09. April 2019 / 17:51 Uhr

VfL Wolfsburg: Das ändert sich durch die Casteels-Verletzung

VfL Wolfsburg: Das ändert sich durch die Casteels-Verletzung

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ein extrem wichtiger Bestandteil: Bruno Labbadia über Keeper Koen Casteels.
"Ein extrem wichtiger Bestandteil": Bruno Labbadia über Keeper Koen Casteels. © imago/Sven Simon
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Trotz des wahrscheinlichen Saison-Aus von Koen Casteels will Trainer Bruno Labbadia nicht viel lamentieren. Und doch wird sich der Ausfall des Belgiers auf das Spiel des VfL Wolfsburg auswirken. 

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Es ist zwar nicht so, dass der VfL in dieser Saison mit ständigem Verletzungspech zu kämpfen hatte, doch wenn es den Wolfsburger Bundesligisten mal erwischte, dann richtig. „Man muss nur mal daran denken, dass wir am ersten Spieltag gleich unseren Kapitän verloren haben“, sagt Trainer Bruno Labbadia. Nach dem Kreuzbandriss von Josuha Guilavogui fielen zudem auch noch Ignacio Camacho und Daniel Ginczek über einen längeren Zeitraum aus. Und seit Samstag nun auch Koen Casteels, der nächste Stammspieler – die Saison für den Belgier ist wohl vorbei.

Dass der Ausfall des 26-Jährigen wegen einer ernsten Oberschenkelverletzung schwer wiegt, daraus macht Labbadia keinen Hehl: „Er ist ein extrem wichtiger Bestandteil der Mannschaft, er ist ein toller Torhüter! Aber wir müssen es so machen, wie wir es bei allen Verletzungen gemacht haben – und nicht lamentieren.“ Schon die bisherigen Langzeitverletzten seien durchweg Schlüsselspieler gewesen, „Torwart, Sechser, Stürmer – sie gehören alle zur Achse“.

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Doch Labbadia betont: „Wir haben in dieser Saison schon einige Nackenschläge einstecken müssen, umso höher ist es zu bewerten, wie die Mannschaft damit bis jetzt umgegangen ist.“ Der Coach vertritt die Linie, dass man sich nicht zu lange mit derlei Hiobsbotschaften aufhalten darf. Manchmal sei es einfach auch Pech. „Koen hat mir gesagt, dass er noch keine Muskelverletzung hatte. Das ist sehr unglücklich. Es ist ein bisschen durchgerutscht, bei einer normalen Fußabwehr. Ich weiß gar nicht, wie oft das im Training vorkommt... Aber das kann man nicht einplanen.“

"Er ist ja dafür da"

Mit Pavao Pervan steht ein Ersatzmann bereit – und Labbadia glaubt an den Österreicher, wie auch schon am Samstag. „Da haben wir auch kein großes Aufheben davon gemacht, dass wir jetzt einen Torwartwechsel haben. Er ist ja dafür da.“ In seinen zweieinhalb Spielen gegen Leverkusen, Bremen und nun Hannover „haben wir sieben Punkte mit ihm geholt“, und der 31-Jährige sei gut auf die Rolle als interimsmäßige Nummer 1 vorbereitet: „Das Gute ist, dass er selbst unabhängig so trainiert, als würde er spielen. Das gebe ich jedem Einzelnen mit, der nicht spielt. Irgendwann kommt der Tag, und wenn man dann nicht bereit ist, bekommt man die Quittung. Und er hat zum Glück eine gute Quittung bekommen.“

Die Wölfe in Noten: VfL Wolfsburg - Hannover 96

Pavao Pervan: Kam überraschend zu seinem dritten Bundesliga-Spiel, weil sich die Nummer 1 Koen Casteels beim Warmmachen verletzt hatte. Bei Weydandts Tor zögerte er beim Herauslaufen, hielt nach der Pause aber zweimal stark gegen Haraguchi. Note: 3 Zur Galerie
Pavao Pervan: Kam überraschend zu seinem dritten Bundesliga-Spiel, weil sich die Nummer 1 Koen Casteels beim Warmmachen verletzt hatte. Bei Weydandts Tor zögerte er beim Herauslaufen, hielt nach der Pause aber zweimal stark gegen Haraguchi. Note: 3 ©
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Ein besonderes Gespräch mit Pervan („Er hat Erfahrung und eine gewisse Ruhe“) sei nicht nötig, „weil es für mich normal ist, dass er wahrscheinlich in den restlichen Spielen die Nummer 1 ist“. Und doch verändert sich durch den Ausfall des gerade fußballerisch so herausragenden Casteels („Koen ist einer der Besten der Liga, gerade mit dem Fuß. Das haben wir extrem in unser Spiel miteinbezogen“) schon auch die gesamte Wolfsburger Ausrichtung – das wird Labbadia dann schon auch mit seinen Spielern offen besprechen: „Es ist wichtig zu wissen, wo liegen gewisse Stärken, wo gewisse Schwächen, und wie kann ich die Schwächen minimieren, indem ich etwas dafür tue.“

"Mir ist lieber, er macht es auf seine Art"

Heißt also: Ganz so oft wie Casteels wird Pervan wohl nicht ins Aufbauspiel einbezogen werden. Man müsse sehen, "inwieweit Pavao das machen kann oder inwieweit er das auf seine Art machen wird. Aber mir ist es lieber, er macht es auf seine Art“. Sprich: Den Ball auch mal zu klären – wenn es nötig ist. Gegen Hannover hat das insgesamt ganz gut funktioniert. Am Samstag in Leipzig wird er womöglich aber etwas mehr gefordert werden.

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