05. September 2021 / 19:41 Uhr

Wolfsburg-Boss Schmadtke: Das macht unsere Champions-League-Gruppe so attraktiv

Wolfsburg-Boss Schmadtke: Das macht unsere Champions-League-Gruppe so attraktiv

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zwei, auf die sich VfL-Manager Jörg Schmadtke freut: Karim Adeyemi (l.) und Jonathan David.
Zwei, auf die sich VfL-Manager Jörg Schmadtke freut: Karim Adeyemi (l.) und Jonathan David. © AP / dpa / Hermstein
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Der VfL Wolfsburg tritt in der Champions League gegen Lille, Sevilla und Salzburg an. VfL-Manager Jörg Schmadtke findet die Gruppe enorm attraktiv - nicht nur, weil zwei der drei Wolfsburg-Gegner für ihn ganz alte Bekannte sind.

Noch etwas mehr als eine Woche - der Königsklassen-Start rückt näher. Und so ein wenig wird diese Champions-League-Gruppenphase für Jörg Schmadtke auch eine Reise in die Vergangenheit, hin zu seinen Anfängen als Fußball-Funktionär. 2001 war der ehemalige Bundesliga-Torwart Manager bei Alemannia Aachen geworden, 2004 schaffte der Underdog als Pokalfinalist sensationell den Sprung in den UEFA-Cup. Und dort bekamen es Aachen, Schmadtke und sein Trainer Dieter Hecking in der Gruppenphase unter anderem mit OSC Lille und dem FC Sevilla zu tun - zwei der drei Gegner, die nun auf den VfL Wolfsburg in der Königsklasse warten. "Gegen Lille und Sevilla habe ich schon mal gespielt, gegen Salzburg noch nicht", erzählt Schmadtke, heute Manager des VfL.

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Zum Auftakt der Gruppenphase gewann Aachen damals sensationell durch ein Tor von Erik Meijer mit 1:0, es folgte ein 0:2 in Sevilla (mit Sergio Ramos). Damals gab es gegen jeden Gegner nur ein Spiel, als Dritter der Fünfergruppe erreichte die Alemannia die K.o.-Phase, scheiterte dort an AZ Alkmaar. Mit dem FC Sevilla gab es für Schmadtke 2011 ein Wiedersehen, damals war er bei Hannover 96 in sportlicher Verantwortung, die Landeshauptstädter setzten sich in den Play-Offs zur Europa League mit 2:1 und 1:1 gegen die Andalusier durch.

Danach wurde Sevilla zu einem Top-Klub - auch das macht die anstehende Gruppenphase der Champions League für den VfL attraktiv. "Ich wundere mich ohnehin über die Diskussion, dass unsere Gruppe angeblich nicht ganz so attraktiv sein soll", sagt Schmadtke. "Wir spielen gegen den französischen Meister, der Paris hinter sich gelassen hat. Und gegen das Bayern München Österreichs. Und gegen einen FC Sevilla, der gefühlt alle zwei Jahre die Europa League gewonnen hat. Diesen Klubs Attraktivität abzusprechen, fände ich ein bisschen komisch."

Besonders spannend: RB Salzburg - das Team gegen das Schmadtke mit seinen Klubs noch nicht angetreten ist, das er aber dennoch sehr gut kennt. "Ich habe gesehen, wie Salzburg - mit Xaver Schlager - vor drei Jahren Dortmund aus der Europa League geworfen hat. Das war kein Zufall." Und: "Der österreichische Fußball hat sich in den letzten fünf bis zehn Jahren enorm entwickelt. Das ist sehr attraktiver Fußball - vielleicht nicht in der Leistungsdichte wie bei uns, aber was Salzburg da macht, ist schon sehr beeindruckend."

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In der Tat: Der FC Salzburg - so heißt der Klub in den UEFA-Wettbewerben - wurde von 1994 bis heute 15 Mal Meister in Österreich, zuletzt achtmal in Folge. Top-Spieler wie Marcel Sabitzer, Erling Haaland oder Xaver Schlager wurden längst Stars in der deutschen Bundesliga. Auf dem Weg dahin könnte unter anderem Karim Adeyemi (19) sein, der deutsche Stürmer in RB-Reihen wurde gerade von DFB-Coach Hansi Flick ins Aufgebot der A-Nationalmannschaft berufen. In neun Pflichtspielen dieser Saison traf er schon siebenmal, zudem haben die Tiroler wie der VfL alle Liga-Spiele gewonnen - allerdings bereits sechs Partien und damit doppelt so viele wie die Wolfsburger absolviert.

Auch der FC Sevilla ist noch ohne Niederlage, Siegen gegen Rayo Vallecano und in Getafe folgte ein 1:1 in Elche. Lille schwächelt dagegen nach den Abgängen von Boubakary Soumaré (Leicester City) und Mike Maignan (AC Mailand) etwas, kam gegen Montpellier gerade erst zum ersten Saisonsieg in der Ligue 1. Das Siegtor beim 2:1 schoss einer, den der VfL auch noch gut kennt: Jonathan David. Der mittlerweile 21-jährige Kanadier, der als eines der Top-Talente seines Landes gilt, spielte 2019 für KAA Gent bereits in der Europa League gegen Wolfsburg und wurde anschließend auch mal kurzfristig mit einem Wechsel zum VfL in Verbindung gebracht.


Erst in Lille, dann gegen Sevilla, dann in Salzburg - so startet der VfL in die Gruppenphase. "Es mag mögliche Gegner gegeben haben, die auf dem Papier attraktiver ausgesehen hätten", sagt Schmadtke. "Aber die Champions League ist schon für sich ein hochattraktiver Wettbewerb. Und mit den Mannschaften, auf die wir da treffen, erst recht."