16. April 2018 / 22:17 Uhr

VfL Wolfsburg: Frank Witter ist neuer Aufsichtsratschef!

VfL Wolfsburg: Frank Witter ist neuer Aufsichtsratschef!

Andreas Pahlmann / Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Frank Witter ist neuer Aufsichtsrats-Chef des VfL Wolfsburg
Frank Witter ist neuer Aufsichtsrats-Chef des VfL Wolfsburg © Baschin/dpa
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Am späten Montagabend war es dann soweit: VW-Finanzvorstand Frank Witter wurde – wie erwartet – bei einer Aufsichtsrats-Sitzung im VfL-Center zum neuen AR-Vorsitzenden des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten gewählt.

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Rund zweieinhalb Stunden tagte der neue AR im VfL-Center neben dem Trainingsplatz, dann teilte der Klub das Ergebnis mit. „Ich begleite und verfolge die Entwicklung des VfL Wolfsburg schon  seit langem und freue mich, dass ich nun auch aktiv Verantwortung für  den Verein übernehmen kann. Wir stehen vor großen Herausforderungen, die  der Aufsichtsrat nun gemeinsam mit der Geschäftsführung und der  Sportlichen Leitung angehen wird", so Witter.

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Wolfgang Hotze, Sprecher der Geschäftsführung, betonte: „Wir freuen uns, dass Frank Witter direkt signalisiert hatte, diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen zu wollen und sind fest überzeugt, dass wir den VfL gemeinsam wieder auf Kurs bringen werden. Im  Namen des VfL Wolfsburg, aber auch persönlich, möchten mein Geschäftsführer-Kollege Tim Schumacher und ich Herrn Dr. Garcia Sanz für  sein langjähriges großes Engagement ausdrücklich danken. Er hat sich in  hohem Maße um den VfL Wolfsburg verdient gemacht." Geschäftsführer Tim Schumacher fügte hinzu: "Wir sind sehr froh, dass wir gemeinschaftlich einen reibungslosen Übergang gewährleisten konnten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Frank Witter, wir werden gemeinsam viele Themen angehen. Gleichwohl liegt die Fokussierung aktuell natürlich weiterhin auf dem Erreichen des Klassenerhalts."

Mit Witters Wahl endet die Amtszeit des bisherigen VW-Vorstands und VfL-AR-Chefs Francisco Garcia Sanz auch offiziell. Lange war die von Erfolg gekrönt. Kurz nach dem Gewinn der Meisterschaft 2009 hatte Garcia Sanz den VfL-Vorsitz von Hans Dieter Pötsch übernommen. Unter dem gebürtigen Spanier spielten die Wolfsburger in der Champions League, 2015 gelang der erste Pokalsieg in der Geschichte des Klubs, danach jedoch begann der Abstieg mit dem negativen Höhepunkt in der vergangenen Saison: Relegation, zweimal zittern – und das gegen Nachbar Eintracht Braunschweig. Dann Umbruch, Neustart, aber die Probleme blieben, der VfL kämpft auch in diesem Jahr gegen den Abstieg.

Frank Witter spielte in der 2. Liga für den OSV Hannover
Frank Witter spielte in der 2. Liga für den OSV Hannover © Imago

Jetzt muss Witter den Klub wieder auf Vordermann bringen. Der 58-Jährige wird VW-intern gern als verbindlich und geradeaus charakterisiert. Einer, mit dem man reden könne – keiner, der als Besserwisser daherkommt. Zudem hat  er reichlich Fußball-Erfahrung, absolvierte für den OSV Hannover zwischen 1979 und 1981 76 Zweitliga-Partien, erzielte dabei einen Treffer. Der ehrgeizige OSV geriet jedoch nach Einführung der eingleisigen 2. Liga in finanzielle Schwierigkeiten und spielte somit fortan keine Rolle mehr im ambitionierten Amateur-Fußball. Bei Nachbar Eintracht Braunschweig war Witter von 2008 bis 2015 im Aufsichtsrat.

Neben Garcia Sanz scheidet wie erwartet auch Hans-Gerd Bode aus dem Aufsichtsrat aus. Der VW-Kommunikationschef gilt als Vertrauter von Ex-VW-Boss Matthias Müller.

Bei Eintracht Braunschweig saß Frank Witter (M) im Aufsichtsrat
Bei Eintracht Braunschweig saß Frank Witter (M) im Aufsichtsrat © Imago

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Beim VfL hat er nun den Vorsitz übernommen und muss nun schnell Entscheidungen treffen, denn es braucht mal wieder einen  Neuanfang. Mindestens zwei neue Geschäftsführer sollen kommen – einer für den Bereich Sport. 96-Manager Horst Heldt gilt weiterhin als aussichtsreicher Kandidat für diese Stelle, aber Hannover-Boss Martin Kind lässt Heldt – Stand jetzt – nicht ziehen. In der Beraterbranche hieß es am Montag: Jörg Schmadtke wird’s! Der 54-Jährige galt lange als Favorit. Allerdings: Kontaktiert wurde er nicht. „Es gab und gibt keinen Kontakt“, so Schmadtke. Bereits im März hieß es: Er wolle Ex-96-Profi Jan Schlaudraff (ist Spielerberater) als Mitarbeiter mitbringen (WAZ berichtete). Schmadtke dazu: „Fakt ist, dass ich Teile von Jans sportlichem Werdegang begleitet habe. Es kann auch sein, dass wir mal zusammen was machen bei einem Verein, denn wir verstehen uns gut. Aber dafür müsste es ja mit irgendeinem Klub irgendwelche Planspiele geben, aber die gibt es nicht.“