26. April 2018 / 21:47 Uhr

VfL Wolfsburg: Das letzte Wort bei Heldt ist noch nicht gesprochen

VfL Wolfsburg: Das letzte Wort bei Heldt ist noch nicht gesprochen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der VfL Wolfsburg und die Suche nach einem starken Mann für die sportliche Leitung: Die Zeit von Olaf Rebbe (l.) ist abgelaufen. Und Horst Heldt wird auch vorerst nicht neuer Geschäftsführer.
Der VfL Wolfsburg und die Suche nach einem starken Mann für die sportliche Leitung: Die Zeit von Olaf Rebbe (l.) ist abgelaufen. Und Horst Heldt wird auch vorerst nicht neuer Geschäftsführer.
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Noch bekommt Sportdirektor Horst Heldt keine Freigabe von Hannover 96 und Präsident Martin Kind, um als Geschäftsführer zum VfL Wolfsburg zu wechseln. Das Rebbe-Aus ist derweil nur vertagt.

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Horst Heldt strahlt auf dem Foto, das die Medienabteilung von Hannover 96 für die Pressemitteilung herausgesucht hat. „Entscheidung gefallen – Heldt bleibt bei 96“, stand dort ab 15.06 Uhr auf der Homepage geschrieben. Der Wechsel des seit Wochen umworbenen Sportdirektors als Geschäftsführer zum VfL Wolfsburg wäre demnach geplatzt. Aber ist das auch wirklich so – oder liegt der Transfer vorerst nur auf Eis? Zwischen den Zeilen ist zu lesen: Die Sache ist noch nicht komplett vom Tisch. Es geht eben um Geld...

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X-Faktor Kind


Und da kommt zwangsläufig Martin Kind ins Spiel. Der Präsident und Macher von Hannover 96 ist nicht nur knallharter Geschäftsmann, sondern auch Machtmensch – und damit der X-Faktor. Einem Deal, der beinhaltet, dass der Sportdirektor, der den Aufsteiger in dieser Saison zum nie abstiegsgefährdeten Bundesligisten aufgepäppelt hat, einfach so zu haben wäre, würde er nie zustimmen. Zumindest nicht, solange er dafür nicht anständig entschädigt wird. Zumindest nicht, solange er seinen Willen nicht kriegt.

Sein 74. Geburtstag morgen wäre dafür zwar ein gegebener Anlass gewesen, doch der VfL ist seinen Wünschen nicht in der Form nachgekommen, wie vom 96-Boss gefordert. Genauer gesagt: einer Summe von 5 Millionen Euro. Zu viel – ausgerechnet für den finanziell so potenten VW-Klub? Bereits am Donnerstagmorgen um 7.15 Uhr scheiterten die telefonischen Verhandlungen mit dem VfL-Aufsichtsratsvorsitzenden Frank Witter. Woran genau, daraus macht der Unternehmer auch gar keinen Hehl: „Atmosphärisch sind die Gespräche super gelaufen, bei den Zahlen lagen wir deutlich auseinander, so dass es schwierig geworden wäre, zu einem Kompromiss zu finden.“



Heldt wollte sich freikaufen


Stattdessen sah sich Kind offenbar zur Machtdemonstration mit jener Pressemitteilung – die angeblich mit Heldt und Wolfsburg abgestimmt war – verleitet, in der es in lediglich zwei Sätzen heißt: „Ein Wechsel des Managers zum VfL wird nicht stattfinden. Das ergaben die Gespräche und Verhandlungen zwischen beiden Vereinen, in denen es zu keiner Einigung kam.“ Ein Statement von Horst Heldt? Eines von Kind? Fehlanzeige. Ziemlich dünn für eine Meldung, mit der schon das letzte Wort gesprochen sein soll. Eher scheint der Poker um die Ablösesumme damit offiziell eröffnet. Dabei soll Heldt dem VfL sogar angeboten haben, das „moderate Angebot“ (Kind) aus eigener Tasche aufzustocken – doch selbst diese gemeinsam aufgetriebene Summe wurde der Forderung aus Hannover nicht gerecht.

Das sind die nächsten Gegner für den VfL Wolfsburg:

32. Spieltag: Samstag, 28. April (15.30 Uhr): VfL Wolfsburg - Hamburger SV. Zur Galerie
32. Spieltag: Samstag, 28. April (15.30 Uhr): VfL Wolfsburg - Hamburger SV. ©

Und so hängt der Transfer erst mal weiterhin in der Schwebe. Zu einer eigentlich denkbar ungünstigen Zeit. „Was mich irritiert, ist der Zeitpunkt. In einer Phase, in der beide Vereine um den Klassenerhalt spielen, sorgt man nicht für Unruhe. Das macht man nicht“, schießt Kind gegen den VfL.

Dabei waren sich Heldt und Wolfsburg ja soweit über einen Drei-Jahresvertrag mit einem Gehalt von gut 2 Millionen Euro (exklusive Prämien) einig. Am Mittwochabend fand in einem VW-Gebäude neben dem Braunschweiger Flughafen ein Geheimtreffen zwischen Held, seinem Sportlichen Leiter Gerhard Zuber (der mitkommen würde) und den VfL-Geschäftsführern statt, bei dem es um die zukünftige Ausrichtung des Klubs ging.

Sicher erscheint, dass Olaf Rebbe in derlei Überlegungen keine Rolle mehr spielen wird. Durch die Verhandlungen des VfL mit Heldt sollte (auch ihm) endgültig klar sein, dass er als Sportdirektor in den Augen der Bosse gescheitert ist. Die Frage ist, wie lange sein Aus noch hinausgezögert wird. Erst hieß es, der 39-Jährige müsse am Mittwoch seinen Hut nehmen, dann am Donnerstag. Der Verdacht liegt nahe, dass er nur noch im Amt ist, weil die Wolfsburger nach dem Veto von Kind erneut umdenken mussten.