28. März 2019 / 09:39 Uhr

VfL Wolfsburg: Mit Köstner gab's den letzten Sieg bei Borussia Dortmund 

VfL Wolfsburg: Mit Köstner gab's den letzten Sieg bei Borussia Dortmund 

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Lorenz-Günther Köstner bejubelt den Sieg in Dortmund am 8. Dezember 2012. 
Lorenz-Günther Köstner bejubelt den Sieg in Dortmund am 8. Dezember 2012.  © imago sportfotodienst
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Der letzte Sieg des VfL Wolfsburg bei Borussia Dortmund ist schon eine Weile her. Am 8. Dezember 2012 gewannen die Wölfe zuletzt im Signal Iduna Park - mit dem damaligen Trainer Lorenz-Günther Köstner. Der 67-Jährige erinnert sich gerne an diesen Erfolg zurück und traut den Wölfen auch am Samstag eine Überraschung zu. 

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Vor dem Spiel war Josué, der ehemalige Kapitän und Meisterspieler des VfL, auf Lorenz-Günther Köstner zugegangen und hatte zum damaligen Wolfsburger Trainer gesagt: „Coach, wir machen das schon…“ Der kleine Brasilianer sollte an diesem 8. Dezember 2012 Recht behalten. Der Wolfsburger Fußball-Bundesligist siegte an diesem Tag bei Borussia Dortmund mit 3:2 – danach gelang dem VfL das nie wieder im Hexenkessel Signal-Iduna-Park. Am Samstag (15.30 Uhr) gibt‘s die nächste Chance. Und Köstner sieht den VfL nicht chancenlos.

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Köstner sieht Dortmund unter Druck

Die Dortmunder, punktgleich mit den Bayern auf Platz zwei, seien vor dem Duell beim FCB am übernächsten Wochenende „brutal unter Druck. Sie müssen dieses Spiel jetzt unbedingt gewinnen“, sagt Köstner. „Und der VfL“, so formuliert es der ehemalige Coach der Wolfsburger, „ist in dieser Saison auswärts eine Macht. Warum sollte also für die Wolfsburger nichts gehen?“

Damals ging etwas für den VfL – nach Toren von Diego, Naldo und Bas Dost jubelten die Wolfsburger, die sich im Herbst 2012 neu hatten aufstellen müssen. Meister-Trainer Felix Magath war in seiner zweiten Ära beim VfL krachend gescheitert, Klaus Allofs hatte als Manager übernommen und Köstner war Interimstrainer. Mit 16 Punkten war Wolfsburg Tabellen-15., der BVB Dritter.

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Erstes Foto als VfLer: Felix Uduokhai Zur Galerie
Erstes Foto als VfLer: Felix Uduokhai ©

2012: Zoff zwischen Köstner und Klopp

Kurz vorm Ende und nach dem Spiel gab‘s zwischen BVB-Trainer Jürgen Klopp und Köstner Zoff. Es gab Streit wegen Kuller-Bällen... Die Dortmunder machten den VfLern den Vorwurf, dass sie von der Bank absichtlich Bälle auf den Platz gespielt hätten, um Zeit zu schinden. In der Nachspielzeit der Partie hatte Dortmunds damaliger Torhüter Roman Weidenfeller zweimal einen zweiten, auf dem Platz befindlichen Ball Richtung VfL-Bank gefeuert.

Auch in den Katakomben des Stadions ging‘s munter weiter. „Warum sprichst du jetzt so laut?“, fragte Klopp den einstigen VfL-Trainer: „Hast du was an den Ohren?“ Auch in Richtung Allofs, der Spieler und Verantwortliche auf der Bank verteidigte, hatte Klopp („Der ist ja erst zwei Wochen da, der kennt die Spieler noch nicht“) gepoltert. Köstner blieb ruhig, heute kann er über den Zwist von damals schmunzeln. „Wenn der Kloppo verliert, macht er halt immer Ärger“, so Köstner grinsend. „Aber die Scharmützel waren schnell wieder vergessen.“

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"Dann ist was möglich"

Zuvor hatte sich seine Elf „geschlossen“ gegen den Meister gestemmt. „Das war damals gefragt – und das wird auch jetzt gefragt sein“, sagt der 67-Jährige. „Ganz wichtig ist, dass man sich von dieser Südtribüne nicht aus der Ruhe bringen lässt. Und du brauchst Spieler, die brennen, die Mut haben. Wir hatten all das an diesem Tag“, sagt Köstner und fügt hinzu: „Ich hoffe, der VfL hat das alles auch am Samstag, dann ist was möglich.“ So wie damals.