11. November 2020 / 23:14 Uhr

Wolfsburgs 17. DFB-Nationalspieler: Besiegt Baku den Adler-Fluch?

Wolfsburgs 17. DFB-Nationalspieler: Besiegt Baku den Adler-Fluch?

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die deutschen Nationalspieler des VfL Wolfsburg
Die deutschen Nationalspieler des VfL Wolfsburg
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Zoltan Sebescen war der Erste, Ridle Baku ist seit Mittwochabend die Nummer 17: Der VfL Wolfsburg hat wieder einen deutschen Nationalspieler. Bei seinen Vorgängern war ihre Länderspiel-Story nur selten eine Erfolgsgeschichte...

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Der VfL Wolfsburg hat wieder einen deutschen Nationalspieler! Ridle Baku, Anfang Oktober für rund 9 Millionen Euro Ablöse aus Mainz nach Niedersachsen gewechselt, debütierte am Mittwochabend beim Testspiel der DFB-Auswahl in Leipzig gegen Tschechien. Der Rechtsverteidiger spielte beim 1:0-Sieg 90 Minuten durch.

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Baku ist der 17. DFB-Nationalspieler des VfL - und vielleicht einer, der den "Adler-Fluch" beenden kann. Denn wenn Wolfsburger in deutschen Auswahlteams standen, ging das selten gut aus... Es fing schon mit Zoltan Sebescen an. Von Bundestrainer Erich Ribbeck falsch als Rechtsverteidiger eingesetzt, kam Sebescen am 23. Februar 2000 in der Amsterdam-Arena mit seinem holländischen Gegenspieler Boudewijn Zenden überhaupt nicht klar, musste zur Pause raus und kam nie wieder.

Von Alexander bis Zoltan: Die deutschen Nationalspieler des VfL Wolfsburg

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Die deutschen Nationalspieler des VfL Wolfsburg ©

Tobias Rau, Wolfsburgs zweiter deutscher Nationalspieler, hatte da schon mehr Glück: Fünf Länderspiele machte er als VfLer, schoss das erste Wolfsburger Tor ausgerechnet in Wolfsburg (beim Testspiel-4:1 gegen Kanada am 1. Juni 2003) und ging dann zu den Bayern. Wolfsburger Tore für Deutschland blieben zunächst Mangelware. Thomas Brdaric macht in vier Länderspielen eines, Mike Hanke in sechs Partien keines, Marcel Schäfer (acht Spiele), Alexander Madlung (zwei), Christian Gentner (vier), Sascha Riether (zwei) und Christian Träsch (drei) waren fürs Torschießen nicht eingeteilt. Was alle gemeinsam hatten: Eine feste Größe wurden sie im Nationalteam nicht.

Andere Wolfsburger waren das schon - aber dafür wurden sie beim VfL nicht glücklich. Arne Friedrich etwa, der immerhin für eine statistische Besonderheit sorgte: Er wechselte im WM-Jahr 2010 von Hertha BSC zum VfL, war ab 1. Juli offiziell Wolfsburger und traf für Deutschland im WM-Viertelfinale gegen Argentinien am 3. Juli – ein Tor als VfLer, ehe er überhaupt einmal für den VfL gespielt hatte. Am Ende waren es dann insgesamt sechs Länderspiele als Wolfsburger, die Friedrich absolvierte, ehe er den VfL wieder verließ.

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Vor rund fünf Jahren begann dann die Zeit der Wolfsburger Torschützen für Deutschland. VfL-Stürmer André Schürrle (mit 13 Länderspielen als VfLer Rekordhalter!) schnürte im Juni 2015 gegen Gibraltar einen Dreierpack, Max Kruse (ein Spiel mit wichtigem EM-Quali-Tor gegen Georgien) und Julian Draxler (zwölf Spiele) waren ebenfalls erfolgreich. Aber sie wurden im VfL-Trikot nicht glücklich. Mario Gomez, der erfahrenste deutsche Nationalspieler, den Wolfsburg jemals verpflichtete, kam beim VfL dagegen besser klar - aber seine Zeit in Wolfsburg ist vor allem mit Fast-Abstieg und Relegation verbunden.

Zuvor wurde Maximilian Arnold das bisher einzige Wolfsburger Eigengewächs, das für Deutschland ein A-Länderspiel bestritt – im Mai 2014 mit einer Art Nachwuchs-B-Elf gegen Polen. Ihm folgte Yannick Gerhardt 2016 gegen Italien - aber zu mehr als einem Länderspiel reichte es auch bei dem Ex-Kölner nicht.