22. Mai 2019 / 23:16 Uhr

VfL Wolfsburg: Der Platzsturm am Titel-Tag 2009 - "Einige haben sich auch über sich selbst erschrocken"

VfL Wolfsburg: Der Platzsturm am Titel-Tag 2009 - "Einige haben sich auch über sich selbst erschrocken"

Andras Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Holger Ballwanz erinnert sich an den Titel-Tag 2009
Holger Ballwanz erinnert sich an den Titel-Tag 2009 © imago sportfotodienst
Anzeige

Heute vor zehn Jahren war der große Tag – der VfL Wolfsburg wurde durch ein 5:1 gegen Werder Bremen deutscher Meister. Holger Ballwanz, Ex-VfL-Profi und seit 2001 VfL-Fanbeauftragter, erinnert sich.

Anzeige
Anzeige

Herr Ballwanz, wenn Sie an den 23. Mai 2009 denken, welcher Moment kommt Ihnen da zuerst in den Sinn?
Der Augenblick, in dem der Schiedsrichter abgepfiffen hat – und damit nun wirklich feststand, dass wir deutscher Meister geworden sind.

Wo waren Sie in dem Moment?
In der Nordkurve, irgendwo oben auf dem Umlauf.

Und von da haben Sie gesehen, wie die Fans über den Zaun gehüpft sind...
Ja, das war tatsächlich etwas, woran vorher keiner so richtig gedacht hatte – dass die Fans einfach versuchen werden, sich Stücke vom Rasen oder andere Erinnerungen zu sichern.

Hatten Sie da Angst, dass die Sache aus dem Ruder läuft?
Nein, eigentlich gar nicht. Zum einen hat die Euphorie in dem Moment sowieso jedes andere Gefühl überlagert, zum anderen sind die Wolfsburger ja auch in solchen Situationen eigentlich ziemlich vernünftig. Wir haben nur irgendwann mitbekommen, dass die Vertreter der DFL unruhig wurden, weil sie nun endlich mit ihrer Meisterzeremonie beginnen wollten...

Wie war die Kommunikation mit anderen Verantwortlichen im Stadion?
Schwierig. Wir hatten noch keinen Funk, nur Handys. Aber wenn 30.000 im Stadion gleichzeitig telefonieren wollen, bricht das Netz irgendwann zusammen.

Die Fans sind dann ja nach einer Weile quasi freiwillig wieder vom Rasen runter...
Ja, die haben dann auch irgendwann begriffen: Hey, hier passiert gleich ja noch was, es gibt ja noch die Meisterschale. Und ich bin mir ganz sicher, dass einige, die unten waren, sich auch über sich selbst erschrocken haben.

Gab es eigentlich für irgendjemanden Strafen? Streng genommen sind ja Rasenstücke und Tor-Teile gestohlen worden...
Nein, soweit ich weiß, gab es da nichts. Darauf hat an diesem Tag zum Glück niemand geachtet.

34 Spieltage 2008/09 zum Durchklicken: Der VfL-Weg zum Titel

Die Saison von Spiel zu Spiel Zur Galerie
Die Saison von Spiel zu Spiel ©
Anzeige

Und wie ging es für Sie danach weiter?
Ich hatte es eilig, ich musste in die Innenstadt, weil ich zusammen mit Wilfried Hark fürs NDR-Fernsehen die Feier vorm Rathaus kommentieren sollte. Ich war da eigentlich nur für ein paar Minuten eingeplant, aber weil es so gut lief, habe ich zwei Stunden lang geredet (lacht ).

Und ab wann konnten Sie feiern?
Später dann im Kolumbianischen Pavillon, wo Spieler und VfL-Mitarbeiter zusammen gefeiert haben, das war richtig gut.

Wie lange ging es?
Ich bin etwa gegen halb fünf gegangen – aber ich war nicht der Letzte.

Mehr zum VfL Wolfsburg

ANZEIGE: Dein Trainingsset für die Saisonvorbereitung! Der Deal of the week im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Wolfsburg/Gifhorn
Sport aus aller Welt