18. März 2018 / 21:39 Uhr

VfL Wolfsburg: Eine andere Art von Niederlage

VfL Wolfsburg: Eine andere Art von Niederlage

Andreas Pahlmann, Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der VfL Wolfsburg verlor zum dritten Mal in Folge
Foto; Boris Baschin, Wolfsburg,Fußball-Bundesliga, VfL Wolfsburg - Schalke 04 , 17.03.2018, © Baschin
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Diesmal war es keine peinliche Leistung, es waren ein verschossener Elfer und ein Eigentor: Der VfL Wolfsburg verliert 0:1 gegen Schalke 04.

WolsfburgAm Ende war es wie immer in den letzten Wochen. Die VfLer gingen mit hängenden Köpfen vom Platz, der Gegner jubelte. Und doch war das 0:1 (0:0) des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten gegen den FC Schalke 04 eine ganz andere Art von Niederlage. Denn der VfL hatte diesmal nicht nach eine Katastrophen-Leistung hochverdient verloren – sondern hat sich trotz erheblicher Leistungssteigerung in die bitterste Niederlage der Saison fügen müssen. Elfmeter verschossen, Eigentor (durch Robin Knoche) erzielt, Punkte weg: Die Handfläche möchte auf der Stirn einen Trommelwirbel vollführen.

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Dass die VfL-Fans ihrer Mannschaft applaudierten, sagt viel über das Spiel; ebenso die Worte, die Schalke-Trainer Domenico Tedesco nach Abpfiff fand: „Wir sind glücklich über den Sieg, es tut mir wirklich leid für den Gegner, der es nicht verdient gehabt hätte, so zu verlieren.“
Mehr Zweikämpfe gewonnen als der Gegner, mehr Torschüsse abgegeben (17:10), mehr gelaufen und  mehr Ballkontakte gehabt. Da darf man auch mal seufzen. „Es ist schon bitter, wenn du gegen solch eine Mannschaft in allen Belangen das Plus hast und du dich dann nicht belohnst“, so VfL-Trainer Bruno Labbadia. „Wir haben viele Dinge umgesetzt, die wir uns vorgenommen und in der Woche vor dem Spiel hart erarbeitet haben.“

Das sind die Noten für die "Wölfe" gegen Schalke 04 (27. Spieltag)

<b>Koen Casteels</b>: Kurz vor der Pause starke Parade gegen Nastasic, in der zweiten Halbzeit große Rettungstat gegen Embolo, ansonsten souverän aber nicht übermäßig beschäftigt. Beim Eigentor machtlos. - Note 2 Zur Galerie
Koen Casteels: Kurz vor der Pause starke Parade gegen Nastasic, in der zweiten Halbzeit große Rettungstat gegen Embolo, ansonsten souverän aber nicht übermäßig beschäftigt. Beim Eigentor machtlos. - Note 2 ©

Mainz und der HSV haben ebenfalls verloren, Köln (am letzten Spieltag VfL-Gegner) ist durch den Sieg gegen Leverkusen etwas näher rangerückt. Tabellarisch hat sich für den VfL wenig verändert,   vom Ergebnis her war das 0:1 der nächste Rückschlag, in Sachen Spiel und Einsatz war es ein guter Auftritt. Mit diesen Erkenntnissen geht der VfL nun in der Länderspielpause, nach der zwei Auswärtsspiele hintereinander (in Berlin und Freiburg) anstehen. Was  nimmt er mit? „Wir haben ein  sehr gutes Spiel gezeigt, das wissen die Jungs auch“, so Sportdirektor Olaf Rebbe. „Wenn wir so in Berlin auftreten, können wir dort etwas holen.“

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"Was für ein Scheiß-Gurkentor!" So klang das Spiel im neuen "Wölferadio Arena live":_

Und wenn das Team so auftritt, sind auch die Fans wieder da. Die Aufmunterung am Samstag nach dem Abpfiff „tat richtig gut“, wie Mittelfeldspieler Maximilian Arnold meinte. Es sei darum allerdings „noch bitterer, dass wir die Fans nicht beschenkt haben, das muss man ganz ehrlich sagen.“ Und auch Trainer Labbadia fand: „Das ist super positiv angekommen bei mir, dass die Fans hinter uns gestanden haben. Der Funke muss von uns überspringen. Wir haben jetzt eine Situation, in der man eng zusammenstehen muss. Solch eine Unterstützung hilft uns, weil es jetzt einfach um alles geht.“

VfL Wolfsburg, Freiburg und Mainz 05: Restprogramm im Vergleich

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Restprogramm ©
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Allerdings: Die Formulierung „Darauf können wir aufbauen“, von Trainer und Spieler im Samstag gleichermaßen oft gewählt, ist tückisch. Denn gute Ansätze hat der VfL in dieser Saison immer mal wieder gezeigt – bestätigt hat er sie im dann folgenden Spiel nie. Labbadia muss nun zeigen, dass er in dieser Hinsicht mehr vollbringen kann als seine Vorgänger. Das Ergebnis vom Samstag war „eine harte Lehre und auch ein harter Schlag“, so der Trainer. Jetzt, das weiß er, „dürfen wir keinen Millimeter weniger machen“.