06. September 2020 / 16:29 Uhr

VfL-Frauen: Der Neuzugang aus Polen ist erst einmal die Nummer 1

VfL-Frauen: Der Neuzugang aus Polen ist erst einmal die Nummer 1

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Katarzyna Kiedrzynek ist erst einmal die Nummer 1 beim VfL.
Katarzyna Kiedrzynek ist erst einmal die Nummer 1 beim VfL. © Roland Hermstein
Anzeige

Drei Top-Torfrauen haben die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg in ihrem Kader. Beim Bundesliga-Start gegen Essen stand Katarzyna Kiedrzynek zwischen den Pfosten. Der Neuzugang aus Polen ist erst einmal die Nummer 1.

Anzeige

Vier Neuzugänge präsentierte Frauenfußball-Bundesligist VfL Wolfsburg vor der neuen Spielzeit, mit Pauline Bremer, Lena Oberdorf und Kathrin Hendrich debütierten gleich drei bereits beim Champions-League-Endturnier in Spanien Ende August. Katarzyna Kiedrzynek, die ablösefrei von Paris-Saint Germain gekommen war, musste sich noch gedulden. Am Freitag, beim 3:0-Sieg zum Bundesliga-Auftakt gegen die SGS Essen, bekam sie erstmals den Vorzug vor Friederike Abt, die nach der Corona-Pause die abgewanderte Hedvig Lindahl (Atletico Madrid) verdrängte und zur Nummer 1 wurde. Beim Liga-Auftakt zeigte sich die polnische Nationaltorhüterin direkt selbstbewusst, peitschte ihre Mannschaft lautstark von der Linie aus an und parierte unter anderem in der 70. Minute stark im Eins-gegen-eins gegen Nicole Anyomi. "Ich habe mich wirklich gefreut, endlich spielen zu dürfen. Und dass die Null hinten steht, ist für eine Torfrau immer das Wichtigste", so die 29-Jährige.

VfL-Frauen gegen Essen - Die Bilder des Spiels

Am ersten Spieltag der Frauen-Bundesliga in der Saison 2020/21 traf der VfL Wolfsburg auf SGS Essen Zur Galerie
Am ersten Spieltag der Frauen-Bundesliga in der Saison 2020/21 traf der VfL Wolfsburg auf SGS Essen ©

Nach sieben Spielzeiten in Paris hatte die Polin zuletzt schwierige Jahre bei den Französinnen. Nachdem sie jahrelang Leistungsträgerin und großer Fan-Liebling gewesen war, holte PSG 2017 die Chilenin Christiane Endler. Zunächst gab's ein Wechselspiel im Pariser Tor, dann bekam Endler (nach einer Top-WM 2019) den Vorzug, und Kiedrzynek saß vermehrt auf der Bank. Beim VfL möchte sie sich nun im Tor etablieren - und bekommt die Gelegenheit dazu. Trainer Stephan Lerch: "Kasia wird jetzt erst mal zwischen den Pfosten stehen."

Schon beim Champions-League-Turnier sei es eine knappe Entscheidung zwischen Abt und Kiedrzynek gewesen, so Lerch. "Ein Prozent" habe da den Unterschied ausgemacht. Im CL-Finale gegen Lyon sah Abt dann beim ersten und beim dritten Gegentor nicht gut aus, das Rennen um den Platz im VfL-Tor (in das im Laufe der Saison auch Almuth Schult wieder eingreifen will) war wieder offen.

Nun spielt die Polin. "Ich schaue immer, was für die Mannschaft und den Gesamterfolg gut ist - und so habe ich mich nun für Kasia entschieden", so Lerch. "Sie konnte sich in der einen oder anderen Situation direkt auszeichnen. Doch auch bei hohen Bällen hat sie eine gute Präsenz gezeigt und sich für Spielverlagerungen immer wieder angeboten. Die Kommunikation wird zudem immer besser, sie ist auf einem sehr guten Weg und hat einen souveränen Auftritt hingelegt!"

Auch Kiedrzynek selbst war zufrieden. "Natürlich gibt es immer noch etwas zu verbessern. Ich kann noch besser werden und die Mannschaft auch. Aber es war ein toller Start in die neue Saison und eine starke Leistung des Teams", sagte sie nach dem Essen-Spiel. "Wir fokussieren uns voll darauf, diese Saison wieder Titel zu gewinnen." Titel gewinnen, das war ihr in Paris nicht gelungen - der Top-Klub musste sich in den Wettbewerben stets hinter Olympique Lyon einreihen, unterlag zudem 2015 im Finale der Königsklasse gegen Frankfurt.

Bayern übernimmt Tabellenführung

Die restlichen Partien des ersten Spieltags hatten es in sich: Dauerrivale FC Bayern München setzte sich mit 6:0 eindeutig gegen den SC Sand durch, mit Marina Hegering, Sarah Zadrazil, Lea Schüller und Viviane Asseyi trafen direkt vier Neuzugänge. Nicht so gut lief es hingegen für die Hoffenheimerinnen, die sich mit 1:3 bei Turbine Potsdam geschlagen geben mussten. Bayer Leverkusen bezwang überraschend den SC Freiburg (2:1), während es beim Duell zwischen dem MSV Duisburg und Aufsteiger SV Meppen keinen Sieger gab (0:0). Eintracht Frankfurt feierte mit einem 5:1-Erfolg gegen Aufsteiger Werder Bremen eine gelungene Bundesliga-Premiere.