08. Juni 2018 / 21:00 Uhr

VfL Wolfsburg: Die Alternative zu Bernardo ist 17 Jahre alt

VfL Wolfsburg: Die Alternative zu Bernardo ist 17 Jahre alt

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
luan
VfL-Kandidaten für die linke Seite: Leipzigs Bernardo (l.) ist einer, der junge Luan ist ebenfalls im Visier der Wolfsburger.
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Beim VfL drückt unter anderem hinten links der Schuh, so dass die Suche nach einem neuen Linksverteidiger Priorität hat. Ein Kandidat ist Leipzigs Bernardo, ein weiterer ist erst 17 Jahre alt...

Der VfL steht mal wieder vor einem Umbruch – diesen verantwortet nun Jörg Schmadtke, der neue Manager des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Bis zum 31. August (18 Uhr) kann der 54-Jährige den Kader verändern. Mindestens zwei neue Stürmer sollen kommen, dazu noch ein Achter fürs Mittelfeld, ein Flügelspieler und ein Linksverteidiger. Bernardo von RB Leipzig ist ein Kandidat für hinten links. Die Alternative heißt nach WAZ-Informationen Luan Candido de Almeida  – und ist erst 17 Jahre alt. Die Wolfsburger haben den jungen Brasilianer im Visier. Allerdings: Die Konkurrenz ist groß.

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Bei einem U-17-Turnier in der Nähe von Madrid hat der vielseitig einsetzbare Linksfuß gerade mal wieder gezeigt, was er schon drauf hat. Im Finale siegte das Top-Talent, das nur Luan gerufen wird, mit seinem Klub Palmeiras São Paulo gegen Real Madrid mit 4:2. Stark ist das große Talent, wenn es aus der Tiefe kommen kann. Trotz seiner erst 17 Jahre trauen ihm viele Experten den Sprung in den Männer-Fußball zu. Neben dem VfL sollen auch Schalke und Leverkusen Interesse an Luan zeigen, der übrigens von Ex-Profi Marcelo Bordon beraten wird. Beim VfL-Relegations-Hinspiel gegen Holstein Kiel war der ehemalige Schalker in Wolfsburg.

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Felix Magath holte Marcel Schäfer im Sommer 2007 für 1,2 Millionen Euro von 1860 München zum VfL Wolfsburg ©

Ob Luan am Ende wirklich ein heißes Thema für den VfL wird, ist offen. Zum einen, weil Palmeiras für den Brasilianer angeblich eine zweistellige Ablösesumme fordert (gut 10 Millionen Euro), vor kurzem soll die AS Rom 7 Millionen Euro Ablöse für Luan geboten haben, doch Palmeiras winkte ab. Zum anderen schauen die VfL-Verantwortlichen, ob es nicht möglich ist, Spieler aus der Bundesliga zu holen, die eben keine große Eingewöhnungszeit brauchen. Daher hat der VfL bei Bernardo und auch bei Stuttgarts Stürmer Daniel Ginczek seinen Hut in den Ring geworfen.

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Dass es beim VfL einen Umbruch gibt, ist nach dem erneut schlechten Abschneiden logisch, allerdings müsse es nicht zwangsläufig einen kompletten Neuaufbau geben. „Ich verstehe, dass nach zwei Jahren Relegation der Gedanke aufkommt, dass man viel verändern muss. Wir werden es prüfen und schauen, ob das wirklich so sein muss. Ich glaube nicht, dass wir einen Radikalschnitt machen müssen“, hatte Schmadtke der WAZ in dieser Woche gesagt.

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Bis Ende August hat der Klub Zeit, seine Vorstellungen des neuen VfL in die Tat umzusetzen, dann schließt das Transferfenster wieder – diesmal viel später als in der finanzstarken Premier League. Da hatten sich die Klubs darauf verständigt, die Wechselperiode am Donnerstag vor dem Ligastart (9. August) zu beenden. Ob das am Ende ein Vor- oder Nachteil für die deutschen Klubs sein wird, da mag sich Schmadtke noch nicht festlegen. „Man wird sehen, wie das wird, ob die Engländer sich etwa schon jetzt Spieler auf Halde legen“, sagte der 54-Jährige. Macht es aus seiner Sicht Sinn, in der Bundesliga ebenfalls mit dem Start die Transferaktivitäten einzustellen? „Es gibt gute Argumente dafür, aber auch gute dagegen. Ich finde, das kann man nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten, das ist schwierig“, so Schmadtke weiter. Ein Vorteil sei halt, dass Klubs nach dem Start etwa bei Verletzungen noch reagieren könnten.