05. Mai 2019 / 11:25 Uhr

VfL Wolfsburg trotzt Abwehrsorgen gegen Nürnberg: "Können auch mit anderen Spielern gewinnen"

VfL Wolfsburg trotzt Abwehrsorgen gegen Nürnberg: "Können auch mit anderen Spielern gewinnen"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die Wolfsburger jubeln nach dem 2:0-Siegtreffer.
Die Wolfsburger jubeln nach dem 2:0-Siegtreffer. © Boris Baschin
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Bei der Partie gegen den 1. FC Nürnberg fehlten dem VfL Wolfsburg gleich vier Abwehrspieler - und Trainer Bruno Labbadia musste wieder einmal kräftig umbauen. Grund zur Freude hatten die "Wölfe" im Kampf um Europa trotzdem. Bleibt die Frage: Kann Labbadia am kommenden Samstag in Stuttgart wieder mit der Stamm-Viererkette spielen lassen?

Die personelle Situation war wieder angespannt, mit Dominik Franke und Robin Ziegele gehörten gar zwei Spieler aus der U23 zum Profi-Kader für das VfL-Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Zwei für die Abwehr, denn da war die Not besonders groß. Doch Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia zeigte einmal mehr, dass er auch ein Umbau-Meister ist.

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Erneut hatte Labbadia auf Abwehrturm John Anthony Brooks (Innenbanddehnung im Knie) und auf Linksverteidiger-Rakete Jerome Roussillon (muskuläre Probleme) verzichten müssen, zudem war Rechtsverteidiger William (zehnte Gelbe Karte) gesperrt, dazu noch der kurzfristige Ausfall von VfL-Pechvogel Sebastian Jung (muskuläre Probleme) – einzig die beiden zentralen Verteidiger Robin Knoche und Marcel Tisserand standen zur Verfügung.

Die Wölfe in Noten: So waren die Profis des VfL Wolfsburg gegen Nürnberg in Form

Pavao Pervan: Hatte nicht viel zu tun, aber wenn er gebraucht wurde wie bei der Chance von Sebastian Kerk oder dem Schuss von Mikael Ishak war der Vertreter des verletzten Koen Casteels zur Stelle. Note: 3 Zur Galerie
Pavao Pervan: Hatte nicht viel zu tun, aber wenn er gebraucht wurde wie bei der Chance von Sebastian Kerk oder dem Schuss von Mikael Ishak war der Vertreter des verletzten Koen Casteels zur Stelle. Note: 3 ©

"Genau so muss das sein"

Und die Flügel? Rechts verteidigte Mittelfeldspieler Elvis Rexhbecaj und hinten links musste Flügel-Kämpfer Renato Steffen aushelfen. Erfolgreich. „Natürlich ist es ein bisschen anders, wenn etwa mit Elvis ein Linksfuß hinten rechts verteidigt. Aber im Moment weiß einfach jeder, was er zu tun hat. Genau so muss das sein“, lobte Abwehrchef Knoche, der sich trotz der neuen Nebenleute kaum umstellen musste. „Man muss da ein bisschen mehr coachen. Aber auch Marcel hat versucht, die Neben- und die Vorderleute zu dirigieren.“

Der VfL kann "auch mit anderen Spielern gewinnen"

Dass Tisserand zuletzt wenig gespielt hatte, war gerade in der Anfangsphase zu sehen, aber der Innenverteidiger, der zuletzt auch als Außenverteidiger gebraucht worden war, steigerte sich. Und wie heiß er auf einen Platz in diesem Team ist, zeigte er bei seinem 2:0. Ein Tor des Willens. „Mein erstes Tor in der Bundesliga, das war super“, freute sich der Nationalspieler der DR Kongo und sagte über Labbadias neu zusammen gebastelte Hintermannschaft: „Wir haben viele verletzte Spieler, aber es war kein Problem für uns, wir können auch mit anderen Spielern gewinnen.“

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Bilder zum Spiel: VfL Wolfsburg - 1. FC Nürnberg

Nürnbergs Lukas Mühl hat eine Kopfballchance. Zur Galerie
Nürnbergs Lukas Mühl hat eine Kopfballchance. ©

Umbau-Meister Labbadia leistet ganze Arbeit

Das hatte der VfL beim 4:1 im Duell mit Hoffenheim am vorletzten Spieltag gezeigt - jetzt zeigte das Team erneut, dass es sich trotz der personellen Sorgen auf dem Weg Richtung europäischer Wettbewerb nicht mehr abbringen lassen möchte, was auch Labbadia gefiel. Für den Umbau-Meister war relativ schnell kar, dass er hinten links Steffen bringt. „Er hat das super gemacht, lobte Wolfsburgs Trainer und gab zu, dass ihm die Besetzung der rechten Abwehrseite mehr Kopfzerbrechen bereitet hatte.

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„Ja, das war ein bisschen komplizierter, denn eigentlich mag ich es nicht, wenn da ein falscher Fuß spielt“. Der falsche Fuß war Rexhbecaj, ein Linksfuß. Trotzdem entschied sich der Coach am Ende für das Eigengewächs hinten rechts. Denn: „Elvis kennt unser Spiel, er hat ja schon viele Partien im Mittelfeld gemacht.“ Defensiv fand Labbadia den 21-Jährigen gut, „in der Offensive hat man gemerkt, dass er sich erst mal reinfinden musste“.

Kann Labbadia in Stuttgart wieder die Stamm-Viererkette spielen lassen?

Bleibt die Frage: Kann Labbadia am Samstag in Stuttgart wieder mit der Stamm-Viererkette William, Knoche, Brooks und Roussillon spielen lassen? „Abwarten! Roussillon war jetzt nicht so weit entfernt, ihm fehlten die letzten zehn Prozent. Und wenn ein Sprinter wie er nicht diese hundert Prozent hat, ist das Risiko einfach zu groß“, sagte der Coach und fügte hinzu: „Bei Brooks ist es eigentlich nichts Gravierendes. Wir werden sehen, ob es reicht.“

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