19. August 2017 / 19:25 Uhr

"In allen Belangen unterlegen": Die Stimmen zum Wolfsburger Saisonstart

"In allen Belangen unterlegen": Die Stimmen zum Wolfsburger Saisonstart

Janosch Lübke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ohis Felix Uduokhai und Robin Knoche stehen nach dem Spiel ernüchtert auf dem Rasen.
Ohis Felix Uduokhai und Robin Knoche stehen nach dem Spiel ernüchtert auf dem Rasen. © dpa
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Das erste Spiel der neuen Saison ist rum - und wenn es für den VfL Wolfsburg gar nicht gut läuft, droht am Montag das Tabellenende. Gegen den BVB waren die Wölfe nahezu chancenlos. Ein Umstand, den auch Trainer Andries Jonker ohne Umschweife zugab.

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Die Saison hat gerade erst begonnen, da muss der VfL Wolfsburg schon eine heftige Niederlage verdauen. Zum Start lief gegen den BVB nur ganz wenig zusammen, der Vorjahresdritte hatte mit den Wölfen relativ leichtes Spiel. Auch Trainer Andries Jonker gestand ein, dass seine Spieler immer mindestens einen Schritt zu spät kamen. Mario Gomez, aufgrund der letzten Saison eine Art "Sprachrohr" der Wölfe, riet nach dem Spiel aber auch dazu, das Ergebnis nicht überzubewerten.

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Bilder vom Spiel der Wölfe gegen den BVB

Wolfsburgs Jakub Blaszczykowski im Zweikampf mit Dortmunds Dan-Axel Zagadou. Zur Galerie
Wolfsburgs Jakub Blaszczykowski im Zweikampf mit Dortmunds Dan-Axel Zagadou. © dpa

​Die Stimmen im Überblick:

Peter Bosz (Trainer BVB): "Bin sehr zufrieden, 3:0 in Wolfsburg ist ein sehr gutes Resultat. Vorm Spiel ist es immer schwer zu sagen, wo man steht, und so genau wissen wir es immer noch nicht. Aber ich habe heute eine gute Dortmunder Mannschaft gesehen, vor allem in den ersten 30, 35 Minuten. Dass wir danach das Tempo rausgenommen haben, war nicht so gut - aber insgesamt habe ich heute eine gute Dortmunder Mannschaft gesehen. Mario Götze hat sehr gut gespielt, aber wir müssen vorsichtig sein. Deswegen haben wir ihn nach einer Stunden rausgenommen. Wäre es nötig gewesen, hätte er weiterspielen können. Aber wir wollten kein Risiko eingehen."

Andries Jonker (VfL-Trainer): "Wir haben uns viel vorgenommen, aber nach zehn Minuten war zu sehen, dass die Dortmunder besser sind.Wir wollten aggressiv und kompakt verteidigen und mussten erkennen, dass es einfach nicht geht. Der erste Spieler kam einen Schritt zu spät, der zweite zwei Schritte, der dritte drei Schritte. Und dann wird es schwierig. Nach dem 0:2 zur Halbzeit haben sich die Jungs zusammengerissen, haben weitergearbeitet. Dass sie bis zur letzten Sekunden gekämpft haben, das ist eine der wenigen Sachen, mit denen wir zufrieden sind.Wir wollten lange Bälle spielen, wollten zweite Bälle gewinnen, wollten die Räume hinter der BVB-Verteidigung nutzen. Aber wir konnten nicht ausführen, was wir vorhatten Knoche und Uduokhai haben gemacht, was sie konnten, haben nach ihrem Vermögen gespielt. Es ist nicht einfach als Verteidiger, wenn die ganze Mannschaft nicht in der Lage ist, den Gegner zu stoppen. Darum kann ich den beiden überhaupt keinen Vorwurf machen."

VfL Wolfsburg in Noten: Die Einzelkritik zum Dortmund-Spiel

Koen Casteels: Bei den Gegentoren machtlos, ohne Gelegenheit, sich groß 
auszuzeichnen. - Note 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Bei den Gegentoren machtlos, ohne Gelegenheit, sich groß auszuzeichnen. - Note 3 © dpa

Daniel Didavi: "Wir waren in allen Belangen unterlegen. Positiv ist jedoch, dass wir nicht zusammengebrochen sind. Wir konnten aber spielen, wie wir wollen und waren trotzdem chancenlos."


Paul Verhaegh: "Fußball ist Arbeit. Es ist die Aufgabe von uns, uns in den nächsten Wochen und Monaten zu verbessern. Wir müssen Gas geben."

Mario Gomez: "Es war ein hochverdienter Sieg für Dortmund. Ich will nichts schönreden, aber es war nunmal gegen den BVB, den Pokalsieger - da muss man die Kirche auch im Dorf lassen. Kopf hoch und Weitermachen."

Olaf Rebbe (Sportdirektor VfL): "Bei den Gegentoren haben wir es Dortmund zu leicht gemacht. Es ist aber auch eine Frage, wie man verliert. Es war schön, dass wir noch Leidenschaft an den Tag gelegt haben."

Das waren die Aufaktspiele des VfL Wolfsburg in der Bundesliga seit dem Aufstieg

1997/98: Hansa Rostock - VfL Wolfsburg 0:1<br> Wolfsburgs erstes Spiel im Oberhaus schien torlos zu enden, aber in letzter Minute patzte Hansa-Keeper Bräutigam – und Präger sorgte für den ersten Bundesliga-Sieg des VfL.  Zur Galerie
1997/98: Hansa Rostock - VfL Wolfsburg 0:1
Wolfsburgs erstes Spiel im Oberhaus schien torlos zu enden, aber in letzter Minute patzte Hansa-Keeper Bräutigam – und Präger sorgte für den ersten Bundesliga-Sieg des VfL.  ©

Was gegen den BVB auffiel: Im Kader sind wohl noch Nachbesserungen nötig. Ein Flügelflitzer wird bei den Wölfen immer noch gesucht, außerdem scheint Neven Subotić im Fokus zu stehen.