02. Mai 2018 / 16:58 Uhr

VfL Wolfsburg: Die Camacho-Verletzung und die Frage des Risikos

VfL Wolfsburg: Die Camacho-Verletzung und die Frage des Risikos

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Pechvogel: Ignacio Camacho konnte in dieser Saison nur elf Spiele für den VfL Wolfsburg absolvieren. 
Pechvogel: Ignacio Camacho konnte in dieser Saison nur elf Spiele für den VfL Wolfsburg absolvieren.  © dpa
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Ignacio Camacho ist nicht mit ins Kurztrainingslager des VfL Wolfsburg nach Teistungen gereist. Der Spanier arbeitet in Wolfsburg an seinem Comeback – wenn es das in dieser Saison denn überhaupt noch gibt.

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Lange Zeit hatte die Hoffnung beim VfL Wolfsburg einen Namen: Ignacio Camacho. Der Spanier sollte als Königstransfer und neuer Kapitän eine wichtige Säule der Wolfsburger Mannschaft bilden. Doch ohne den 27-Jährigen, der den Großteil der Saison verletzt ausfiel, fehlte es dem VfL-Spiel sowohl an Stabilität – als auch an Erfolg. Die Frage, ob er in dieser Saison noch mal eingreifen kann, stellt sich demnach dringlicher als zuvor. Gut sieht es nicht aus...

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Nicht mal für das Kurz-Trainingslager in Teistungen war er nun eine Option, „das Risiko ist zu groß“, sagte Bruno Labbadia. Der Trainer des VfL Wolfsburg wirkt geknickt, wenn er über seinen fehlenden Kapitän spricht. „Bis Montagabend hatte ich noch sehr große Hoffnung, dass er mitfährt“, sagte der 52-Jährige. Doch dann ergaben Krafttests nicht die Ergebnisse, die man sich gewünscht hatte: Camacho spürt immer noch immer etwas im Oberschenkel. Die letzten drei Spiele fehlte er dem VfL deswegen bereits.

Ein "kleiner Muskelfaserriss"

Dabei hatte es sich anfangs nur um eine Zerrung gehandelt. Doch Camacho wollte trotzdem nicht auf die Abschlusseinheit vor dem Spiel gegen den FC Augsburg verzichten. Zehn Minuten vor Trainingsende passierte es, der Oberschenkel machte zu – und der Abräumer fiel aus. Inzwischen handelt es sich laut Labbadia um einen „kleinen Muskelfaserriss“, mit dem der Spanier Probleme hat.



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Ignacio Camacho: Seine ersten Tage beim VfL Wolfsburg ©

Und das Fehlen Camachos wirkt sich auch merklich auf die Punkteausbeute des VfL aus. In den beiden einzigen Partien (jeweils über 90 Minuten), in denen er in der Rückrunde auf dem Feld stand, holte Wolfsburg vier Punkte (0:0 bei Hertha BSC, 2:0 beim SC Freiburg). Insgesamt wurden in den 21 Spielen ohne ihn 17 Zähler (im Schnitt 0,81 Punkte pro Spiel) eingefahren, in den elf Spielen mit ihm 13 Zähler (im Schnitt 1,18). Rechnet man diesen Schnitt hoch auf 34 Spieltage würde die 40-Punkte-Marke knapp geknackt (40,12). Theoretisch...

Ob Camacho in dieser Saison noch mal zum Einsatz kommt, ist ebenfalls lediglich Theorie. Für die Partie in Leipzig fällt er jedenfalls aus. „Wir stehen vor der Entscheidung: Gehen wir das volle Risiko? Denn wir wissen ja nicht, wie viele Spiele wir noch haben“, sagt Labbadia über eine mögliche Relegation. „Im schlimmsten Fall fällt er uns für den Rest komplett aus. Deswegen haben wir ihn nicht ins Trainingslager mitgenommen. In Wolfsburg hat er bessere Bedingungen für sich.“

_Personalinfo aus Teistungen: Nachdem Keeper Koen Casteels schon am Dienstag bei der Trainingseinheit in Wolfsburg wegen einer Sehnenreizung in der Schulter gefehlt hatte, trainierte der Belgier auch am ersten Tag im Kurz-Trainingslager in Teistungen nur individuell. Allerdings gab der 25-Jährige gestern Entwarnung: „Mir geht’s gut, es ist nichts Dramatisches. Morgen bin ich wieder dabei.“ Nicht dabei in Teistungen waren dagegen Riechedly Bazoer (Schlag aufs Knie) und Paul Jaeckel (Knie), die damit wohl auch keine Option für die Partie am Samstag in Leipzig darstellen. Daniel Didavi (Achillessehne) fehlte bei der Einheit am Mittwoch ebenfalls, reiste aber abends noch nach Teistungen nach. _