09. September 2021 / 19:05 Uhr

Wolfsburgs Fußballerinnen brechen den Frankreich-Fluch: "Solche Erfolge schweißen zusammen!"

Wolfsburgs Fußballerinnen brechen den Frankreich-Fluch: "Solche Erfolge schweißen zusammen!"

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Das muss man aufsaugen! Tommy Stoot und der VfL-Jubel in Bordeaux.
"Das muss man aufsaugen!" Tommy Stoot und der VfL-Jubel in Bordeaux. © Boris Baschin / VfL
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In einem wahren Krimi haben die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg am Mittwochabend in Bordeaux den Sprung in die Gruppenphase der Champions League geschafft. Die Gegner dort gibt's am Montag - vorher steht noch eine Pflichtaufgabe in der Bundesliga an.

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben die neue Gruppenphase der Champions League erreicht - und dazu einen kleinen Fluch gebrochen! In K.o.-Duellen mit Hin- und Rückspiel hatte sich der VfL in der Königsklasse bis Mittwochabend noch nie gegen eine französische Mannschaft durchsetzen können. 2015 war der Vizemeister im Halbfinale gegen Paris Saint-Germain ausgeschieden, 2017 und 2019 war im Duell mit Olympique Lyon jeweils im Viertelfinale Schluss. Gegen Girondins Bordeaux schafften die VfLerinnen nun die Wende - dank einer absoluten Mentalitätsleistung.

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Es war dramatisch, es war laut, es war emotional! Nach dem 3:2-Sieg im Hinspiel stand es am Mittwoch im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde nach 90 Minuten 2:1 für die Französinnen, nach Verlängerung ging es dann ins Elfmeterschießen. Dort parierte VfL-Torfrau Almuth Schult zwei Schüsse, ein weiterer ging an den Pfosten - so mussten nur drei Wolfsburgerinnen treffen. Endstand: 5:3 nach Elfmeterschießen.

"Wir haben vor dem Spiel viel über mentale Qualitäten gesprochen", bestätigt VfL-Trainer Tommy Stroot. Worauf man die Mannschaft vorbereitete? "Auf die Atmosphäre im Stadion, was alles passieren könnte, mit Rückstanden und so weiter." Und da, so Stroot, "finde ich es wahnsinnig stark, wieder so aufzustehen. Ich muss aber auch Bordeaux loben, sie haben uns das Leben enorm schwer gemacht." Ein bisschen feiern war nach dem Sieg erlaubt, denn auch sowas sei für das Teambuilding ganz wichtig. Stroot: "Das muss man aufsaugen und mitnehmen. Solche Erfolge schweißen nochmal zusammen!"

2500 französische Zuschauer schauten sich das Spektakel im Jean-Antoine-Moueix-Stadion an und heizten mit Gesängen ordentlich ein. "Es hat großen Spaß gemacht vor dieser Kulisse", fand auch Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen. Den Verlauf hätte man sich ein bisschen anders gewünscht, am Ende zeigte der VfL aber die besseren Nerven. Kellermann: "Das ist unsere Mentalität, die wollen wir immer zeigen, auch wenn wir einen Umbruch haben, neue Spielerinnen kommen oder sich das Trainerteam ändert." Der Glaube an das Team sei immer da, das "haben wir wieder bewiesen, ich bin unendlich stolz! Ich freue mich jetzt auf die Gruppenphase, denn da gehören wir auch hin!" Die Auslosung gibt's am Montag.

Am Donnerstag trat der VfL die Rückreise an - und legt den Fokus nun auf die nächste Aufgabe, die bereits Sonntag (13 Uhr, live auf Magenta Sport) auf den VfL-Tross wartet. Dann gastiert mit dem SC Sand ein weiterer unangenehmer Gegner im AOK-Stadion. Der SC ist nach zwei Spieltagen weiter punktlos, wird aber auf müde Wolfsburgerinnen spekulieren. Klar ist aber auch: Die Beine mögen zwar schwer sein, das Selbstvertrauen aber dafür noch größer.