02. Januar 2022 / 21:25 Uhr

Wolfsburg-Boss Schmadtke befürchtet Spielverlegungen: "Corona wird eine Rolle spielen"

Wolfsburg-Boss Schmadtke befürchtet Spielverlegungen: "Corona wird eine Rolle spielen"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wird's eng? Kevin Mbabu (l.) gehört zu den Spielern, die ausfallen; Jörg Schmadtke (r.) befürchtet Spielplan-Änderungen.
Wird's eng? Kevin Mbabu (l.) gehört zu den Spielern, die ausfallen; Jörg Schmadtke (r.) befürchtet Spielplan-Änderungen. © Roland Hermstein / dpa
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Immer mehr Corona-Fälle in der Fußball-Bundesliga. Jörg Schmadtke, Manager des VfL Wolfsburg, sieht den Rückrundenstart nicht in Gefahr, glaubt aber daran, dass die Pandemie für den Spielplan noch eine Rolle spielen wird.

Die Corona-Fälle in der Bundesliga häufen sich. Beim VfL Wolfsburg fallen derzeit Dodi Lukebakio und Kevin Mbabu mit Covid-Infektionen aus. Mit Bayern-Torwart Manuel Neuer ist jetzt auch wieder ein deutscher Nationalspieler betroffen; weil es vier weitere neue Fälle beim FCB gibt, wurde sogar der Trainingsstart ins neue Jahr von Sonntag auf Montag verschoben. Bei Wolfsburgs erstem Gastgeber Bochum fehlt Konstantinos Stafylidis. Und immer mehr drängt sich die Frage auf: Werden alle Spiele der am Wochenende startenden Rückrunde überhaupt ausgetragen werden können?

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"Ich habe da schon Befürchtungen", sagt Wolfsburg-Manager Jörg Schmadtke dem SPORTBUZZER, "wenn auch nicht für das kommende Wochenende. Aber dass Corona noch eine Rolle im Spielplan spielen wird, glaube ich schon." Sprich: Verlegungen und damit unter Umständen auch Termin-Engpässe sind alles andere als ausgeschlossen. In anderen Ligen ist es längst passiert, an diesem Wochenende wurden unter anderem erneut Spiele der englischen Premier League abgesagt, in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL ist die Zahl der Corona-bedingten Spielabsagen mittlerweile auf über 70 gestiegen. Und kurz vor Weihnachten waren die VfL-Frauen betroffen - das Spiel bei Turbine Potsdam fiel aus, nachdem alle drei Turbine-Torhüterinnen positiv getestet wurden.

Solange sich die Zahl der Fälle pro Team in Grenzen hält, müssen und werden die Klubs der Männer-Bundesliga die Ausfälle innerhalb ihres Kaders kompensieren. Mindestens zehn Mannschaften müssten aktuell Corona-bedingt auf einen oder mehrere Spieler verzichten, zuletzt reihte sich auch Borussia Dortmund ein, Dan-Axel Zagadou wurde während seines Weihnachtsurlaubs in Dubai positiv auf das Virus getestet und befindet sich wie Wolfsburgs Mbabu erst einmal in seinem Urlaubsort in Quarantäne.

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Dass sich auffällig viele Spieler in ihren Urlaubsorten infizieren, sorgt für Diskussionen. Müssen solche Reisen angesichts der sich schnell ausbreitenden Omikron-Variante sein? "Das kann man diskutieren", meint Schmadtke, andererseits "gibt es nur wenige Zeitfenster für echte Erholungsphasen", und die "werden im Leistungssport immer wichtiger".

Dass sich Spieler anstecken, ist darum schwer zu verhindern - die Vereine können bestenfalls so gut wie möglich dafür sorgen, dass sich das Virus nicht innerhalb der Mannschaft ausbreitet. Der VfL Wolfsburg hat darum jetzt auf tägliche Tests umgestellt. "Wir haben schon vorher relativ viel getestet", so Schmadtke, "und tun weiterhin alles für eine höchstmögliche Sicherheit, um die gesamte Gruppe zu schützen."

Dass Mbabu und Lukebakio nun für das Spiel am Sonntag beim VfL Bochum wohl ausfallen werden, verschärft beim VfL die Personallage. Ohnehin fehlen Lukas Nmecha (Knöchelbruch), Paulo Otavio, Xaver Schlager und William (alle Knie), auch Aster Vranckx (Rücken) ist angeschlagen.

"Aktuell ist das alles noch händelbar", so Schmadtke am Sonntagmittag, "aber wenn noch weitere größere Einschläge kommen, wird es schwierig." Nach dem Rückrundenstart in Bochum am Sonntag erwartet der VfL am 15. Januar Hertha zum ersten Heimspiel des Jahres, am 23. Januar treten die Wolfsburger in Leipzig an, ehe die Liga eine Länderspielpause einlegt, in der allerdings nur die nicht-europäischen Nationalspieler unterwegs sind. Der VfL plant für diese Zeit eigentlich ein Trainingslager in Südeuropa, ob es dazu kommt, ist allerdings angesichts der Corona-Lage weiter offen. Zuletzt hatten die Zweitligisten Schalke, Düsseldorf und Sandhausen ihre Trainingslager-Reisen kurzfristig abgesagt, zudem verzichtet Werder Bremen nach fünf aktuellen Corona-Fällen im Kader auf den geplanten Trip nach Spanien.