20. September 2020 / 21:06 Uhr

Wolfsburg meldet "Ausverkauft!": 500 Fans im Stadion - und "alle glücklich, dass sie dabei sein durften"

Wolfsburg meldet "Ausverkauft!": 500 Fans im Stadion - und "alle glücklich, dass sie dabei sein durften"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
500 Zuschauer waren beim VfL-Spiel gegen Bayer dabei.
500 Zuschauer waren beim VfL-Spiel gegen Bayer dabei.
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Die VW-Arena war ausverkauft: 500 Fans durften beim Spiel des VfL Wolfsburg gegen Bayer Leverkusen dabei sein, 500 waren auch da. Für die Anhänger war es ein besonderes Erlebnis.

Es war endlich mal wieder weniger leer: Beim 0:0 des VfL Wolfsburg gegen Bayer Leverkusen, waren erstmals seit dem 7. März (0:0 gegen Leipzig) wieder Fans bei einem Heimspiel des Fußball-Bundesligisten dabei. Zwar nur 500 – aber weil mehr auch nicht erlaubt waren, konnte Stadionsprecher Georg Poetzsch „Ausverkauft!“ verkünden.

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Sechs Geister-Heimspiele hatte der VfL in diesem Kalenderjahr absolviert, das erste im März gegen Donezk, das letzte eine Woche vor dem Bundesliga-Start im DFB-Pokal gegen Fürstenwalde im AOK-Stadion. Jetzt sind wieder Zuschauer erlaubt, allerdings in Wolfsburg nicht wie anderswo bis zu 20 Prozent der Gesamtkapazität, sondern wegen der Vorgaben des Landes Niedersachsen nur 500. Und die machten sich ordentlich bemerkbar, sangen beim "Immer nur du" vorm Anpfiff kräftig mit und waren auch sonst immer wieder auffällig.

"Es ist natürlich nicht mit einem normalen Stadionbesuch vergleichbar, dennoch hat es Spaß gemacht", so VfL-Fan Henry Eichberg, der auf der Gegengeraden saß. "Die Stimmung war sehr gut", dass man die Kommentare aller verstehen konnte, war "ein wenig wie in der Kreisliga". Sein Eindruck: "Die Organisation durch den VfL war perfekt. Ich würde wiederkommen.“ Ähnlich sah es auch Manfred Jacobs: „Das Spiel war klasse und das Drumherum ebenfalls. Man bekommt sehr viel mit, auch die Kommunikation der Spieler untereinander."

VfL Wolfsburg gegen Leverkusen - Die Bilder

Wolfsburgs Josip Brekalo (M) und Leverkusens Karim Bellarabi (l) und Lars Bender kämpfen um den Ball. Zur Galerie
Wolfsburgs Josip Brekalo (M) und Leverkusens Karim Bellarabi (l) und Lars Bender kämpfen um den Ball. ©

Nach dem Spiel ging auch die Mannschaft zu den Fans, die "Einmal Wolfsburg, immer Wolfsburg" skandierten und Applaus spendeten. Die Stimmung sei natürlich "nicht mit einer vollen Nordkurve vergleichbar", so Michael Böttcher vom Fanklub "Schlemmerbrüder". "Aber es wurde trotzdem gesungen, angefeuert und und geklatscht - die Mannschaft kann sich nicht beschweren." Und: "Alle, die da waren, haben sich an die Vorgaben gehalten."

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Heike Waschull hatte den Eindruck, "dass alle sehr, sehr glücklich waren, dass sie überhaupt ins Stadion durften - auch ich habe mich riesig gefreut und war wie immer sehr, sehr nervös. Sitzen ist eigentlich nicht so mein Ding beim Fußball, aber das war mir diesmal egal." Für die wenigen Leute sei "die Stimmung echt super gewesen". Das fand auch Andreas Wochnik. Sein Fazit: "Das war ein tolles und schönes Erlebnis, mal wieder im Stadion gewesen zu sein - das hat richtig Spaß gemacht."

Auch der Trainer war glücklich über de Rückkehr der Zuschauer: "Wir so häufig im Leben schätzt man etwas wieder, wenn man es hat", fand Oliver Glasner. "Vor einem Jahr hätten wir gesagt: 500 Zuschauer, das ist ja eine Vollkatastrophe, jetzt freuen wir uns alle riesig drüber. Und ich denke, so Mitte der zweiten Halbzeit, als wir eine schwierige Phase hatten, sind die Fans gekommen und haben die Mannschaft unterstützt." Er hatte sogar den Eindruck, dass "umso lauter die Fans wurden, desto weiter konnten wir wieder unser Spiel nach vorn tragen." Sehr schön sei es noch gewesen, "nach dem Spieler wieder vor unsere Fans zu gehen und dass man sich gemeinsam freuen konnte. Auch wenn es nur 500 waren, war das ein tolles Erlebnis. Ich freue mich schon drauf, wenn die Stadien von Spiel zu Spiel hoffentlich voller werden."

Auch Wölferadio Arena live sendete erstmals seit März wieder direkt aus dem Stadion. Kommentator Lars M. Vollmering: „So ein Spiel live zu kommentieren war eine besondere Erfahrung. Ich glaube, alle müssen erst lernen, mit so einer Situation im Stadion umzugehen. Den 500 war das deutlich anzumerken - aber trotzdem war es schön, jeden Ruf und jedes Klatschen wieder beim Fußball zu hören."

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