06. Oktober 2019 / 21:13 Uhr

VfL Wolfsburg: Die Nicht-Verlierer

VfL Wolfsburg: Die Nicht-Verlierer

Andreas Pahlmann und Alexander Flohr
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der VfL Wolfsburg ist nach dem 1:0 gegen Union Berlin jetzt Zweiter
Der VfL Wolfsburg ist nach dem 1:0 gegen Union Berlin jetzt Zweiter © Boris Baschin
Anzeige

Ob Bundesliga, DFB-Pokal, Europa oder Testspiele: Seit Oliver Glasner Trainer des VfL Wolfsburg ist, verlieren die Niedersachsen nicht mehr. Lohn nach dem 1:0 gegen Union Berlin - der VfL ist Zweiter und nun als einziges Bundesliga-Team ungeschlagen!

Anzeige
Anzeige

Dass Oliver Glasner in Wolfsburg eine Menge ändern wird, war früh klar. Die größte Änderung allerdings wird nun erst nach und nach sichtbar: Glasner hat beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten das Verlieren abgeschafft! Das 1:0 (0:0) gestern gegen Aufsteiger Union Berlin mag über weite Strecken zäh gewesen sein – aber es war erfolgreich. Und nach nun schon zehn Pflichtspielen unter Glasner weiß in Wolfsburg immer noch keiner, wie der Österreicher eigentlich auf Niederlagen reagiert. Denn es gab keine, auch in den acht VfL-Freundschaftsspielen in dieser Saison nicht.

Der Sieg gegen den Aufsteiger aus der Hauptstadt, für den vor 27.100 Zuschauern ein Tor von Wout Weghorst nach schönem Zuspiel von Joker Josip Brekalo reichte, katapultierte den VfL an einem verrückten Spieltag auf den zweiten Tabellenplatz. Und wer diese Tabelle liest, der entdeckt sehr schnell, warum der VfL der Nicht-Verlierer (als einziges Bundesliga-Team noch ungeschlagen) dieser Saison ist: In der Spalte mit den Gegentoren steht eine 4. Vier Liga-Gegentore, so wenig hat keiner.

Einzelkritik: VfL Wolfsburg - 1.FC Union Berlin

Pavao Pervan: Musste nach 25 Minuten zum ersten Mal einen Ball halten. In der zweiten Hälfte wackelte er einmal leicht bei der Strafraumbeherrschung. Ansonsten hatte er einen ruhigen Nachmittag - Note: 3. 
Zur Galerie
Pavao Pervan: Musste nach 25 Minuten zum ersten Mal einen Ball halten. In der zweiten Hälfte wackelte er einmal leicht bei der Strafraumbeherrschung. Ansonsten hatte er einen ruhigen Nachmittag - Note: 3. ©
Anzeige

Arnold: "Platz zwei ist geil!"

Wenig Gegentore, keine Niederlage – das macht Laune. „Es ist nicht selbstverständlich, dass du Mitte Oktober noch ungeschlagen bist“, so VfL-Trainer Oliver Glasner. „Das hast du in deiner gesamten Karriere nicht oft.“ Und Maximilian Arnold freute sich: „Tabellenplatz zwei ist doch geil. Es gibt nichts Besseres, als ungeschlagen zu sein. Das gibt Selbstvertrauen. Aus diesem Selbstvertrauen heraus gewinnen wir dann auch Spiele, die auf der Kippe stehen.“

Gegen Union war es so ein Spiel – in dem der VfL hinten wenig zuließ, in dem aber auch vorn einiges im Argen blieb. Auch hier hilft der Blick in die Saisonstatistik: Zehn Tore hat der VfL erst geschossen, das ist Bundesliga-Mittelfeld, in den letzten fünf Liga-Spielen traf Wolfsburg jeweils genau nur einmal. Und: An acht der zehn Tore waren entweder Brekalo oder Weghorst (oder beide) beteiligt, an den anderen beiden Arnold.

VfL Wolfsburg - 1. FC Union Berlin:

Dass die Stimmung beim VfL-Spiel gegen Union so gut war, lag nicht nur an der Wolfsburger Nordkurve, sondern in großem Maße auch an den Gäste-Fans: Rund 6000 Union-Anhänger waren in Wolfsburg dabei und machten ordentlich Lärm.     Zur Galerie
Dass die Stimmung beim VfL-Spiel gegen Union so gut war, lag nicht nur an der Wolfsburger Nordkurve, sondern in großem Maße auch an den Gäste-Fans: Rund 6000 Union-Anhänger waren in Wolfsburg dabei und machten ordentlich Lärm.     ©

"Das ist ja wie in Österreich - Rose vor Glasner..."

Am Sonntag waren es mal wieder Weghorst und Brekalo, der diesmal nur Joker war. Die Mannschaft weiß, was sie an ihren beiden Torproduzenten hat. Abwehrmann Robin Knoche: „Jeder bringt seine Qualität auf den Platz, Wout profitiert am Ende davon und muss die Chancen ausnutzen. Das klappt bisher gut. Auch Josip hat das gut gemacht.“

Bisher hatte der VfL eher Gegner mit überschaubaren Qualitäten, keiner der bisherigen Kontrahenten steht aktuell in der oberen Tabellenhälfte. Auch das hilft bei der guten Bilanz. Nach der Länderspielpause kommen die Kracher – unter anderem zweimal Leipzig (Liga und Pokal), Dortmund, Leverkusen. Gegner, gegen die es aber hilfreich ist, wenn man mit breiter Brust spielen kann. Kapitän Josuha Guilavogui: „Wie es jetzt läuft, tut der tut der Mannschaft sehr gut, wir müssen das genießen und es muss uns für die Topspiele danach Selbstvertrauen geben!“

Fast wäre der VfL sogar als Tabellenführer in die Länderspielpause gegangen. doch Gladbach hat noch einen Punkt mehr. Auch die Borussen hatten vor der Saison einen Trainer aus der 1. Liga Österreichs geholt. „Die Tabelle hat für uns keine Bedeutung“, so Glasner, „aber ich habe eine WhatsApp-Nachricht von einem Freund bekommen, der geschrieben hat: Das ist ja wie in Österreich – Rose vor Glasner...“

Mehr zum VfL Wolfsburg

ANZEIGE: 50% auf dein Winter-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Wolfsburg/Gifhorn
Sport aus aller Welt