08. Januar 2020 / 09:51 Uhr

Admir Mehmedi: Yoga gegen den Verletzungs-Fluch

Admir Mehmedi: Yoga gegen den Verletzungs-Fluch

Alexander Flohr
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Admir Mehmedi und der VfL Wolfsburg sind im Trainingslager im portugisischen Almancil.
Admir Mehmedi und der VfL Wolfsburg sind im Trainingslager im portugisischen Almancil. © imago images/regios24
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Offensivmann Admir Mehmedi vom VfL Wolfsburg ist immer noch nicht ganz schmerzfrei. Er musste in der Hinrunde immer wieder Rückschläge verkraften. Jetzt hat Mehmedi Yoga für sich entdeckt.

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Admir Mehmedi ist in seinem Winterurlaub nachdenklich geworden. Der Angreifer des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg hatte in der Hinrunde immer wieder mit kleinen Verletzungen zu kämpfen – erst ein Hexenschuss, dann ein Muskelfaserriss und zuletzt eine komplizierte Oberschenkel-Verletzung.

Nun greift der Schweizer zu einer für ihn bisher ungewöhnlichen Maßnahme: Er macht regelmäßig Yoga. Mehmedi: „Ich habe damit jetzt angefangen. Ich muss jetzt langsam gucken, dass ich über eine längere Strecke verletzungsfrei bleibe. Sonst stehe ich in sechs Monaten hier und sage das Gleiche. Ich kriege es einfach nicht in den Griff.“

Zusammen mit Yoga-Lehrerin Stephanie Harrer arbeitet der VfL-Profi an seinem Körper. Morgens vor den Einheiten bietet Harrer, die im Sommer mit der deutschen U21-Nationalmannschaft bei der EM war, bereits ein Training an. Und auch tagsüber kann Mehmedi immer wieder auf die Hilfe von Harrer zugreifen. „Sie ist total locker drauf und hat immer ein Lächeln parat“, lobt Mehmedi.

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Immer für einen Spaß zu haben: VfL-Kapitän Josuha Guilavogui. ©

"Wenn es hilft, werde ich daran festhalten"

Dass er nun auf Yoga setzt, hätte er vor allzu langer Zeit noch nicht gedacht. „Ich war früher eher ein Typ, der gesagt hat: Yoga ist nichts für mich“, so Mehmedi. „Aber es fühlt sich gut an. Ich lerne meinen Körper kennen und beanspruche Muskeln, die ich sonst nie beansprucht habe. Wenn es mir langfristig hilft und ich meinen Verletzungen vorbeugen kann, dann werde ich daran festhalten.“

In der Hinrunde hatte der 28-Jährige in allen drei Wettbewerben gerade mal elf Spiele absolviert. Zuletzt hatte er aufgrund einer Verletzung im linken Oberschenkel gefehlt – die immer noch nicht ganz weg ist. „Es war eine komplizierte Verhärtung, die einfach nicht besser wurde“, so Mehmedi. „Jetzt kriegen wir es mit der medizinischen Abteilung ganz gut in den Griff.“

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**Mehmedi muss für Stammplatz topfit sein

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Ganz schmerzfrei ist er allerdings nicht. Im Trainingslager in Almancil (Portugal) macht Mehmedi nicht alle Einheiten voll mit. Stattdessen nimmt er sich immer wieder raus, arbeitet individuell und lässt sich am Oberschenkel behandeln. Sein kurzfristiges Ziel ist klar: „Ich will diese Woche gut durchkommen, in der nächsten Woche in Wolfsburg anknüpfen und dann bin ich auch startklar für das Spiel in Köln.“

Mittelfristig will Mehmedi vor allem eins: verletzungsfrei bleiben. Dafür probiert er gerne neue Trainingsmethoden aus. Der VfL-Angreifer: „Ich hoffe, ich kriege das jetzt in den Griff. Das bringt mich natürlich immer wieder aus dem Rhythmus. Wenn man immer wieder ausfällt, ist es extrem schwierig.“

Hinzu kommt, dass die Offensive der Wolfsburger mit Wout Weghorst, Daniel Ginczek (nach Verletzung zurück), Josip Brekalo, Joao Victor und Felix Klaus gut besetzt ist. Um sich im Konkurrenzkampf durchzusetzen, geht es für Mehmedi zwangsläufig darum, topfit zu sein. Dann ist ein Stammplatz in Sicht. Und dann kann er im Sommer auch den Blick auf die Schweizer Nationalmannschaft richten. Mehmedi: „Die Europameisterschaft habe ich natürlich im Hinterkopf. Wenn ich gesund bleibe, bin ich sicher, dass ich wieder Top-Leistungen abrufen kann – und ein heißer Kandidat für eine Nominierung bin.“