14. Februar 2021 / 22:54 Uhr

Wolfsburg auf Champions-League-Kurs? Jetzt kommen Gegner von unten...

Wolfsburg auf Champions-League-Kurs? Jetzt kommen Gegner von unten...

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zufrieden mit der bisherigen Punkteausbeute: VfL-Trainer Oliver Glasner (l.).
Zufrieden mit der bisherigen Punkteausbeute: VfL-Trainer Oliver Glasner (l.). © Boris Baschin
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Beim Remis gegen Borussia Mönchengladbach gab es zwar nicht den nächsten Sieg für den VfL Wolfsburg, aber dennoch war Trainer Oliver Glasner mit dem 0:0 keineswegs unzufrieden.

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Der VfL und der Kampf um die Champions League – der Wolfsburger Fußball-Bundesligist enttäuschte beim 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach keineswegs und doch musste er Überflieger-Team Eintracht Frankfurt an diesem Spieltag in der Tabelle vorbeiziehen lassen. Der VfL steht jetzt auf Platz vier, punktgleich mit der Eintracht, die das etwas bessere Torverhältnis hat.

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Wolfsburgs Remis am Sonntagabend passte in den Spieltag der Unentschieden, sechs der bisher acht Partien (Bayern spielt am Montagabend gegen Bielefeld) endeten mit einem Remis, darunter die der VfL-Konkurrenten Leverkusen (2:2 gegen Mainz) und Dortmund (2:2 gegen 1899 Hoffenheim). Konkurrenten, die international im Einsatz sind, mindestens noch zwei englische Wochen mehr haben als der VfL. Ein Vorteil für Wolfsburg? Trainer Oliver Glasner: „Das weiß ich nicht. Wir werden unsere Trainingszeiten so gut wie möglich nutzen, auf die anderen haben wir ja keinen Einfluss. Wenn wir so auftreten wie in den letzten Wochen, werden wir noch viele Punkte holen. Sollte es am Ende ein Vorteil für uns sein, sind wir natürlich froh darüber.“

<b>Koen Casteels</b>: Hatte wenig zu tun, auch weil seine Vorderleute wenig zuließen. Diente vor allem als Anspielstation beim Spielaufbau. Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Hatte wenig zu tun, auch weil seine Vorderleute wenig zuließen. Diente vor allem als Anspielstation beim Spielaufbau. Note: 3 ©

Verrückt: Neben den Frankfurtern (2:0 gegen Köln) konnten nur die Leipziger (2:1 gegen Augsburg) ihre Partien für sich entscheiden. „Der Trend vom Wochenende hat sich fortgesetzt. Es gab viele Unentschieden. Das zeigt, wie ausgeglichen die Bundesliga ist, wie schwierig es auch ist, ein Spiel zu gewinnen“, meinte Glasner. „Ich fühle mich bestätigt, wenn ich immer sage: Jeder Sieg ist schön, weil es einfach schwierig ist. Jetzt haben wir statt 38 nun 39 Punkte – das lässt sich nach 21 Spieltagen ganz gut lesen.“

Da dürfte auch Maximilian Arnold nicht widersprechen, wenngleich er am Sonntagabend gegen die Borussia gern den nächsten Dreier eingefahren hätte. Das VfL-Eigengewächs, das am Freitag seinen Vertrag bis 2026 verlängert hatte, meinte bei Sky: „Ich denke, wir haben ganz ordentlich gespielt, leider sind es zwei Punkte zu wenig.“

Mit Dortmund, Union Berlin, RB Leipzig, Bayer Leverkusen und nun Gladbach hat der VfL in den vergangenen Wochen nur Teams aus der Spitzengruppe der Liga vor der Brust gehabt. Er hat gezeigt, dass er auf Augenhöhe oder gar besser ist. In den kommenden Wochen muss er dies nun gegen Mannschaften aus der zweiten Hälfte der Tabelle machen. Die Partie am Freitag in Bielefeld (Drittletzter) ist der Auftakt von Duellen gegen Teams von weiter unten, danach kommt Hertha BSC, bevor der VfL bei 1899 Hoffenheim, gegen Schalke, bei Werder und gegen den 1. FC Köln ranmuss. Erst am 28. Spieltag wartet mit Frankfurt wieder ein Team aus der Spitzengruppe der Liga.

Glasner sieht sein Team für die kommenden Aufgaben gut aufgestellt – zum einen, weil der VfL erneut bewies, wie stabil er in der Defensive in dieser Saison ist. „Das war wieder ein richtig guter Auftritt. In der ersten Halbzeit haben wir im Zentrum noch ein paar Mal die Bälle zu schnell verloren. Aber in der zweiten Hälfte haben wir nichts mehr zugelassen, wir waren sehr druckvoll. Die Mannschaft investiert ziemlich viel, daher sind wir sehr stabil“, lobte der Trainer.

Dass es nach dem 0:2 zum Jahresauftakt in Dortmund nun erstmals wieder kein eigenes Tor gab, bereitet dem Österreicher zwar kein Kopfzerbrechen, gleichwohl wünscht sich Glasner, dass die eine oder andere Situation besser und konsequenter zu Ende gespielt wird. Der Coach: „Da haben wir sicher noch Potenzial.“

Personell sieht es in Wolfsburg weiter gut aus, Glasner konnte gegen Gladbach aus dem Vollen schöpfen. Das bedeutete aber auch, dass der Österreicher drei Akteure nicht in den Kader nehmen konnte. Das war neben Youngster Tim Siersleben, Jeffrey Bruma (spielt fast keine Rolle mehr) noch Daniel Ginczek. „Ich konnte nicht alle Spieler mitnehmen“, begründete Glasner und erklärte: „Im Zentrum habe ich schon einige Spieler. Und ich brauche auch für außen Möglichkeiten, um reagieren zu können.“ Und auch, wenn Ginczek im Kader gestanden hätte, wäre er wohl nicht eingewechselt worden. Denn Glasner tauschte gegen Gladbach nur ein einziges Mal – in der 80. Minute kam Joao Victor für Renato Steffen rein. „Ich hatte das Gefühl“, so der Coach, „dass wir nah dran am Tor sind. Das war eine reine Bauchentscheidung.“