22. November 2018 / 11:25 Uhr

Diesmal schon gegen RB Leipzig: Bruno Labbadia will Durststrecke des VfL Wolfsburg beenden

Diesmal schon gegen RB Leipzig: Bruno Labbadia will Durststrecke des VfL Wolfsburg beenden

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der VfL Wolfsburg empfängt am Samstag RB Leipzig.
Der VfL Wolfsburg empfängt am Samstag RB Leipzig. © dpa
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In der vergangenen Saison setzte es am vorletzten Spieltag ein 1:4 für den VfL Wolfsburg gegen RB Leipzig. Das soll sich am Samstag nicht wiederholen. VfL-Trainer Bruno Labbadia will gegen die Leipziger die Wende einleiten.

Erst gegen RB Leipzig, dann bei Eintracht Frankfurt und dann gegen 1899 Hoffenheim – nach der letzten Länderspiel-Pause des Jahres warten auf den VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga drei Hammer-Wochen mit Gegnern aus dem oberen Tabellendrittel. Es geht gegen den Dritten, Vierten und momentan Sechsten der Liga. Und mit dem ersten der drei Hammer-Gegner verbindet den VfL eine der schlimmsten Phasen der jüngsten Vergangenheit des Klubs. Denn nach dem 1:4 am vorletzten Spieltag der vergangenen Spielzeit war die Stimmung beim VfL so am Boden wie noch nie.

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Das sind die Bilder zum Spiel RB Leipzig gegen den VfL Wolfsburg:

Josip Brekalo (rechts) führt den Ball. Zur Galerie
Josip Brekalo (rechts) führt den Ball. ©

Explosive Stimmung

Trotz eines Kurz-Trainingslagers in Teistungen vor dem Duell mit RB passte beim Spiel in Leipzig nichts im VfL-Spiel, die Fans waren sauer wie noch nie. Negativer Höhepunkt: Nach der Pleite ging es für die Profis nicht wie geplant zum VfL-Trainingszentrum zurück – nein, nach Rücksprache mit der Polizei wurde am Nachwuchsleistungszentrum am Berliner Ring ein Zwischenhalt eingelegt und dabei entschieden, dass das Team mit dem Bus ins VW-Werk fährt. Von dort aus wurden die Profis mit Kleinbussen nach Hause gebracht. Der Grund: An der VW-Arena hatten sich gut 250 Anhänger eingefunden, die auf die Mannschaft warteten. Die Stimmung: explosiv.

"Das war ein Wendepunkt"

3000 Anhänger waren am 5. Mai in Leipzig dabei, einige konzentrierten sich nach der Niederlage sofort wieder auf Hoffen und Daumendrücken fürs Saisonfinale, andere machten ihrem Unmut lautstark Luft und sangen zudem das sarkastisch-böse Lied: „Wir steigen ab, wir komm’n nie wieder, wir haben Bruno Labbadia.“ Und dennoch bewahrte der VfL-Trainer Ruhe. Labbadia spricht von „der schwierigsten Phase“ in seiner bislang neunmonatigen Amtszeit beim VfL: „Ich habe einen Tag nach dem Spiel den persönlichen Austausch mit den Fanvertretern gesucht. Es war damals ein schwieriger Sonntag, aber gleichwohl habe ich sehr viel aus dem Tag mitgenommen – das war ein Wendepunkt von uns.“

Die Stimmen zum Spiel RB Leipzig gegen den VfL Wolfsburg (5. Mai 2018):

Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): Wir haben gut angefangen und hatten einige Möglichkeiten. Wenn wir das besser ausspielen, gehen wir vielleicht 1:0 in Führung. Wenn man die ersten 20 Minuten gesehen hat, dachte man nicht, dass wir 16. sind. Wir haben noch eine Chance, die müssen wir mit aller Macht ergreifen. Zur Galerie
Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Wir haben gut angefangen und hatten einige Möglichkeiten. Wenn wir das besser ausspielen, gehen wir vielleicht 1:0 in Führung. Wenn man die ersten 20 Minuten gesehen hat, dachte man nicht, dass wir 16. sind. Wir haben noch eine Chance, die müssen wir mit aller Macht ergreifen." ©

Labbadia froh über Unterstützung

Dieser Tage hat der 52-Jährige mit Kapitän Josuha Guilavogui über die Zeit um das Leipzig-Spiel herum gesprochen, Guilavogui gefiel, wie Labbadia sich als Schutzschild vor das Team stellte und auch intern nicht herumbrüllte, sondern versuchte, die Mannschaft wieder aufzurichten, denn im Saisonfinale gegen Köln war trotz der unterirdischen Vorstellung in Leipzig noch alles möglich – direkter Klassenerhalt, Relegation, direkter Abstieg. Am Ende wurde es erneut die Relegation, der VfL setzte sich da gegen Zweitligist Kiel durch – nachdem er gegen Absteiger Köln mit 4:1 gewonnen und die Fans bedingungslos hinter der Mannschaft gestanden hatten. Labbadia: „Dafür muss man heute noch Danke sagen, dass die Fans den Weg so mitgegangen sind.“

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Nun steht das Wiedersehen mit RB bevor, das Team von Trainer Ralf Rangnick rangiert mit 22 Punkten auf Platz drei, der VfL mit zwölf Zählern auf Rang zwölf. Die Sachsen bauten ihre Bundesliga-Bestmarke mit dem fünften Duell ohne Gegentor in Folge zuletzt aus, haben nur neun Gegentore kassiert – so wenige wie kein anderer in der Liga. Aber nicht nur hinten ist Leipzig stark. „Sie gehören momentan zu den spielstärksten und aufstrebendsten Teams der Liga“, lobt Labbadia.

Und wie zieht man diesem Top-Team den Stecker? „Das ist gar nicht so einfach, weil sie mehrere Mittel haben – sie können einerseits warten, gleichzeitig können sie aus dem Nichts umschalten, weil sie sehr viel Tempo haben im Team“, sagt der VfL-Trainer und fügt hinzu: „Es gilt, eine Ballsicherheit an den Tag zu legen, selbst ein gutes Umschaltspiel zu haben und einfache Fehler zu vermeiden.“ Damit’s – anders als in der vergangenen Saison – diesmal schon gegen Leipzig die Wende und damit das Ende der VfL-Durststrecke (nur ein Sieg aus den letzten neun Liga-Spielen) gibt.

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