01. Oktober 2017 / 14:03 Uhr

VfL Wolfsburg: Die Sehnsucht nach Mario Gomez

VfL Wolfsburg: Die Sehnsucht nach Mario Gomez

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
20170930 VfL-Mainz 48
Das Ding will nicht rein: Angreifer Divock Origi (h. M.) blieb gegen Mainz torlos.
Anzeige

Es zieht sich wie ein roter Faden durch das Jahr 2017: Der VfL nutzt seine Torchancen zu selten. In dieser Saison erzielte der Wolfsburger Fußball-Bundesligist nur in einer Partie mehr als einen Treffer - und das ausgerechnet beim 2:2 in München. Zweimal erzielte das Team gar keinen Treffer. Aber Fakt ist: Mit einem Tor schafft es die Mannschaft von Trainer Martin Schmidt nicht, ein Spiel zu gewinnen. So auch am Samstag beim 1:1 gegen Mainz. Gut also, dass Angreifer Mario Gomez vor seiner Rückkehr steht.

Anzeige

Seine Sprunggelenksverletzung hat der Nationalspieler fast vollständig auskuriert. "Bei einer MRT-Untersuchung war zuletzt noch ein bisschen was von der Verletzung zu sehen", sagt Schmidt. Am Donnerstag steht für Gomez noch eine Abschlussuntersuchung bei DFB-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München an, dann soll der 32-Jährige zumindest wieder individuell trainieren können. Beim nächsten Spiel in zwei Wochen in Leverkusen könnte der Angreifer wieder dabei sein - wenn alles zusammenpasst. "Leverkusen könnte eng werden, dann müsste schon jedes Schräubchen ins nächste greifen. Aber wenn er sich fit fühlt und keine Beschwerden hat, könnte er in den Kader kommen", macht Schmidt Hoffnung. Wichtig wäre die Rückkehr des VfL-Toptorjägers der Vorsaison allemal. "Wir brauchen einen fitten Mario Gomez", bestätigt der Coach. Und Sportdirektor Olaf Rebbe fügt hinzu: "Mario macht in der Box unwiderstehlich die Tore."

Anzeige

Genau das ist es, was den Wolfsburgern derzeit fehlt - die Abgeklärtheit. Das wurde auch am Samstag gegen mainz deutlich. "Die Kaltschnäuzigkeit kommt mit dem Selbstvertrauen", ist sich Schmidt sicher. "Es gilt daran zu arbeiten, dass alle davon überzeugt sind, das zweite Tor zu machen. Und nicht, dass vier oder fünf Spieler denken, sie müssen jetzt verteidigen und die anderen drängen auf den Treffer. Dann sind die Zwischenräume zu groß", macht der Schweizer deutlich. Dass die Torausbeute (sechs Treffer in sieben Spielen) ein echtes Problem darstellt, hat auch Rebbe erkannt. "Gut ist, dass wir nach den Führungstreffern immer einen Flow und weitere Chancen haben. Diese zu verdeln, muss der nächste Schritt sein", fordert der 39-Jährige.

Aber genau dasselbe Problem plagte die Wolfsburger schon in der vergangenen Spielzeit - mit anderen Akteuren auf dem Platz und anderen Trainern an der Seitenlinie. "Es gab Zeiten, da haben wir uns nicht mal Chancen herausgespielt. Ich denke nicht, dass es Altlasten sind. Das Pendel schlägt im Moment nicht ganz negativ, aber eben auch nicht positiv aus. Wir befinden uns in einer Grauzone", sagt Rebbe, der die Situation aber auch nicht schönreden will. "Wir setzen uns selber unter Druck. Alle sind gefordert, den Oktober erfolgreich zu gestalten." Und das geht bekanntlich nut mit Toren. Mittelfeldmann Josuha Guilavogui fordert von seinen Vorderleuten: "Wir müssen noch mehr Risiko gehen und mehr Tore schießen. Es ist gegen alle Mannschaften schwer, wir können nicht nur 1:0 gewinnen, weil alle Tore schießen können."

Der VfL Wolfsburg in der Einzelkritik: Die Noten für die "Wölfe" gegen Mainz 05

Koen Casteels: Verlebte einen relativ ruhigen Nachmittag, aber in einer Szene war der Belgier gefragt – und hellwach. Mitte der ersten Halbzeit bewahrte er den VfL mit einer starken Parade gegen Muto vor dem Rückstand. Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Verlebte einen relativ ruhigen Nachmittag, aber in einer Szene war der Belgier gefragt – und hellwach. Mitte der ersten Halbzeit bewahrte er den VfL mit einer starken Parade gegen Muto vor dem Rückstand. Note: 3 ©

Eine Alternative zu Gomez und Divock Origi scheint derzeit Victor Osimhen zu sein. Zumindest bekam er gegen Mainz den Vorzug vor Nany Dimata, der nicht im Kader stand. "Das war eine Entscheidung für Victor. Er hat unheimlich gut trainiert und die meisten Tore geschossen. Er läuft am intensivsten an. Dafür wollte ich ihn belohnen", erklärt Schmidt.