06. Dezember 2021 / 10:59 Uhr

Wolfsburgs Arnold: Van Bommel hat uns zu wenig genervt

Wolfsburgs Arnold: Van Bommel hat uns zu wenig genervt

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 Vermisste die Intensität unter Mark van Bommel: VfL-Mittelfeldspieler Maximilian Arnold.
Vermisste die Intensität unter Mark van Bommel: VfL-Mittelfeldspieler Maximilian Arnold. © imago images/Eibner
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Maximilian Arnold, Mittelfeldspieler des VfL Wolfsburg, hat die Sorglosigkeit, mit der sein Team in Spiele geht, angemahnt. Anders als unter Trainer Oliver Glasner in der Vorsaison fehle der Mannschaft in dieser Spielzeit die Intensität - auch, weil der mittlerweile gefeuerte Glasner-Nachfolger Mark van Bommel sie zu wenig eingefordert habe.

Einstellung, Intensität, Zweikampfverhalten, Zusammenspiel: In keiner Kategorie zeigten die VfL-Profis beim 0:3 in Mainz, was sie von sich selbst erwarten – und was man von einer Champions-League-Mannschaft erwarten darf. Gerade das Thema Intensität kommt in dieser Saison beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten immer wieder auf. Mal ist sie da, mal nicht. In der vergangenen Saison unter Ex-VfL-Trainer Oliver Glasner war das noch anders, sagt Maximilian Arnold.

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„Wir haben zeitweise mit einer Sorglosigkeit gespielt, die es in der Saison davor nicht gegeben hat. Da musste man sich den Allerwertesten aufreißen, da haben wir stets mit Vollgas gespielt. (…) Wir sind keine Mannschaft, die so etwas von allein reguliert, das müssen wir uns ankreiden“, so der VfL-Rekordspieler in einem Interview mit dem Kicker. „Speziell für das Spiel gegen den Ball hätten wir mehr einfordern müssen. Unter Glasner haben wir das immer und immer wieder trainiert. Er war besessen von seiner Idee – und das hat sich auf die Mannschaft übertragen. Ein Trainer muss uns nerven.“

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Glasner-Nachfolger Mark van Bommel tat das offenbar zu wenig, Ende Oktober hatte der Niederländer gehen müssen. Die Wolfsburger hatten unter seiner Regie in den Spielen immer mehr Ballbesitz als der Gegner. Allein, der VfL wusste damit nichts anzufangen. Im Mittelfeld gab es meist ein Quergeschiebe. Man hatte das Gefühl: Je näher die Profis dem gegnerischen Tor kommen, desto größer werden die Probleme im VfL-Offensivspiel. Arnold über van Bommel: „Vorweg: Ich bin mit ihm sehr gut ausgekommen. Aber auch wenn man es nicht machen sollte, vergleicht man als Spieler. Und da haben wir zwar die ersten vier Saisonspiele gewonnen, trotzdem fehlte uns auch da schon die Intensität, die uns in der vergangenen Saison ausgezeichnet hatte. Die Siege fühlten sich anders an.“

Unter Kohfeldt legte der VfL einen ähnlichen Start hin wie unter van Bommel. Nach drei Siegen (in Leverkusen, gegen Salzburg und gegen Augsburg) folgte viel Ernüchterung – 2:2 in Bielefeld, 0:2 in der Champions League in Sevilla, ein ordentliches 1:3 gegen Dortmund und eine völlig unzureichende Leistung beim 0:3 am Samstag in Mainz. Ist der Trainerwechsel-Effekt schon verpufft? Arnold sagt, dass die Mannschaft ein bisschen Zeit brauche, um Kohfeldts Idee konstant umsetzen zu können. Der VfL-Mittelfeldspieler lobt den neuen Coach: „Er legt den Finger in die Wunde, ja. Aber natürlich braucht es ein bisschen Zeit, damit wir seine Philosophie verinnerlichen.“

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Beim 0:3 in Mainz hatte Kohfeldt den VfL-Mittelfeldchef bereits zur Pause runtergenommen. „Meine Leistung war nicht gut“, sagte das Wolfsburger Eigengewächs ehrlich. Ausgewechselt nach 45 Minuten, das war Arnold zuletzt vor viereinhalb Jahren passiert – unter Trainer Andries Jonker bei einem Spiel gegen Darmstadt. Kohfeldt ordnete Arnolds Leistung in der Kategorie „gebrauchter Tag“ ein, in der Champions League gegen Lille am Mittwoch wird der Mittelfeldspieler wieder erste Wahl sein.

Arnold will mit „seinem“ VfL am Mittwoch ins Achtelfinale der Königsklasse einziehen. Im Februar hatte der Nationalspieler seinen Vertrag in Wolfsburg vorzeitig bis 2026 verlängert und danach gesagt, dass er sich ein Karriereende beim VfL vorstellen könne, gleichwohl wollte er nicht ausschließen, dass er noch mal wechselt – etwa in seine Heimat zu Dynamo Dresden. Daran hat sich offenbar nichts verändert. Arnold auf die Frage, ob er seine Karriere beim VfL beenden werde: „Ich will so etwas nicht sagen, am Ende kommt es doch anders und ich stehe doof da. Was ich sagen kann, ist, dass ich mir das sehr gut vorstellen kann.“ Denn: Seine Familie und er fühlen sich in Wolfsburg sehr wohl In Wolfsburg fühle er sich mit seiner Familie „wahnsinnig wohl. wahnsinnig wohl. Wenn ich an einen anderen Klub denke, dann vielleicht noch an Dresden, weil das meine Heimat ist“.

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