16. Mai 2019 / 11:19 Uhr

"Es war eine intensive Zeit": Letztes Spiel für Bruno Labbadia beim VfL Wolfsburg

"Es war eine intensive Zeit": Letztes Spiel für Bruno Labbadia beim VfL Wolfsburg

Tim Lüddecke
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Bruno Labbadia (rechts) verabschiedet sich vom VfL Wolfsburg und Stürmer Wout Weghorst.
Bruno Labbadia (rechts) verabschiedet sich vom VfL Wolfsburg und Stürmer Wout Weghorst. © dpa/Uwe Anspach
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Ein Spiel noch, dann endet für Bruno Labbadia die Zeit als Trainer des VfL Wolfsburg. Und genau auf dieser Partie gegen den FC Augsburg liegt für den 53-Jährigen der Fokus. Allerdings weiß er schon, dass der Abschied von den Wölfen eine emotionale Sache wird.

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Ein Tritt gegen den Zaun, dazu ein Schrei der Wut. Das waren die Begleiterscheinungen, unter denen Wout Weghorst nach – beziehungsweise während – der Dienstagseinheit beim VfL Wolfsburg in die Kabine verschwand. Bruno Labbadia hatte ihn vorzeitig vom Platz geschickt, nachdem das Training für den Niederländer persönlich nicht so optimal gelaufen war, zu viele Torchancen hatte er zuvor ungenutzt gelassen. „Er hat sich zu sehr aufgeregt“, erklärte der Trainer seine Maßnahme ganz gelassen, „da hat ihm die Abkühlung gut getan“.

Flammen dürfen sich nicht ausbreiten

Wenige Tage vor dem letzten Spiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg, das über die mögliche Teilnahme am europäischen Geschäft mitentscheidet, ist durchaus Feuer drin beim VfL. „Es war wichtig, dass wir so ein Training abgeliefert haben, wo die Emotionen auch mal überkochen“, sagte Labbadia zufrieden, natürlich nicht ohne im Blick zu haben, dass sich die Flammen nicht unkontrolliert ausbreiten.

Mehr über den VfL Wolfsburg

Es war ja auch nicht das erste Mal, dass der manchmal überehrgeizige Weghorst etwas über die Stränge schlug, Ex-Profi Labbadia kennt dieses Gefühl aus aktiven Zeiten nur zu gut – und hat sich den 26-Jährigen schon das eine oder andere Mal zur Seite genommen: „Ich konnte früher auch nicht verlieren, aber man muss immer aufpassen, dass die Waage nicht in die andere Richtung ausschlägt, das ist ein schmaler Grat.“

Labbadia: "Es war eine intensive Zeit"

Diese grundsätzlich positive Eigenschaft des Stürmers werde so hin und wieder auch zu seinem Nachteil. Oftmals komme Weghorst am Tag danach aber mit einer Entschuldigung um die Ecke. „Das gehört dazu“, meint Wolfsburgs Coach nur, als wäre nichts weiter gewesen.

Und wenn es einer versteht, wie man diese VfL-Mannschaft anzufassen hat, dann Labbadia. Keine 15 Monate ist er nun im Amt, in denen er dem Klub ein rundum erneuertes (und hübscheres) Erscheinungsbild verschafft hat. „Auch wenn es gar nicht mal so lange war: Es war so eine intensive Zeit“, erklärt der Trainer, bevor sie auch für ihn in Wolfsburg nun allmählich zu Ende geht, „das muss man erst mal alles bei einem anderen Verein erleben. Für mich ist es schon emotional.“

Bruno Labbadias Jahr beim VfL Wolfsburg in Bildern:

Am 20. Februar wird Bruno Labbadia als Cheftrainer des VfL Wolfsburg verpflichtet. Er übernimmt das Team im Absteigskampf: Wolfsburg hat seinerzeit 24 Punkte nach 23 Spieltagen und steht auf dem 14. Platz – nur einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt. Zur Galerie
Am 20. Februar wird Bruno Labbadia als Cheftrainer des VfL Wolfsburg verpflichtet. Er übernimmt das Team im Absteigskampf: Wolfsburg hat seinerzeit 24 Punkte nach 23 Spieltagen und steht auf dem 14. Platz – nur einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt. ©
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Relegation, Rettung, Rehabilitation – „ich bin happy, dass wir das hinbekommen haben“, sagt der 53-Jährige, dem auch von Seiten der Fans inzwischen eine ganz andere Wertschätzung entgegen gebracht wird. Das war nicht immer so: Wurde gegen Ende der letzten Saison noch ein geschmackloses Lied auf den VfL-Coach angestimmt, werden ihm nun auch schon mal Geschenke wie Fotobücher zum Abschied überreicht. „Wenn die Leute sagen: ‚Es ist schade, dass du gehst‘ ist das natürlich schön“, so Labbadia.

Nur das Augsburg-Spiel im Kopf

Doch daran will er eigentlich noch gar nicht denken. Erst soll sein Werk vollendet werden: „Ich habe nur das Spiel am Samstag im Kopf, weil ich unbedingt möchte, dass wir in die Europa League kommen.“ Es wäre ein würdiges Ende für eine erfolgreiche Zeit des Trainers Labbadia beim VfL. Schon jetzt stehe für ihn allerdings fest: „Ich komme gern nach Wolfsburg zurück“, meint er, um schmunzelnd hinzuzufügen: „Und man weiß ja nie: Manchmal sieht man sich ja zweimal im Leben.“

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