13. September 2020 / 15:54 Uhr

VfL-Frauen in Sturmnot? Beim 4:1-Sieg heißt die Antwort Jakabfi!

VfL-Frauen in Sturmnot? Beim 4:1-Sieg heißt die Antwort Jakabfi!

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Drei Tore und eine Vorlage beim VfL-Sieg in Hoffenhein: Zsanett Jakabfi.
Drei Tore und eine Vorlage beim VfL-Sieg in Hoffenhein: Zsanett Jakabfi.
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Personal im Sturm bei den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg? Nicht am zweiten Spieltag der Bundesliga. Beim 4:1-Sieg des Meisters in Hoffenheim glänzte Zsanett Jakabfi mit drei Toren und einer Vorlage.

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Gut, wenn man solche Spielerinnen in der Hinterhand hat! Zsanett Jakabfi war die überragende Akteurin des VfL Wolfsburg beim 4:1-(3:1)-Sieg am Sonntag bei 1899 Hoffenheim. Am zweiten Bundesliga-Spieltag erzielte die Ungarin drei Tore selbst, legte zudem einen Treffer für Alexandra Popp auf. Jakabfi (ist seit 2009 im Verein), sonst oft nicht erste Wahl beim VfL, ließ die Ausfälle von Ewa Pajor (Knie-OP) und Fridolina Rolfö (Gehirnerschütterung) zumindest in diesem Spiel vergessen. Für die Gastgeberinnen traf ausgerechnet VfL-Kandidatin Nicole Billa.

Im Vergleich zum 3:0-Ligaauftakt gegen die SGS Essen änderte Trainer Stephan Lerch seine Elf auf zwei Positionen: Alexandra Popp und Joelle Wedemeyer rückten für Pauline Bremer und Pia-Sophie Wolter in die Startelf. Der erste Durchgang bot Höhen und Tiefen: Die Wolfsburgerinnen erwischten ganz klar den besseren Start und drückten früh auf das Tor der Sinsheimerinnen. Besonders auffällig war dabei von Beginn an Jakabfi, die erst zwei gute Chancen liegen ließ, in der 12. Minute aber ein Zuspiel von Felicitas Rauch frei vor dem Tor nur noch reinschieben musste - 1:0! Und auch im weiteren Verlauf war es immer wieder die Ungarin, die für Gefahr sorgte. Nach rund 20 Minuten eroberte Svenja Huth stark den Ball im Zentrum, schickte Jakabfi, die aber vor der Ballannahme noch gestoppt wurde. Die daraus resultierende Ecke brachte die 30-Jährige anschließend per Kopf im Tor unter, stand dabei jedoch klar im Abseits.

Der VfL nahm sich etwas zurück und ließ weitere Möglichkeiten liegen, die TSG hingegen wurde zunehmend frecher: Besonders in Kontersituationen zeigte sich die Stärke des Tabellendritten der vergangenen Saison. Und so kam es, wie es kommen musste: Nach einer abgewehrten VfL-Ecke machte TSG-Kapitänin Fabienne Dongus das Spiel schnell und schickte Paulina Krumbiegel, die in Überzahl auf VfL-Kandidatin Nicole Billa steckte - die Stürmerin ließ sich nicht zweimal bitten und glich mit einem satten Schuss aus. Die Mannschaft von Neu-Coach Gabor Gallai witterte demnach ihre Chance und nutzte immer wieder Umschaltmomente, um den Wolfsburgerinnen in Laufduellen davon zu ziehen. Tabea Waßmuth setzte sich in der 38. Minute nach spitzem Zuspiel gegen Lena Goeßling durch und lief auf Katarzyna Kiedrzynek zu, doch die polnische Nationaltorhüterin reagierte schnell und rannte der 24-Jährigen entgegen, verkleinerte so den Winkel und konnte die Situation entschärfen. Nur wenige Minuten später brachte Krumbiegel einen Kopfball aufs VfL-Tor, die Polin war aber erneut zur Stelle.

Im Gegenzug parierte Dilfer einen Schuss von Lena Oberdorf, der Nachschuss von Rauch wurde auf der Linie gerettet. Kurz vor dem Halbzeitpfiff war es aber wieder Jakabfi, die nach einer Ecke aufmerksam war und einen Fehler von Dilfer nutzte - die Torfrau konnte den Ball nicht festhalten und bediente die Ungarin quasi selbst zum 1:2. Doch die Offensivspielerin, die ihr wettbewerbsübergreifend 180. Pflichtspiel im VfL-Trikot absolvierte, kann nicht nur knipsen: In der Nachspielzeit verwertete Kapitänin Popp eine Flanke von Jakabfi zum 3:1.

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Doch die Gastgeberinnen kamen mit viel Tempo aus der Pause, Kiedrzynek vereitelte in der 48. Minute eine weitere Chance von Krumbiegel. Auf der anderen Seite rettete das Aluminium die TSG vor weiteren Gegentreffern: Nach Ecke von Rauch köpfte erst Oberdorf die Kugel an die Latte, dann setzte Jakabfi den Nachschuss ebenfalls an die Latte. In der 53. Minute machte es die Ungarin, deren Vertrag nächsten Sommer ausläuft, dann jedoch besser und komplettierte mit dem 4:1 aus Wolfsburger Sicht ihren Dreierpack.

Lotta Cordes war es gegen Essen, Lisanne Gräwe gegen Hoffenheim: Erneut feierte ein Talent aus der eigenen U20 ihr Bundesliga-Debüt für den VfL. Die gerade einmal 17-Jährige ist seit 2019 in Wolfsburg und war im selbigen Jahr bei der Europameisterschaft für die Deutsche U17-Nationalmannschaft eine absolute Leistungsträgerin. Für die Zweitvertretung der Wolfsburgerinnen absolvierte das Talent bisher 11 Partien. Cordes und Gräwe zählen beide fest zum Profi-Kader des Meisters und sollen behutsam an das hohe Niveau herangeführt werden.

TSG: Dilfer - Rall, Wienroither, Naschenweng (76. Görlitz) - Waßmuth (64. Brand), Harsch, Dongus, Krumbiegel (83. Fühner) - Lattwein - Beuschlein (63. Hagel), Billa (75. Steinert).

VfL: Kiedrzynek - Wedemeyer (74. Gräwe), Janssen, Goeßling, Rauch (62. Wolter) - Engen (62. Dickenmann), Oberdorf (86. Cordes) - Jakabfi, Huth (77. Blässe), Rauch - Popp.
Tore: 0:1 (12.) Jakabfi, 1:1 (28.) Billa, 1:2 (44.) Jakabfi, 1:3 (45.+2) Popp, 1:4 (53.) Jakabfi

Zuschauer: 230.

Schiedsrichterin: Wacker (Marbach am Neckar).