16. Mai 2021 / 23:39 Uhr

Wolfsburg-Doppelpacker Philipp macht sich teuer und will bleiben

Wolfsburg-Doppelpacker Philipp macht sich teuer und will bleiben

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Eines von insgesamt sechs Toren in dieser Saison: Maximilian Philipp traf für den VfL in Leipzig doppelt.
Eines von insgesamt sechs Toren in dieser Saison: Maximilian Philipp traf für den VfL in Leipzig doppelt. © Michael Sohn/AP-Pool/dpa
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Er machte seinen Job erstklassig, er sicherte dem VfL Wolfsburg mit einem Doppelpack das vorzeitige Erreichen der Champions League, zugleich machte sich Maximilian Philipp es damit aber nicht leichter, dort zu bleiben, wo er bleiben will: nämlich in Wolfsburg.

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Schalke 04 hatte am Samstag mit dem 4:3 gegen Wolfsburg-Verfolger Frankfurt die Vorlage gegeben, Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat sie genutzt, mit einem Punkt in Leipzig die dritte Champions-League-Teilnahme der Klub-Geschichte bereits am vorletzten Saisonspieltag perfekt gemacht. Auch dank eines neuerlichen Serientäters: Maximilian Philipp.

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Der VfL hat die Kaufoption für ihn (11 Millionen Euro an Dinamo Moskau) nicht gezogen. Der ausgeliehene Philipp selbst hatte jüngst gesagt, dass er nicht sehe, dass er 11 Millionen wert sei. Am Sonntag steigerte er seinen Wert für den VfL, aber wohl auch seinen Wert in den Augen von Dinamo Moskau, wo man sicher auch mit Interesse vermerkt, dass sich die finanzielle Situation der Wolfsburger durch die nun feststehende Champions-League-Teilnahme verbessert hat.

<b>Koen Casteels</b>: Da, wenn er gebraucht wurde – stark im Eins-gegen-eins gegen Nkunku in Halbzeit eins und Kluivert in Halbzeit zwei, gut im Herauslaufen, bei den Gegentoren ohne Chance. Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Da, wenn er gebraucht wurde – stark im Eins-gegen-eins gegen Nkunku in Halbzeit eins und Kluivert in Halbzeit zwei, gut im Herauslaufen, bei den Gegentoren ohne Chance. Note: 3 ©

Philipp aber hatte seinen Job gemacht – mit zwei feinen Toren als Sahnehäubchen auf seine gute Vorstellung in einer Top-VfL-Vorstellung. Vor der Pause, wohlgemerkt. Der Torschütze meinte: „Ich bin kaputt, aber sehr glücklich. Insgesamt einfach glücklich.“ Dabei hatte er vorher „gemischte Gefühle“ gehabt, „beim Aufwärmen mehr daneben geschossen“. Im Spiel aber bewies er Zielgenauigkeit, schmunzelte übers erste Tor, das „gut von hinten raus gespielt“ war: „Zwei Kontakte, aus dem Stand. Nicht schlecht.“ Coach Oliver Glasner: „Er hat eine super Abschlussqualität.“ Er würde ihn behalten, doch das „ist Sache der Vereine, hoffe, dass wir eine Einigung erzielen“.

Vier der fünf Tore in der Rückrunde hat er erzielt. „Jetzt weiß ich wieder, wo‘s Tor steht“, sagte Philipp. Seine Zukunft ist unklar, er wünscht sie sich in Wolfsburg, zumal Moskau nicht in der Champions League spielen wird. Philipp: „Es wäre dumm, wenn ich was anderes wollen würde.“ Manager Jörg Schmadtke pokert noch um die Ablöse.

Glasner sagte zum Erreichen der Champions-League: „Eine Riesenleistung. Was die Jungs aus dieser Saison gemacht haben – Riesenkompliment, ich bin so stolz, was die Jungs geleistet haben. Gratulation für die Leistung heute und für die Saison. In der zweiten Halbzeit wurde der Druck immer größer, aber da haben die Jungs wieder ihre Mentalität gezeigt, wie sie sich reingeworfen haben in jeden Ball, deshalb denke ich, dass das ein verdienter Punkt war. “

Stürmer Wout Weghorst hatte Pech gehabt mit einem Pfostentreffer, war nach dem Schlusspfiff begeistert: „Schalke war mega für uns, den Deckel dann selbst draufzumachen, ist schön. Das haben wird uns absolut verdient.“ Er ist für die EM nominiert, auf die Nachfrage dazu wirkte er emotionalisiert: „Top“, sagte er und rang dabei sichtbar nach Worten.

In Leipzig nicht dabei war Josip Brekalo. Der Dreierpacker vom Sieg gegen Union Berlin hatte sich im Abschlusstraining am Samstag bei einem Pressschlag verletzt.