30. Mai 2019 / 09:30 Uhr

VfL Wolfsburg: Auf diese Stärken kann der neue Trainer aufbauen

VfL Wolfsburg: Auf diese Stärken kann der neue Trainer aufbauen

Matthias Soiné
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Oliver Glasner kann beim VfL Wolfsburg auf eine ganze Reihe von Top-Werten aufbauen
Oliver Glasner kann beim VfL Wolfsburg auf eine ganze Reihe von Top-Werten aufbauen © Boris Baschin
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Mit dem neuen Trainer Oliver Glasner soll der VfL noch besser werden. Denn gut war Wolfsburgs Fußball-Bundesligist ja schon in der abgelaufenen Saison. Das zeigen Platz sechs und der Einzug in die Europa League, das zeigt auch unser Statistik-Partner Opta auf. Der VfL im Liga-Vergleich – da sind starke Bilanzen dabei.

„Er findet hier eine Mannschaft vor, die einen super Charakter hat, die immer voll mitzieht, die sehr selten zufrieden ist“, gab Glasner seinem Nachfolger beim Linzer ASK, Ex-VfL-Coach Valérien Ismaël, mit auf den Weg. Auf ein Team mit eben diesen Qualitäten darf sich der Österreicher aber auch in Wolfsburg freuen.

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Zwei Statistiken sagen viel über die Mentalität, die den VfL in der erfolgreichen Saison unter Trainer Bruno Labbadia ausgezeichnet hat: In den Kategorien „Punkte nach Führung abgegeben“ und „Punkte nach Rückstand aufgeholt“ waren die Wolfsburger jeweils die zweitbeste Mannschaft der Liga – eine ebenso außergewöhnliche wie beeindruckende Kombination.

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In 19 Spielen lag der VfL (mindestens einmal) vorn, ließ sich aber nur dreimal noch vom Siegkurs abbringen, kassierte allerdings keine einzige Niederlage. Gegen Hoffenheim (2:2), in Freiburg (3:3) und gegen Bremen (1:1) gab’s nach Führungen keine Siege, sondern Unentschieden, also jeweils einen statt drei Punkte. Macht unterm Strich nur sechs noch aus der Hand gegebene Zähler – ein Top-Wert, den einzig der Meisterschafts-Dritte Leipzig (in 20 Spielen mit Führung nur zwei Punkte verloren) übertrifft. Schlusslicht dieses Klassements ist Schalke, das in 17 Partien mit Vorsprüngen noch 23 Zähler einbüßte.

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Doch Wolfsburg war nicht nur im Verteidigen oder Ausbauen von Führungen Champions-League-reif, sondern ebenso im Aufholen oder Drehen von Rückstanden. In ebenfalls 19 Spielen (in einigen Partien war beides der Fall) lag der VfL (mindestens einmal) hinten – und machte noch 15 Punkte gut. Das konnte mit Vizemeister Dortmund (zehn Spiele mit Rückstand, 16 Zähler aufgeholt) auch hier nur eine Mannschaft besser. Erst im Hintertreffen, dann gewonnen, drei statt null Punkte – das gelang der Labbadia-Elf in Leverkusen (3:1), gegen Düsseldorf (5:2), gegen Hannover (3:1) und in Hoffenheim (4:1). Jeweils einen Zähler retteten Wolfsburger Aufholjagden gegen Hertha (2:2), gegen Gladbach (2:2) und gegen Frankfurt (1:1). Letzter dieser Kategorie ist Hannover; der Absteiger lag in 22 Spielen zurück – und verlor alle.

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Was noch herausragend war beim VfL: Die Grün-Weißen kassierten nur ein einziges Gegentor nach einer Ecke, sind damit vor Meister Bayern (zwei) Liga-Spitze! Am anderen Ende des Tableaus: Leverkusen, Hannover und Freiburg mit jeweils elf Gegentreffern in diesen Spielsituationen.

Ebenfalls stark: Wolfsburg verwertete fast jede zweite Großchance (48,7 Prozent) – einzig die Champions-League-Qualifikanten Leverkusen (49,4) und Dortmund (50,0) waren hier noch einen Tick effizienter. Oft genug verhinderte auch Pech VfL-Tore: 16 Mal trafen Wolfsburger Profis Pfosten oder Latte – nur Leipzig (18), die Bayern (23) und Hoffenheim (27) mussten sich über noch mehr Alu-Treffer ärgern.

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Ein bemerkenswertes Kapitel ist schließlich noch dies: Mit 52,1 Prozent gewonnenen Zweikämpfen hatte der VfL die drittbeste Quote hinter Champion Bayern (53,2) und Absteiger (!) Stuttgart (52,2), beging nach Dortmund (292), Bayern (312) und Gladbach (333) mit 358 die viertwenigsten Fouls, wurde aber mit 439 Mal am häufigsten gefoult. Am glimpflichsten kamen hier die Bayern (342 Mal) davon, während Hoffenheim (471 Mal) öfter als jeder andere Bundesligist foulte.