10. September 2020 / 18:43 Uhr

VfL-Frauen in Hoffenheim: Für 1899 stürmt eine Wolfsburg-Kandidatin...

VfL-Frauen in Hoffenheim: Für 1899 stürmt eine Wolfsburg-Kandidatin...

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der VfL spielt am Sonntag in Hoffenheim, 1899-Stürmerin Nicole Billa soll auf Wolfsburgs Kandidatinnen-Liste stehen.
Der VfL spielt am Sonntag in Hoffenheim, 1899-Stürmerin Nicole Billa soll auf Wolfsburgs Kandidatinnen-Liste stehen. © dpa / Boris Baschin
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Zweiter Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga: Der VfL Wolfsburg tritt am Sonntag bei 1899 Hoffenheim an. Top-Torjägerin in Hoffenheim ist Nicole Billa - und die ist womöglich auch für den VfL interessant.

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Sonntag spielt sie gegen den VfL Wolfsburg - und irgendwann mal für den VfL Wolfsburg? Nicole Billa von 1899 Hoffenheim soll auf der Wunschliste des VfL stehen. Die österreichische Nationalspielerin ist seit 2015 in Sinsheim und eine absolute Leistungsträgerin - in wettbewerbsübergreifend 110 Spielen erzielte Billa stolze 46 Tore für die TSG. Unmittelbar vor dem direkten Duell (Sonntag, 14 Uhr, live auf DFB.tv) der beiden Teams halten alle Parteien erst einmal den Ball flach. VfL-Trainer Stephan Lerch: "Da wir am Wochenende gegen Hoffenheim spielen, lasse ich das mal unkommentiert stehen..."

Der VfL hat aktuell noch Bedarf in der Offensive, würde nach dem Abgang von Pernille Harder und dem Ausfall von Ewa Pajor gern noch eine Offensiv-Alternative verpflichten. Lerch: "Wir sind nach wie vor auf der Suche und schauen nach Lösungen. Von daher gibt es in viele Richtungen Gedankengänge. Das Transferfenster ist noch bis Oktober offen, wir gucken, was man eventuell in der kürze der Zeit realisieren könnte." Nach SPORTBUZZER-Informationen ist Billa allerdings nicht unbedingt ein Thema für einen Sofort-Transfer, sondern eher eines für den kommenden Sommer, wenn der Vertrag der 24-Jährigen in Hoffenheim ausläuft. In der vergangenen Saison war die gebürtige Kufsteinerin mit 18 Toren hinter Harder die zweitbeste Torschützin der Bundesliga.

VfL-Frauen gegen Essen - Die Bilder des Spiels

Am ersten Spieltag der Frauen-Bundesliga in der Saison 2020/21 traf der VfL Wolfsburg auf SGS Essen Zur Galerie
Am ersten Spieltag der Frauen-Bundesliga in der Saison 2020/21 traf der VfL Wolfsburg auf SGS Essen ©

Aber: Die akute Personalnot ist weiter die Hauptsorge beim VfL. Beim 3:0-Auftaktsieg gegen Essen konnte der Meister noch nicht einmal alle Kaderplätze füllen, ein Platz blieb frei. "Und da war schon eine Nachwuchsspielerin dabei, die erst seit ein paar Wochen bei uns im Training ist. Das sagt doch alles aus. Und dann haben wir Verletzte, wo wir wissen, es dauert noch etwas länger", bedauert Lerch. "Und wir wissen, was auf uns zukommt. Dann gibt es noch die Abstellungen für die Nationalmannschaft, wo auch immer etwas passieren kann und man die Belastung der Spielerinnen nicht genau einschätzen kann. Von daher müssen wir Augen und Ohren offen halten und prüfen das eine oder andere." Und da ist es völlig normal, dass "verschiedene Namen immer mal wieder hochkommen und aufploppen. Aber man muss sehen, was Sinn ergibt."

Mit Pajor (Knie-OP) und Sara Doorsoun (Innenbandverletzung im linken Knie) fallen zwei Spielerinnen langfristig aus. Auch bei Fridolina Rolfö, die sich im Finale der Champions League gegen Lyon eine Gehirnerschütterung zuzog und gegen Essen fehlte, gibt es noch keine Besserung. Neuzugang Pauline Bremer gilt vor dem ersten Auswärtsspiel der Saison bei der TSG Hoffenheim am kommenden Sonntag als angeschlagen, wird aber höchst wahrscheinlich einsatzfähig sein.

"Fridolina hat weiterhin Symptome und Nachwirkungen und konnte noch kein Programm absolvieren", bestätigte Lerch. Mit einer Gehirnerschütterung dürfe man nicht voreilig sein. Dass die Schwedin zur Nationalmannschaft abgestellt wird, ist unwahrscheinlich, denn "sie kann, stand heute noch nicht einmal reisen", berichtet Lerch. "Mit Kopfverletzungen und Gehirnerschütterungen muss man wirklich sehr sensibel umgehen, damit man auch keine Folgeschäden erleidet. Es muss erst alles wieder auf einem normalen Level sein, ohne Kopfschmerzen, Übelkeit und Unwohlsein. So lange das nicht der Fall ist, gehen wir kein Risiko ein."

Pajor unterzog sich derweil am Donnerstag der bereits angekündigten Knie-OP. "Eine vermutete Ausfallzeit können wir dann zeitnah festlegen. Aber es lässt sich erahnen, dass sie uns etwas länger fehlen wird", weiß Lerch, der über Bremer sagt: "Sie konnte einige Tage nicht mit der Mannschaft trainieren und hatte eine kleine Verletzung am Sprunggelenk. Aber wir gehen aktuell davon aus, dass sie spielen kann am Sonntag." Bereits gegen Essen rotierte Lerch nach dem Abgang von Harder und den Ausfällen von Pajor, Doorsoun und Rolfö seine Elf notgedrungen auf mehreren Positionen und musste regelrecht eine komplett neue Offensivreihe basteln. "Natürlich gibt es einige Spielerinnen, die weiterhin eine Pause gebrauchen könnten. Aber wir haben aufgrund der Kadersituation nicht so viele Optionen, viel auszutauschen und Pausen zu geben." Aber: "Wir hatten jetzt nach dem Auftakt alle zwei Tage frei, das tat gut. So konnte man sich auch vom Kopf her etwas erholen."