31. Januar 2021 / 20:42 Uhr

Wolfsburg in die Champions League? "Wenn wir jetzt da stehen, dann wollen wir's verteidigen"

Wolfsburg in die Champions League? "Wenn wir jetzt da stehen, dann wollen wir's verteidigen"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Es geht nach oben: Der VfL Wolfsburg ist nach dem Sieg gegen Freiburg Dritter.
Es geht nach oben: Der VfL Wolfsburg ist nach dem Sieg gegen Freiburg Dritter. © Boris Baschin
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Nächster Sieg für den VfL Wolfsburg - und was für einer. Der VfL kletterte in der Tabelle auf Platz drei und steht damit so gut da wie lange nicht mehr. Die Perspektive Champions League wird mehr und mehr zu Thema.

Es war ein großer Sieg - auch weil es ein Sieg dank der beiden Größten war. Bei 3:0 (2:0) des VfL Wolfsburg gegen den SC Freiburg leiteten mit John Anthony Brooks (1,93 Meter) und Wout Weghorst (1,97 Meter) die beiden längsten Spieler des Kaders mit ihren Treffern den Erfolg ein, Yannick Gerhardt sorgte schließlich für den Endstand und für den höchsten VfL-Saisonsieg in dieser Fußball-Bundesliga-Saison.

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Höhenluft gibt's nicht nur für Brooks und Weghorst, sondern für alle. Der VfL ist jetzt Dritter, so weit oben stand er seit dem achten Spieltag der Vorsaison nicht mehr. Und: Dass Wolfsburg in einer Rückrunde zu den Top Drei der Liga gehört, das gab's zuletzt vor sechs Jahren - in der Vizemeister- und Pokalsieg-Saison 2014/15.

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Jay Brooks (M.) nach dem Treffer zum 1:0. Zur Galerie
Jay Brooks (M.) nach dem Treffer zum 1:0. ©

Damals war Marcel Schäfer noch auf dem Platz dabei, jetzt ist er VfL-Sportdirektor - und hochzufrieden. "Wir haben uns eine gute Ausgangslage verschafft, sind total verdient als Sieger vom Platz gegangen", sagte er nach dem Abpfiff. Der Sieg war wichtig, denn oben in der Tabelle ist die Luft dünn - bei einer Niederlage wäre Wolfsburg auf Platz sieben abgerutscht.

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Doch die war gegen Freiburg fast nie im Bereich des Möglichen. Drei Punkte liegt der VfL nun hinter dem Zweiten Leipzig - und zwei vor dem neuen Vierten Frankfurt. Die Champions League darf mehr und zum Thema werden. Und Schäfer will sich gegen entsprechende Hochrechnungen auch gar nicht mehr wehren, sagt nur: "Wir wollen unsere Leistung bestätigen und weiter so unsere Spiele angehen - mit großer Begeisterung, mit großer Leidenschaft. Und auch wenn wir im Spiel mal Phasen haben, die nicht so gut sind, erholen wir uns davon sehr gut."

Dazu kommt: Seit Trainer Oliver Glasner nach dem 2:2 bei Union geordert hatte, dass sein Team mal wieder ohne Gegentor bleiben müsse, gehorcht seine Defensive: 2:0 in Mainz, 1:0 in Leverkusen, 3:0 gegen Freiburg - Wolfsburgs Gegner hatten zuletzt nichts zu Jubeln. Wohin kann das alles führen? Schäfer: "Wenn wir das bis Saisonende beibehalten, dann glaube ich, dass sehr viel möglich ist."

Dass es nicht nur den 400. Heimsieg des VfL in der Bundesliga und das 700. Heimtor gab, sondern auch noch den höchsten Saisonsieg, dafür sorgte Yannick Gerhardt mit seinem ersten Saisontor. Auch er hat kein Probleme damit, mal Richtung Champions League zu schielen: "Wir sind auf einem guten Weg, aber es sind sehr viele Mannschaften dieses Jahr auf einem sehr guten Niveau, die da oben mitspielen, aber: Wenn wir jetzt da stehen, dann wollen wir's verteidigen."

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Am Freitag erst hatte Gerhardt seinen Vertrag in Wolfsburg verlängert, sich für den VfL und gegen andere Interessenten - Köln, Hertha, Stuttgart, Eindhoven - entschieden. "Es gab andere Optionen, gerade die letzten Wochen haben mir gezeigt, dass ich die Chance habe, hier meine Einsatzminuten zu bekommen. Die Mannschaft macht richtig Spaß, wir haben eine gute Qualtät."

Ein Aufreger des Spiels gegen Freiburg war eine Szene vorm 1:0, Kevin Mbabu hatte Keven Schlotterback in den Hacken getreten, unmittelbar danach fiel das Tor. An deren Entstehung waren zwar weder der VfLer noch der SC-Verteidiger beteiligt - dennoch gab Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner zu: "Da hätten man Foul geben können, wahrscheinlich müssen." Das Tor aber zählte - und war wichtig: "Das hat Selbstvertrauen gegeben, wir haben das Spiel immer besser in den Griff bekommen." Und was sagt er zur Perspektive Champions League? "Es sind noch viele Spiele zu absolvieren, und das ist in meinen Gedanken gerade nicht wichtig. Wichtig ist das Pokal-Achtelfinale am Mittwoch gegen Schalke 04. Wir sind sehr happy - aber wir setzen uns nicht in den Schaukelstuhl und wippen, sondern werden konzentriert weiterarbeiten."