15. August 2018 / 09:03 Uhr

Boris Pistorius diskutiert beim VfL Wolfsburg mit Fans: "Wer Erfolg will, braucht Geld"

Boris Pistorius diskutiert beim VfL Wolfsburg mit Fans: "Wer Erfolg will, braucht Geld"

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL-Fans diskutierten unter anderem mit mit Innenminister Boris Pistorius.
VfL-Fans diskutierten unter anderem mit mit Innenminister Boris Pistorius. © ROLAND HERMSTEIN
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In einer Diskussionsrunde im Fan-Haus an der VW-Arena sprachen Fans des VfL Wolfsburg mit Boris Pistorius und vielen weiteren Rednern über die Kommerzialisierung des Fußballs. Der Innenminister Niedersachsens fand dabei deutliche Worte.

"Das Stadion spricht“ – unter diesem Motto lud Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg seine Anhänger zur Diskussionsrunde im Fansaal des Fan-Hauses an der VW-Arena. Mit dabei: Niedersachsens Innen- und Sportminister Boris Pistorius.

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VfL-Blogger und Buchautor Lars Vollmering moderierte die Runde, der neben Pistorius auch der ehemalige VfL-Geschäftsführer Klaus Fuchs, Gerd Wagner von der Koordinationsstelle für Fanprojekte aus Frankfurt am Main sowie Daniel Schmidt von den Supporters Wolfsburg angehörten. Hauptthema: Die Kommerzialisierung des Fußballs.

In Meppen hatte Pistorius zuvor den ersten Termin dieser Art besucht, „weil ich Entwicklungen beobachte, die mir nicht gefallen. Sonst diskutieren immer dieselben, ich möchte mit allen darüber reden, die auch darüber reden wollen.“

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius findet beim Fan-Talk deutliche Worte.
Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius findet beim Fan-Talk deutliche Worte. © ROLAND HERMSTEIN

Pistorius mit deutlichen Worten

Das tat Pistorius mit den gut 100 Besuchern auch ausgiebig. So kamen unter anderem die verschiedenen Arten der Stadionbesucher und ihre Erwartungen, Spieltagszerstückelung oder der Umgang der Polizei mit Fans zur Sprache, ebenso die Art der Vermarktung des Sports. „Es darf nicht passieren, dass das Supercup-Finale irgendwann in Dubai stattfindet“, führte Pistorius als Beispiel an. 

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Allerdings seien die Vereine mittlerweile GmbHs geworden und unterliegen somit der Marktgesetzgebung, wie Fuchs betonte. Daher kam auch Pistorius zu der Erkenntnis: „Ohne Vermarktung geht es nicht. Was sich ändern muss, ist, dass alle ein Stück Ehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber mitbringen – wer Erfolg will, braucht Geld. Das bedeutet aber auch, dass die astronomisch hohen Gehälter und Transfersummen irgendwann einbrechen, und diesen Punkt werden wir bald erreicht haben. Man kann das nicht steuern, es ist eine Frage der Selbstregulierung. Irgendwann wenden sich auch die Fans ab.“

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Herausforderung: Verständnis wecken, Geduld mitbringen

Zugleich betonte Pistorius, dass beim DFB „nicht nur alte Männer mit Euro-Zeichen in den Augen sitzen. Es herrscht ein hohes Interesse am Fußball, sie sehen auch die Gefahr.“ Wichtig sei auch dabei der Dialog, so der Minister: „Wenn man den Spagat schaffen will, setzt das voraus, dass man Verständnis weckt – und Geduld mitbringt.“

Für Moderator Vollmering war es eine gelungene Veranstaltung und „eine sehr interessante Diskussion auf Augenhöhe, bei der man gemerkt hat, wie viel allen – vom Minister bis zum Normalo-Fan – am Fußball liegt.“

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