08. September 2021 / 23:25 Uhr

Wolfsburgs Elfer-Heldin beim Überraschungs-Comeback: Schult ist "sehr froh"

Wolfsburgs Elfer-Heldin beim Überraschungs-Comeback: Schult ist "sehr froh"

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Harter Kampf gegen Bordeaux: Am Ende hielt Almuth Schult (r.) zweimal im Elfmeterschießen.
Harter Kampf gegen Bordeaux: Am Ende hielt Almuth Schult (r.) zweimal im Elfmeterschießen. © imago images/Eibner
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Zwei gehaltene Elfmeter: Almuth Schult wurde bei ihrem Überraschungs-Comeback zur Heldin von Bordeaux. Mit ihrer Hilfe erreichten die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg die Gruppenphase der Champions League.

Entscheidung im Elfmeterschießen: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben mit einem 5:3 n.E. bei Girondins Bordeaux die neue Gruppenphase der Champions League erreicht - nach einem wahren Drama-Spiel. VfL-Trainer Tommy Stroot hatte überraschend Almuth Schult uns Tor gestellt, die 30-Jährige zahlte das Vertrauen mit einer starken Leistung im Spiel und zwei parierten Elfmetern direkt zurück. "Man kann sich nie sicher sein, dass man hält, aber ich habe es gehofft", so die Zwillings-Mama. Der VfL war "insgesamt die bessere Mannschaft, Bordeaux kam durch zwei Traumtore und einem Fehler durch uns ran. Das war ziemlich bitter." Die Nationaltorhüterin genoss vor allem auch die Atmosphäre. "Das hat hier richtig viel Spaß gemacht. Jeder auf dem Platz war elektrisiert und motiviert. Es ging um den Einzug in die Gruppenphase, die Atmosphäre von den Fans sprang auf den Platz über."

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Für Schult war es nach auskurierter Waden-Verletzung der erste Einsatz der Saison. Wann sie von ihrem Einsatz erfahren hat? "Der Trainer hat mir diesen Plan schon vor ein paar Tagen erzählt und dass es durchaus so sein könnte", gibt Schult zu. Der Vizemeister wollte aber erstmal die Trainingseinheiten abwarten, "denn es muss ja auch gerechtfertigt sein. Von der Fitness her war es jetzt ein bisschen auf Kante genäht." Aber, so Schult, "es hat funktioniert und ich bin sehr froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Es war sehr ärgerlich, dass ich mich in der Vorbereitung verletzt habe, jedes Spiel hilft mir jetzt." Nun zählt: "Wir haben unser Ziel erreicht, wir stehen in der Gruppenphase!"

Doppeltorschützin Ewa Pajor zeigte sich nach Abpfiff erleichtert. "Wir haben es geschafft und es ist unglaublich. Wir haben sehr gekämpft", so die Polin. Die Top-Stürmerin hatte kurz vor Ende der regulären Spielzeit den Siegtreffer auf dem Fuß, scheiterte jedoch am Aluminium. "Das ist Fußball", weiß auch die 24-Jährige. Spiele wie in Bordeaux lassen die Mannschaft aber noch enger zusammenrücken, "und das wird uns auch im weiteren Verlauf der Saison sehr weiterhelfen!"

Svenja Huth verlor zwischenzeitlich den Glauben an den Fußballgott. "Ich dachte kurz, er hat sich gegen uns verschworen. Bordeaux macht zwei Traumtore, wir aber nicht..." Das Glück war dann aber doch auf der Seite des VfL - und das soll gefeiert werden, auch wenn sich die Kapitänin erstmal leer fühlte. "Wir haben alles gegeben und reingeschmissen. Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle." Entscheidend war die Siegermentalität, und die lobte Huth schon in den vergangenen Wochen. "So sind wir ins Elfmeterschießen gegangen, jetzt sind wir einfach überglücklich! Es war ein harter fight."

Trainer Stroot konnte das erste kleine Finale in seiner Amtszeit als VfL-Coach für sich entscheiden. "Wir haben das Spiel über weite Phasen unter Kontrolle gehabt, aber auch große Chancen liegen lassen, das muss man schon so sagen", so der 32-Jährige ehrlich. "Wir haben ganz viel erlebt, große mentale Schritte gemacht. Ich bin glücklich, aber so einen Spielverlauf brauche ich jetzt nicht jedes Wochenende", findet der gebürtige Nordhorner. Die Mannschaft habe immer an sich geglaubt, es gab keine hängenden Köpfe. Und das, so Stroot, "ist schon stark. Ich bin wirklich sehr stolz auf die Mannschaft." Schult vermittelte dem Trainerteam nach dem Abschlusstraining ein gutes Gefühl, "und wenn man das Spiel jetzt gesehen hat, zeigt es, dass wir nicht falsch lagen mit unserer Entscheidung. Sie hat eine enorme Leistung gebracht."