23. Mai 2020 / 15:29 Uhr

VfL-Liveshow vorm Spiel: Meeske rechnet mit Fans im Stadion erst wieder 2021

VfL-Liveshow vorm Spiel: Meeske rechnet mit Fans im Stadion erst wieder 2021

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die Show vorm Spiel: Bilder aus dem Live-Stream des VfL
Die Show vorm Spiel: Bilder aus dem Live-Stream des VfL © Pahlmann, Andreas
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Grafite im Video-Chat, Gerald Schröder im Bus und ein Stadionsprecher in Spieltags-Laune: So lief die Live-Show, mit der der VfL Wolfsburg seine Fans im Internet auf das Spiel gegen Dortmund eingestimmt hat.

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Erstes Bundesliga-Geisterspiel in der VW-Arena: Der VfL Wolfsburg spielt gegen Borussia Dortmund - ohne Fans. Damit auch für die, die sonst im Stadion sind (und alle anderen) ein bisschen Fußball-Gefühl aufkommt, hatte sich der VfL etwas Besonderes ausgedacht: Eine Webshow als Livestream, die nicht nur das normale Arena-Programm rund ums Spiel ersetzt, sondern auch noch ein bisschen mehr bot. Die zweistündige Sendung aus der Autostadt war überraschend kurzweilig - der VfL hat aus der Geisterspiel-Not eine Online-Tugend gemacht.

Nicht schön, aber wichtig: Geschäftsführer Michael Meeske machte gleich zu Beginn der Sendung klar, dass man sich an diese neue Form des Fußballs gewöhnen muss - und dass Besserung noch nicht wirklich in Sicht ist. Die Frage, wann wieder Fans in Stadion können, gleiche einem Blick "in die Glaskugel", aber klar sei: "Was anderes bleibt gerade nicht." Man spiele in der Liga "viele Szenarien" durch, vielleicht müsse man "die Hinrunde der kommenden Saison noch ohne Zuschauer" spielen, die "Rückrunde vielleicht mit." Denn: "Wir brauchen Immunisierung flächendeckend, etwa durch einen Impfstoff", da sei es "schwer, eine Perspektive aufzuzeigen". Und man müsse vielleicht auch daran denken, dass "es erst zur darauffolgenden Saison vorbei ist" - also erst im August 2021 die Stadien wieder voll sein können.

Der VfL Wolfsburg in Augsburg - Die Bilder des Geisterspiels

Leere Ränge: Die WWK-Arena in Augsburg Zur Galerie
Leere Ränge: Die WWK-Arena in Augsburg ©

Im Moment bleiben sie leer, in der VfL-Show versuchten Stadionspecher Georg Poetzsch und Wölfe-TV-Moderator Felix Janoschek das Beste aus der Situation zu machen - aus einem kleinen Studio, in dem die Corona-Regeln (vier Personen) streng befolgt wurden - weil zwei Kameramänner dabei waren, musste ein Moderator auf den Balkon, wenn ein Gast dazu kam. Draußen auf dem Gelände hatte derweil Außenreporter Helmut Eickhoff den Ex-VfLer Gerald Schröder zu Gast, der jetzt in der Autostadt unter anderem für alte Fahrzeuge zuständig ist. Er präsentierte einen alten Büssing-Bus und erklärte, dass der einst "zur blauen Flotte gehörte, mit der VW-Arbeiter in den 50er Jahren zur Arbeit gebracht wurden." Dieser Bus, den die Autostadt 2017 erworben hat, sei "der letzte, der überlebt hat".

Per Videotalk war auch VfL-Stürmerlegende Grafite dabei, plauderte mit Poetzsch über die Meisterschaft, die der VfL vor genau elf Jahren mit einem 5:1 gegen Bremen perfekt gemacht hat. Er verriet: "Jeder in Brasilien schaut jetzt Bundesliga, jeder will wieder Fußball live sehen!" Video-Interview gab es zudem unter anderem mit Sportdirektor Marcel Schäfer, VfLerin Lena Goeßling und einigen VfL-Profis. Daniel Ginczek verriet bei der Gelegenheit, dass Mitspieler Kevin Mbabu, der das Ginczek-Siegtor in Augsbug vorbereitet hatte ("Mit seinem Körper aus Stahl") im Mannschaftskreis den Spitznamen "Herkules" hat.

Die Wölfe TV Live Show

Zuvor wurden Videos eingespielt, mit denen Fans die Mannschaft unterstützen - die Einspieler kamen unter anderem von VfL-Anhängern aus Las Vegas, China und Süddeutschland. Mit vier Fans spielte der VfL zudem ein Video-Quiz, Sieger Patrick bekam ein kleines Fan-Paket, das Weltmeister Pierre Littbarski höchstpersönlich im Wölfe-Taxi nach Ehmen brachte. Um auch mal in die Arena zu schauen, gab es eine Live-Schalte zu Sky-Reporter Michael Born. "Das ist schon außergewöhnlich", verriet der TV-Mann. "Man geht hier auf seine Position, darf die nicht mehr verlassen. Ich bin seit 13.15 Uhr auf meinem Platz, um mich herum sind nicht mehr als zwölf Leute..."

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Stadionspecher Poetzsch verkündete im Rahmen der Web-Show dann die VfL-Aufstellung, in der es einige Überraschungen gab. Dann eilte er rüber zur Arena, denn: "Auch ein Geisterspiel braucht einen Stadionsprecher..." Zum Ende der Sendung gab Januschek dann rüber ins Fan-Haus, von wo aus Lenny Nero und Roy Präger das Spiel für Wölfe Radio Arena live kommentieren. "Ich hoffe", so Lenny Nero, "dass wir auch hier ein bisschen Spaß haben werden". Und Präger lobte: "Alle sind vorbildlich, alle schauen sich das Spiel von zuhause aus an!"