrichten
Marc Mandel denkt, dass es zu einem Saisonabbruch kommen wird.
Marc Mandel denkt, dass es zu einem Saisonabbruch kommen wird.
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Selbst die billigen Trainings-Ausreden fehlen ihm mittlerweile schon - neue Herausforderung in der kommenden Spielzeit mit der neuen SG Tremsbüttel/Elmenhorst 

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Moin Herr Mandel, die Coronakrise hält nun schon länger an. Wie überbrücken ihre Spieler die trainingsfreie Zeit? Geben Sie ihnen Trainingspläne mit an die Hand?

Es ist natürlich für alle eine sehr schwierige Zeit. Aus rein sportlicher Sicht ist es der Super-GAU! Die Mannschaft hat eine klasse Vorbereitung abgeliefert und im einzigen Punktspiel einen Zähler geholt. Wir haben uns natürlich hinterfragt, was wir den Spielern mit an die Hand geben. Wir haben uns gegen spezielle Trainingspläne entschieden, da wir der Mannschaft vertrauen, dass sie sich selbstständig fit halten. Ich kriege von fast allen Spielern eine Auflistung, was sie während der Woche gemacht haben. Sollten sich die Spieler hängen lassen, haben sie das größere Problem. Durch die neuen Spieler, die hoffentlich bald dazu stoßen, wird der Konkurrenzkampf für jeden einzelnen Spieler unbeschreiblich hart.

"Trainer meine Wäsche ist nass, ich kann nicht kommen."

Was fehlt Ihnen momentan am meisten? Ist es der Trainerjob, das Spiel am Wochenende oder vielleicht doch etwas anderes?

Mir fehlt natürlich die Mannschaft total. Die letzten Einheiten waren voller Feuer und extrem von Leidenschaft geprägt. Und nach getaner Arbeit fehlt natürlich auch das gemeinsame Bierchen und das gemütliche Zusammensitzen. Nun ist man inzwischen soweit, dass selbst die Dinge einem fehlen, die einem im Alltag um den Verstand bringen. Wie Trainingsabsagen mit den genialen Gründen wie: "Trainer meine Wäsche ist nass, ich kann nicht kommen."

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Wie nutzten Sie die neu entstandene Freizeit?

So richtig Freizeit habe ich aus sportlicher Sicht nicht. Ich telefoniere viel mit meinen Spielern und natürlich weiterhin mit möglichen Neuzugängen. Zudem bin ich in Gesprächen mit möglichen Co-Trainern.

Die Stimmung im Team wurde zur Rückrunde besser

Auch wenn an momentan nicht weiß, wie es weitergeht. Wie blicken Sie auf den bisherigen Saisonverlauf und wie hätte vielleicht die Rückrunde für euch aussehen können?

Die Saisonplanung war natürlich vor der Serie der Klassenerhalt. Aber wir mussten extrem viele Nackenschläge wegstecken. Während der Hinrunde haben uns verschiedene Spieler aus unterschiedlichen Gründen den Rücken gekehrt, was sehr unglücklich war. Da wir natürlich mit diesen Spielern geplant haben. Diverse Urlaube und Verletzungen haben es uns nicht leichter gemacht. Wir haben uns dann in die Winterpause gerettet dank Spieler aus der Ü-40. Die Rückrunde wäre mit Abstand besser gelaufen. Da die Stimmung im Team immer besser geworden ist, weil alle Spieler erfahren haben, was zur neuen Serie bei uns passieren wird. Es freuen sich alle auf die SG mit dem SC Elmenhorst.

Was denken Sie ist die vielleicht beste Lösung in der jetzigen Situation? Soll die Saison abgebrochen werden? Nur Aufsteiger, keine Absteiger? Weiterspielen?

Ich glaube, die Serie wird abgebrochen und die ersten beiden steigen auf. Keiner steigt ab und im nächsten Jahr müssen wieder mehr runter. Ich persönlich wäre erstmal froh, mit kleinen Gruppen wieder auf den Platz zu dürfen.

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Wie sieht es mit ihrer persönlichen Planung aus? Bleiben Sie über die Saison hinaus in Tremsbüttel? Fühlen Sie sich wohl und falls ja, warum?

Ich persönlich werde zum Ende des Jahres mit meiner B-Lizenz starten. Den Eignungstest konnte ich noch zwei Tage vor Schließung absolvieren. Ich werde zur neuen Serie als Trainer der SG Elmenhorst/Tremsbüttel weitermachen. Ich freue mich auf die reizvolle Aufgabe beide Teams als Einheit zusammen zuführen.

Mandel will mit der neuen SG eine Einheit schaffen

Wie sehen ihre langfristigen Ziele aus? Sowohl mit der Mannschaft als auch ihre persönlichen?

Im Sport weiß man nie, was passiert. Beim Trainer ist es wie bei Spielern, Anfragen kommen immer mal rein. Aber ich habe das Projekt SG mit angestoßen und daher stehe ich total dahinter und hätte jetzt nicht aufhören können. Als Ziel für die neue Serie ist aus beiden Teams so schnell wie möglich eine Einheit zu bilden. Das neue Team wird eine sehr interessante Rolle spielen. Und wird hoffentlich eine große Strahlkraft im Kreis haben.

Gibt es sonstige News aus dem Verein? Im Unterbau, etc.?

Wir haben in den letzten Tagen unter strengen Auflagen ordentlich was geschafft auf der Anlage. Nachdem die Flutlichtmassten errichtet worden (wir berichteten), ist der B-Platz neu eingesät worden. Wir haben alles was liegen geblieben ist, in den letzten Monaten schick gemacht. Ersatzbänke gestrichen, Garagen entrümpelt, Holz-Buden entsorgt, neue Netze angebracht. Und nun werden die Kabinen neu gestrichen. Zum Schluß freue ich mich, dass meine alte Jugendmannschaft sich als B-Jugend dem VFL Tremsbüttel anschließen wird. Das bedeutet wir haben nach Jahren wieder eine eigene B1 am Start. Mit Glück können wir einige Spieler in zwei Jahren im Herrenbereich integrieren.

Vielen Dank für das ausführliche Interview! Bleiben Sie gesund in diesen komplizierten Zeiten und viel Erfolg mit der neuen Mannschaft in der kommenden Spielzeit.