14. Februar 2021 / 18:25 Uhr

VfL-Frauen: "Dieser Sieg war eine Frage der Mentalität"

VfL-Frauen: "Dieser Sieg war eine Frage der Mentalität"

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Stolz auf sein Team: VfL-Trainer Stephan Lerch freut sich über den engen Sieg gegen Hoffenheim.
Stolz auf sein Team: VfL-Trainer Stephan Lerch freut sich über den engen Sieg gegen Hoffenheim. © Roland Hermstein
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Das war ein hartes Stück Arbeit - aber die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg sind unbeschadet aus dem intensiven Spiel gegen 1899 Hoffenheim hervorgegangen und haben Platz zwei in der Liga gefestigt. Trainer Lerch war stolz, für ihn war der 1:0-Sieg "eine Frage der Mentalität".

Ein Tor hat gereicht: Svenja Huth sorgte mit ihrem Treffer zum 1:0-Sieg gegen 1899 Hoffenheim dafür, dass der VfL Wolfsburg in der Frauenfußball-Bundesliga dem Tabellenführer FC Bayern auf den Fersen bleibt. Es war ein Arbeitssieg gegen mutige und starke Sinsheimerinnen, findet auch Torschützin Huth: "Wir wussten, dass das ein sehr intensives Spiel wird, das uns viel abverlangen wird. Das hat man von der ersten bis zur letzten Minute gemerkt." Aber: "Wir haben das sofort angenommen und gerade in der zweiten Halbzeit bessere und größere Chancen herausgespielt. Aber wir müssen früher den Sack zumachen, dann wird des hinten raus auch nicht mehr so gefährlich. Letztlich war es aber ein verdienter Sieg und wir können nun beruhigt in die Länderspielpause gehen."

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Gegen Potsdam war es schon eine Mentalitäts-Leistung, auch in diesem Spiel hat sich die Moral der Mannschaft wieder gezeigt. "Das macht uns aus und stark. Wir haben nicht nur die fußballerische Qualität, sondern können auch über die Kämpfermentalität kommen und uns da so richtig reinhauen", so Huth, die ihre eigene Leistung gar nicht so in den Vordergrund stellen will, denn: "Wir haben alle viele Zweikämpfe gewonnen und gekämpft. Ich freue mich, dass ich der Mannschaft mit meinem Tor helfen konnte und bin jetzt einfach glücklich."

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Mittelfeldspielerin Lena Oberdorf spürte die kampfbetonte Partie nach Abpfiff direkt in den Knochen. "Ich werde viel gefoult, auch dieses Mal wieder. Aber Alexandra Popp ist da so eine ähnliche Spielerin", weiß die 19-Jährige. Auf der Doppel-Sechs "ergänzen wir beide uns sehr gut. Wir sind zwei Wühler und schmeißen uns in jeden Zweikampf. Aber ich muss ein Lob an die gesamte Mannschaft aussprechen, denn man hat gemerkt, dass jede Einzelne diesen Sieg wollte und dementsprechend haben wir die drei Punkte auch verdient reingeholt." Auch in Hinsicht auf ein mögliches Titelrennen war der Sieg wichtig. Jedes Spiel, so Oberdorf, "ist ein Endspiel. Wir müssen unsere Leistung in jedem Spiel abrufen, denn es ist nicht mehr so, dass es einfache Gegner gibt. Wir müssen immer an unsere Leistungsgrenze gehen und unsere Souveränität beibehalten."

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Weil Lena Goeßling (wird den VfL am Saisonende verlassen) einen Elfmeter verschoss, blieb es bis zum Spielende spannend - und intensiv. Trainer Stephan Lerch: "In solchen Spielen kann die Mentalität entscheiden. In vergangenen Spielen gegen Hoffenheim war es auch schon häufig so. Heute war es im ersten Durchgang teilweise sehr ausgeglichen, die zweite Halbzeit haben wir dominanter gestaltet", weiß Lerch. Das Siegtor durch Huth "war vielleicht auch eine Frage der Mentalität, diesen Ball dann noch über die Linie zu drücken. Gerade aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir uns diesen Treffer verdient. Hut ab, dass die Mannschaft das so mitgenommen und umgesetzt hat." Sich nicht nur auf die fußballerischen Qualitäten zu verlassen, sondern Fußball zu arbeiten, mit Leidenschaft zu agieren und bis zum Schluss maximale Intensivität aufrecht zu erhalten, "war unterm Strich ein wichtiger Faktor für den Erfolg".

"Hoffenheim zählt zu den absoluten Top-Teams der Liga und das haben sie auch gezeigt", lobt Lerch, denn: "Sie standen recht gut und kompakt, wir haben da nicht immer die Lösungen gefunden. Sie lauerten dann auf Konter und haben auch die Qualität dafür. Aber wir haben einige Fehlpässe in der ersten Halbzeit gespielt, die uns so nicht passieren sollten. Das spielt Hoffenheim in die Karten und machte es für uns im ersten Durchgang zu einer zähen Angelegenheit." Nichtsdestotrotz "haben wir in der zweiten Halbzeit dann ein anderes Bild gezeigt. Wir haben dann wenig aus dem Spiel heraus zugelassen und Hoffenheim ist nicht viel eingefallen. Wir haben generell viel mehr Gefahr ausgestrahlt und die Frage nach einem verdienten Sieg stellte sich nicht mehr."