08. Dezember 2019 / 14:29 Uhr

Deutlich wie nie! Glasner und Schmadtke zählen Wolfsburg-Profis an

Deutlich wie nie! Glasner und Schmadtke zählen Wolfsburg-Profis an

Alexander Flohr
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sauer: Oliver Glasner (l.) und Jörg Schmadtke
Sauer: Oliver Glasner (l.) und Jörg Schmadtke © dpa
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So sehr außer sich wie nach der Niederlage beim SC Freiburg waren Oliver Glasner und Jörg Schmadtke in ihrer gemeinsamen Zeit beim VfL Wolfsburg noch nie! Trainer und Manager zweifelten öffentlich die Einstellung der VfL-Profis zu ihrem Job an. Glasner: "Bin ich bereit, jeden Tag an meine Grenzen zu gehen? Oder sage ich: Nein, mir geht es gut, es passt so. Diese Frage gilt es von jedem Spieler zu beantworten." 

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Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat durch die 0:1-Niederlage beim SC Freiburg den Anschluss an die vorderen Plätzen aus den Augen verloren. Die 23.800 Zuschauer im Schwarzwald-Stadion sahen eine ganz schwache Partie mit wenigen Highlights, die erst in der 85. Minute durch einen sehenswerten Freistoß von Jonathan Schmid entschieden worden war.

Die Verantwortlichen der Wolfsburger ärgerten sich nach Abpfiff nicht nur über die spielerischen Defizite der VfL-Profis, sondern vor allem über die Einstellung. Trainer Oliver Glasner ließ seinem Ärger freien Lauf: „Ich bin mit dem Auftritt alles andere als zufrieden, weil wir ungefähr so ins Spiel gegangen sind: Ja, schauen wir mal, es wird schon, und es passiert schon nichts.“

Der Österreicher war erstmals nach einer Niederlage außer sich und zählte seine Verlierer an: „Vielleicht sind einige noch in der letzten Saison hängengeblieben. 80 Prozent vom Kader sind vor zwei Jahren fast abgestiegen. Man muss sich jedes Jahr aufs Neue beweisen. Der eine oder andere ist nicht bereit, etwas nachzusetzen.“

Die Stimmen zum Spiel VfL Wolfsburg - SC Freiburg:

Jeffrey Bruma: Es war schwierig. Wir waren nicht so griffig. Wir müssen da noch mal draufschauen. Wir müssen daran arbeiten, eine gute Balance zwischen Offensive und Defensive zu haben. Es ist noch eine lange Saison, aber klar ist, dass wir wieder Punkte holen müssen. Zur Galerie
Jeffrey Bruma: "Es war schwierig. Wir waren nicht so griffig. Wir müssen da noch mal draufschauen. Wir müssen daran arbeiten, eine gute Balance zwischen Offensive und Defensive zu haben. Es ist noch eine lange Saison, aber klar ist, dass wir wieder Punkte holen müssen. " ©

Schmadtke kritisiert VfL-Profis

Scharfe Kritik des Coaches gegen seine Spieler. Auch VfL-Manager Jörg Schmadtke nahm nach dem müden Auftritt der Wolfsburger kein Blatt vor dem Mund: „Wir können nicht ins Spiel gehen und glauben, dass wir nur mit fußballerischen Mitteln den Gegner besiegen. Schon gar nicht gegen ein Team, das so stabil ist wie Freiburg. Es ist mir von allem ein bisschen zu wenig.“

Was Glasner und Schmadtke vor allem störte, war die fehlende Entschlossenheit auf dem Platz. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison fehlte beim VfL der letzte Biss in den Aktionen. Schmadtke: „Ich glaube, dass wir in dieser Saison ein paar Dinge liegen gelassen haben, die wir mit mehr Konsequenz hätten mitnehmen können. Das ist ziemlich ärgerlich.“

Glasner nervten mehrere Situationen, sein genanntes Beispiel macht jedoch klar, dass seine Schützlinge seine Forderungen momentan nicht in die Tat umsetzen. „Wir haben Anstoß und landen beim Torwart, der den Ball ins Aus schlagen muss. Da geht’s darum: Bin ich bereit, mich nach vorn zu orientieren?“

Die Wölfe in Noten: Das ist die Einzelkritik zum Spiel des VfL Wolfsburg beim SC Freiburg

<b>Koen Casteels:</b> Hielt das, was er halten konnte. Situationen, in denen er sich wirklich auszeichnen konnte, gab es aber selten - Note: 3. Zur Galerie
Koen Casteels: Hielt das, was er halten konnte. Situationen, in denen er sich wirklich auszeichnen konnte, gab es aber selten - Note: 3. ©

Glasner stellt die Charakter-Frage

Der Coach meint, dass einige Profis mit den Gedanken noch nicht bei der Sache wären. „Letztes Jahr, als einem das Wasser bis zur Oberkante stand, war man bereit, an die Leistungsgrenze zu gehen. Dann ging es gut“, so Glasner. „Und jetzt legt der eine oder andere wieder die Beine hoch. Sowas werde ich aber nicht dulden.“

In dieser Woche stehen zwei Spiele an: Erst die Europa-League-Partie gegen St. Etienne am Donnerstag (21 Uhr), dann geht‘s am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach. Glasner erwartet dort eine andere Einstellung auf dem Feld. „Es geht darum: Bin ich bereit, jeden Tag an meine Grenzen zu gehen? Oder sage ich: Nein, mir geht es gut, es passt so. Diese Frage gilt es von jedem Spieler zu beantworten.“

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