05. Januar 2021 / 22:00 Uhr

Wolfsburg-Boss Schmadtke rechnet in dieser Saison nicht mehr mit Zuschauern

Wolfsburg-Boss Schmadtke rechnet in dieser Saison nicht mehr mit Zuschauern

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Rechnet in dieser Saison nicht mehr mit Zuschauern in den Stadien: VfL-Manager Jörg Schmadtke.
Rechnet in dieser Saison nicht mehr mit Zuschauern in den Stadien: VfL-Manager Jörg Schmadtke. © Darius Simka/VfL Wolfsburg
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Der VfL Wolfsburg hat als Nächstes Spiele bei Union Berlin und gegen RB Leipzig vor der Brust - gegen diese beiden Gegner gab's die letzten VfL-Spiele mit vollen Rängen. Manager Jörg Schmadtke befürchtet, dass es in dieser Saison nur noch Geisterspiele gibt.

Für den VfL geht's am Samstag (15.30 Uhr) bei Union Berlin weiter, eine Woche später muss die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner gegen RB Leipzig ran - das sind genau die Duelle, in denen der Wolfsburger Fußball-Bundesligist zuletzt vor vollen Zuschauerrängen gespielt hat. Das war im März. Jörg Schmadtke glaubt nicht daran, dass sich an der Situation in absehbarer Zeit etwas ändert - wahrscheinlich sogar die ganze Saison nicht mehr. Der VfL-Manager: "Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende März definitiv keine Zuschauer haben werden. Wahrscheinlich sogar auch im April und Mai, aber ich will die Hoffnung noch nicht komplett nehmen."

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Es war der 1. März 2020, als der VfL vor knapp 22.000 Zuschauern bei Union antrat. 2:2 trennten sich beide Mannschaften, die Hauptstädter hatten mit 2:0 in Front gelegen, ehe Yannick Gerhardt und Wout Weghorst den Wolfsburgern doch noch einen Punkt sicherten. Eine Woche später war Leipzig in der VW-Arena zu Gast, vor 27.200 Zuschauern gab's ein 0:0. Was damals wohl niemand so recht geahnt hatte: Es waren für lange Zeit die beiden bisher letzten Spiele vor unbegrenzt vielen Zuschauern...

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Jetzt treffen die Wolfsburger in genau derselben Konstellation, also zunächst bei Union und dann daheim gegen Leipzig, auf die beiden Kontrahenten im Kampf ums internationale Geschäft - anders als damals jedoch ohne Zuschauer. Dass die Stadien leer sind, daran haben sich Schmadtke und Co. über Monate hinweg gewöhnen können. "Es ist mittlerweile leider normal geworden, nichtsdestotrotz gefällt es mir nicht. Aber sich immer wieder darüber zu beklagen, finde ich auch nicht richtig. Es ist nun mal die Realität", betont der Geschäftsführer Sport.

Geplant hat der VfL die komplette Saison jedenfalls ohne Zuschauer - nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich. Denn es hänge schon stark davon ab, wie viele Zuschauer zugelassen werden würden, damit es sich auch aus wirtschaftlicher Sicht für den Klub lohnt. "Es gibt einen Punkt, an dem es sich finanziell rechnet. Aber da müssten schon mehr als nur ein paar Hundert kommen", betont Schmadtke. So war es nämlich im Sommer gewesen, als bei ein paar wenigen Spielen bis zu 20 Prozent der Stadionkapazität zugelassen waren. Finanziell brachte das aber nichts. Vielmehr wollte es der VfL seinen Fans "unter den damals geltenden Regelungen natürlich ermöglichen, endlich wieder in die Volkswagen-Arena zu kommen, die Spiele direkt mitzuerleben und die Mannschaft zu unterstützen. Das war uns wichtig", hatte Geschäftsführer Tim Schumacher Ende Dezember im SPORTBUZZER-Interview erklärt.

Natürlich kann Schmadtke aber auch verstehen, dass sich die Fans nach Stadionbesuchen sehnen, nach Normalität. Dass Mitmenschen aus seinem Umfeld gezielt auf den Manager zugehen und ihn fragen, wann denn besagte Normalität einkehrt, halte sich in Grenzen, "weil die Menschen verstanden haben, dass es gerade andere Probleme gibt als nicht ins Stadion gehen zu können. Wobei der eine oder andere gerne hingehen würde, um ein bisschen Ablenkung zu haben."

Genau wie Schmadtke rechnet auch Schumacher in absehbarer Zeit nicht mit Veränderungen: "Wichtig ist, dass unsere Gesellschaft bestmöglich durch die Pandemie kommt, alle gesund bleiben und es mit dem Impfstoff klappt. Das kann sicherlich mehrere Monate oder Jahre dauern, bis wieder eine komplette Normalität herrscht."