18. Februar 2018 / 15:48 Uhr

VfL Wolfsburg: Erst gut, aber dann wird's bitter für Itter

VfL Wolfsburg: Erst gut, aber dann wird's bitter für Itter

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gian-Luca Itter
Bitter: Gian-Luca Itter (l.) vom VfL Wolfsburg hatte Bayern-Superstar Arjen Robben lange gut im Griff, patzte dann aber doch.
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Die Frage musste trotz des dicken Patzers gestellt werden: Warum hat Martin Schmidt das große VfL-Talent Gian-Luca Itter so lange nicht spielen lassen? Seine Antwort: Man habe ihn in den vergangenen Monaten erst im physischen Bereich aufbauen müssen. „Jetzt hat man gesehen, 90 Minuten sind kein Problem mehr für Luca“, freute sich Wolfsburgs Trainer für den 19-Jährigen, der Bayern-Topstar Arjen Robben lange an die Kette gelegt hatte, dann aber doch patzte.

Dennoch: Robben war nach dem Spiel der Erste, der den Wolfsburger tröstete. Kurz zuvor hatte Itter ihn plump gefoult, indem er für einen kurzen Moment Robben mit der Hand gepackt hatte. Der Niederländer nahm das dankend an, es gab Elfmeter. „Das ist die knallharte Fußballwelt. So lernt man, so wird man ein großer Junge, aus diesen Fehlern muss er lernen. Er muss mit der Hand da wegbleiben", sagte der erfahrene Flügelspieler der Bayern.

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Apropos wegbleiben – nach seiner Übernahme beim VfL hatte Schmidt zunächst auf den VfL-Youngster gebaut, dann aber Defizite gesehen, auf den nun verletzten Marcel Tisserand gesetzt. Und Itter? Der musste Spielpraxis in der U 23 oder in der U 19 sammeln, zuletzt war er am 3. Dezember beim 3:0 gegen Gladbach erste Wahl. Jetzt folgte das Comeback, eines mit einem ganz bitteren Ende, aber auch eines, bei dem Itter lange zu den besten Wolfsburgern zählte. Denn wie schon im Hinspiel hatte er Robben im Griff. Schmidt: „Das Problem ist: Wenn Robben Tempo aufnehmen kann, wenn er Tempo hat, ist es sehr schwer für jeden Verteidiger in der Liga. Luca wird viel Erfahrung mitnehmen, er ist jetzt traurig, aber ich glaube, auf Dauer macht ihn solch ein Spiel stärker.“

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Das glaubt auch Maximilian Arnold, einer der Itter auch neben dem Platz unterstützt.  “Luca hat trotzdem ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Klar muss er in der Szene den Arm einfach weglassen – aber ich möchte einen 19-Jährigen sehen, der Robben über 90 Minuten so in Schach hält. Wir verlieren zusammen, wir machen Fehler zusammen, wir gewinnen zusammen.“

Die Aufstellung des VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern München:

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Koen Casteels ©

Das sind die Bilder zur Partie FC Bayern München gegen VfL Wolfsburg.

Torschütze Daniel Didavi (links) jubelt mit Renato Steffen. Zur Galerie
Torschütze Daniel Didavi (links) jubelt mit Renato Steffen. ©

Auch von VfL-Torschütze Daniel Didavi gab’s Trost: „Der Junge darf sich keinen Vorwurf machen. Dass Robben in der 90. Minute mal vorbeikommt, kann passieren, da hat Luca die Hände ein bisschen dran. Ich weiß nicht, ob man da gleich fallen muss, das ist vielleicht Robbens Routine. Aber: An Luca lag es am wenigsten.“ Das sah auch Olaf Rebbe nicht anders, der VfL-Sportdirektor war nach Robben einer der ersten Wolfsburger, die Itter in den Arm nahmen. „Ich habe ihm gesagt: Kopf hoch, weiter geht es. Jeder braucht Rückendeckung nach einem Fehler, und die genießt er in jedem Fall. Daraus wird er lernen“, ist sich der Sportdirektor sicher.

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