16. Oktober 2020 / 18:40 Uhr

Wolfsburgs Frauen: Neue Drucksituation für einen neuen Kader

Wolfsburgs Frauen: Neue Drucksituation für einen neuen Kader

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Neues Mannschaftsfoto, altes Ziel: Die VfL-Frauen und der Sportliche Leiter Ralf Kellermann.
Neues Mannschaftsfoto, altes Ziel: Die VfL-Frauen und der Sportliche Leiter Ralf Kellermann. © Roland Hermstein
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Sechs Neuzugänge, die letzten kamen spät - darum stellten sich die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg noch einmal für ein Mannschaftsfoto auf. Die Ziele bleiben die alten - aber Ralf Kellermann sieht eine "neue Drucksituation“

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Verletzungssorgen und späte Neuzugänge: Weil sich der Kader der VfL-Frauen kurz vorm Ende der Transferperiode noch einmal verändert hatte, wurde in dieser Woche wieder für den Fotografen gelächelt – der Double-Gewinner stellte sich zum zweiten Mal nach August (da war noch die zu Chelsea gewechselte Pernille Harder dabei) für ein frisches Mannschaftsbild auf – mit allen sechs Neuzugängen und den Nachwuchsspielerinnen Lotta Cordes und Lisanne Gräwe, die jetzt fest zum Kader der ersten Mannschaft gehören.

Auch Shanice van de Sanden und Karina Saevik sind dabei, mit diesen letzten Neuverpflichtungen reagierte der VfL auf die Verletzten-Misere, die vor allem die Offensive betraf. Beim Heimspiel am Sonntag gegen den MSV Duisburg (14 Uhr im AOK-Stadion) werden Alexandra Popp, Ewa Pajor, Pauline Bremer und Fridolina Rolfö fehlen. Am Ehrgeiz der Wolfsburger Titel-Sammlerinnen ändert das allerdings nichts. „Wenn man diese Verletzten-Misere sieht, ist das schon Wahnsinn. Aber mit diesem Kader sind wir dennoch komplett konkurrenzfähig“, ist Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, überzeugt.

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Konkurrenzfähig heißt: Bereit für den Zweikampf mit dem FC Bayern, auf den es auch in dieser Saison wieder hinausläuft. In den vergangenen Spielzeiten endete dieser Zweikampf stets für den VfL – mit teilweise deutlichem Vorsprung. Kellermann: „Wir sind in den vergangenen Jahren nicht Meister geworden, weil wir in den direkten Duell mit den Bayern mehr Punkte geholt haben – sondern weil wir gegen die anderen nichts liegen gelassen haben.“ Das allerdings ist in dieser Saison anders, vor einer Woche verlor der VfL durch ein 1:1 in Freiburg zwei eigentlich eingeplante Punkte.

„Jetzt haben wir etwas liegen gelassen und die Bayern sind souverän“, verweist Kellermann auf die makellose FCB-Bilanz mit sechs Siegen ohne Gegentor. „Für uns heißt das, dass wir in den nächsten beiden Spielen sechs Punkte holen und dann im Spitzenspiel bei den Bayern nicht verlieren sollten – denn nur dann haben wir alles weiter in der eigenen Hand. Das ist eine neue Drucksituation.“

Interessant: Beide Top-Teams müssen vor dem direkten Duell noch gegen Turbine Potsdam ran, die Bayern schon am Sonntag – und die Potsdamerinnen sind drauf und dran, sich als dritte Kraft hinter dem Top-Duo der Liga einzureihen. Die Bayern haben sich vor dieser Saison noch einmal ordentlich verstärkt und offensiver als in den Jahren zuvor über das Ziel Meisterschaft gesprochen. Kellermann: „Wir haben schon im August gesagt, dass Bayern und wir mindestens auf Augenhöhe sind – unabhängig von unserer Kader- und Verletzten-Situation.“

Und: Trotz aller Probleme ist der VfL mit Spielerinnen wie van de Sanden, Pia-Sophie Wolter, Zsanett Jakabfi, Lara Dickenmann, Svenja Huth und der immer stärker werdenden Saevik gut besetzt. Läuft alles gut, sind zum Spiel in Potsdam (das wegen der Länderspiel-Pause und dem DFB-Pokal erst in drei Wochen stattfindet) auch Popp (Kapselverletzung am Fuß) und Rolfö (Gehirnerschütterung) wieder dabei.

„Der November“, so Kellermann, „wird dann die Richtung vorgeben, nach dem Spiel gegen die Bayern treffen wir auf die Frankfurter Eintracht, der ich auch viel zutraue. Danach kann man dann die Liga noch besser einschätzen.“ Im Vorjahr gewann der VfL 20 seiner 22 Liga-Spiele, hatte am Ende acht Punkte Vorsprung. Eine solche Bilanz kann man kaum als Ziel ausgeben. Kellermann: "Natürlich gehen wir in jedes Spiel, um es zu gewinnen. Aber das wichtigere Ziel ist: Wir wollen Meister werden."