27. April 2018 / 20:13 Uhr

VfL Wolfsburg Frauen: Nilla Fischers neues Leben

VfL Wolfsburg Frauen: Nilla Fischers neues Leben

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nilla Fischer verlässt den VfL Wolfsburg zum Saisonende.
Nilla Fischer verlässt den VfL Wolfsburg zum Saisonende. © Sebastian Bisch
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Die Ausgangslage ist klasse – aber der letzte Schritt muss noch gemacht werden: Zum Halbfinal-Rückspiel der Champions League erwarten die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg am Sonntag (17.30 Uhr) die Chelsea Ladies. Vor dem Spiel sprach VfL-Kapitänin Nilla Fischer mit AZ/WAZ-Journalistin Jasmina Schweimler über die Ausgangslage, ein mögliches Triple – und das Leben als Mutter und Fußballerin.

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Am 25. Dezember gab es im vergangenen Jahr mit der Geburt Ihres Sohnes Neo ein ganz besonderes Geschenk…

Ja, ich bin ganz froh, dass es im Dezember und damit in der Winterpause  war. Meine Frau und ich haben nämlich den Zeitpunkt nicht so genau geplant. Wir haben es versucht und es hat geklappt. Wer weiß, wie es jetzt mit all den vielen Spielen  gewesen wäre…

Als frischgebackene Mutter auf drei Hochzeiten zu tanzen, ist sicher trotzdem nicht einfach, oder?

Allgemein haben sich die Prioritäten natürlich geändert. Früher kam ich nach Hause und hatte beispielsweise das Spiel im Kopf. Ich habe jetzt eine ganz andere Perspektive. Fußball war immer das Größte in meinem Leben. Jetzt, wo ich einen Sohn habe, kann ich Training und das Spiel gut beiseite packen, wenn ich nach Hause komme. Ich habe auch keine andere Wahl, jetzt gibt es etwas anderes, um das ich mich kümmern muss. Neo rules the world.

Und macht sich der Schlafmangel nicht bemerkbar?

Ich habe eines gelernt: Egal wie wenig Schlaf man bekommt – man kann trotzdem alles schaffen. Meine Frau und ich teilen uns das gut auf. Vor den Auswärtsspielen bekomme ich natürlich genug Schlaf und bei Heimspielen schlafe ich zu Hause in einem anderen Raum. Wenn ich frei habe, übernehme ich die Nacht. Fußball ist meine Arbeit und das bedeutet mir sehr viel. Ich würde dem Verein nie sagen: Ich habe jetzt ein Kind und kann nicht spielen.

Ist Wolfsburg durch Neo ein bisschen mehr Heimat geworden?

Zweite Heimat. Schweden wird immer zuhause sein.

Und für Ihre Frau?

Ich denke schon. Sie vermisst ihre Arbeit und wir vermissen unsere Familien. Aber nach fünf Jahren fühlt sie sich auch zu Hause, wir haben Freunde in der Mannschaft und außerhalb.

Würde Sie denn ein anderes Land, eine neue Herausforderung, noch mal reizen?

Man sollte zwar niemals nie sagen, aber ich kann wirklich nicht sehen, dass ich irgendwo anders im Ausland spiele. Ich habe kein Interesse – und wir haben hier in Wolfsburg einen guten Kader, einen guten Trainer, gute Voraussetzungen für die Zukunft.

Sie kamen 2013 zum VfL. Ist das diese Saison die stärkste Mannschaft, seitdem sie hier sind?

Das ist immer schwer zu vergleichen. Was man jetzt sagen kann, ist, dass wir ein gutes Momentum haben. So, wie wir jetzt die ganze Saison über gespielt haben, könnte für mich vielleicht die beste Saison sein.

Würde das Triple das persönliche Glück für Sie abrunden?

Wenn es um persönliches Glück geht, kann ich mich sowieso nicht beschweren. Und an ein Triple möchte ich auch noch gar nicht denken – denn wenn ich zu viel über so etwas nachdenke, verliere ich meinen Fokus. Aber wenn wir es mit drei Titeln schaffen, wäre es einfach unglaublich.

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Das Triple ist möglich, als Ziel ausrufen mag es niemand...

Wir wollen jedes Jahr jeden Titel gewinnen. Wir kämpfen jetzt in der Champions League im Halbfinale, stehen im DFB-Pokalfinale und sind auch in der Liga dran. Aber wir müssen von Spiel zu Spiel schauen. Drei Titel zu gewinnen, ist eine schwere Aufgabe. Aber natürlich ist es unser Traum.

Am Sonntag kann der Einzug in das Champions-League-Finale perfekt gemacht werden. Darf man sich nach dem 3:1-Hinspiel gegen Chelsea schon ausruhen?

Nein. Chelsea hat gesagt, dass sie im Hinspiel nicht das Niveau abgerufen haben, was sie sonst leisten können. Wir haben ein gutes Hinspiel abgeliefert, machen eine gute Phase durch und es ist ein Heimspiel – aber trotzdem kann alles passieren. Wir müssen aufpassen und dürfen möglichst kein Gegentor kassieren, müssen diesmal auch etwas ruhiger spielen.

Im Hinspiel lag der VfL bereits nach nicht einmal 120 Sekunden zurück…

Wenn man so ein frühes Tor kassiert, kann man beispielsweise sehr stressig spielen. Aber das haben wir gut gelöst. Wir werden Sonntag kompakt stehen, in die Zweikämpfe reingehen und Chelseas Offensive möglichst keine Räume geben.

Welcher Finalgegner würde mehr reizen: Olympique Lyon oder Manchester City?

Darüber jetzt schon zu reden, gehört sich eigentlich nicht. Aber vom Namen her wäre es natürlich Lyon. Sie haben schon oft den Titel gewonnen und wir haben schon mehrfach gegen sie gespielt. Auch für letztes Jahr könnte es eine Art Revanche werden. Aber letztlich ist es uns egal.

Bilder vom Halbfinal-Hinspielsieg der Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg bei Chelsea Ladies FC am 22. April 2018.

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Chelsea London - VfL Wolfsburg ©
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