10. März 2021 / 13:43 Uhr

Wolfsburgs Gehaltskosten sinken, Europa-Einnahmen fehlen

Wolfsburgs Gehaltskosten sinken, Europa-Einnahmen fehlen

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Keine Gruppenphase, keine Zuschauer: Dem VfL Wolfsburg (rechts Finanzgeschäftsführer Dr. Tim Schumacher) fehlen in dieser Saison Einnahmen, die es in der Spielzeit davor noch gegeben hatte.
Keine Gruppenphase, keine Zuschauer: Dem VfL Wolfsburg (rechts Finanzgeschäftsführer Dr. Tim Schumacher) fehlen in dieser Saison Einnahmen, die es in der Spielzeit davor noch gegeben hatte. © VfL / Roland Hermstein
Anzeige

Die Bundesliga hat für die Saison 2019/20 einen Umsatzverlust von im Schnitt 5,4 Prozent zu verzeichnen. Auch beim VfL Wolfsburg bewegen sich die Zahlen in dieser Größenordnung. In der aktuellen Saison wird der Verlust eher größer - dafür haben die Wolfsburger an Gehältern gespart.

Corona sorgt für finanzielle Einbußen in der Fußball-Bundesliga. Das ist keine Überraschung - aber jetzt legte die DFL erstmals Zahlen dazu vor. Wegen der Pandemie brachen die Umsätze der Erstligisten schon in der Saison 2019/20 um insgesamt mehr als 200 Millionen Euro ein, das sind rund 11 Millionen Euro pro Verein im Schnitt - oder 5,4 Prozent. In dieser Größenordnung bewegen sich auch die Einbußen des VfL Wolfsburg, genauere Zahlen dazu gibt's wie immer erst im Juni, wenn die DFL ihre Finanzkennzahlen der Bundesliga-Klubs veröffentlicht.

"Wir müssen aber sehen", so VfL-Finanzgeschäftsführer Dr. Tim Schumacher, "dass sich diese Zahlen auf die vergangene Saison beziehen und da bis zum 25. Spieltag noch mit Zuschauern gespielt werden konnte." Seitdem sorgt Corona - bis auf wenige kleine Ausnahmen zu Saisonbeginn - für Geisterspiele. Zusammen mit Ausfällen im Merchandising und Sponsoring-Bereich wird dann beim VfL auch für diese Saison wieder mit zweistelligen Millionenverlusten zu rechnen sein. Schumacher: "Das trifft die Vereine unterschiedlich stark, Borussia Dortmund mit beispielsweise einem großen Stadion hat andere Rahmenbedingungen als ein Verein wieder der VfL oder wie beispielsweise Hoffenheim." Man habe zwar durch Kostendeckelungen und Projektverschiebungen Einsparpotenziale ausgeschöpft, aber: "Das wird nicht alles abfedern können."

Alle aktuellen VfL-Marktwerte im Überblick

Von billig nach teuer: Der Marktwerte der VfL-Profis Zur Galerie
Von billig nach teuer: Der Marktwerte der VfL-Profis ©

Hinzu kommt: Beim VfL werden die Zahlen aus 2019/20 und 2020/21 ohnehin nur eingeschränkt vergleichbar sein - denn in der Vorsaison gab es noch die Einnahmen aus der Gruppenphase der Europa League und aus folgenden K.o.-Runden, die fallen in der aktuellen Spielzeit weg. "Der Umsatzrückgang wird schon darum größer ausfallen", so Schumacher.

Anzeige

Auf der Gegenseite stehen aber nicht unerhebliche Einsparungen bei den Gehältern, die den größten Teil der VfL-Ausgaben ausmachen. Das wird sich schon bei den Zahlen für 2019/20 bemerkbar machen. In der Saison 2018/19 (die mit dem 8:1 gegen Augsburg und den Einzug in die EL-Gruppenphase endete) hatten die Wolfsburger 131,4 Millionen Euro für "Personalaufwand" ausgegeben, lagen damit hinter dem FC Bayern (365,1 Millionen), Borussia Dortmund (205,1 Millionen) und Bayer Leverkusen (136,6) auf Rang vier der Liga. Darin enthalten: Die Gehälter der VfL-Profis, die gut 100 Millionen Euro ausmachten. Schumacher will den Zahlen, die die DFL im Juni für 2019/20 veröffentlichen wird, zwar nicht vorgreifen, deutet aber an, dass der Betrag für die Spielergehälter mittlerweile gesunken ist: "Da ist eine Konsolidierung eingetreten". Eine Zahl um die 95 Millionen Euro herum dürfte hier realistisch sein.

Unterm Strich wird wieder ein Minus herauskommen - für die Saison 2018/19 hatte das bei 44,8 Millionen Euro gelegen, die Zahl für die Saison 2019/20 wird im Juni veröffentlicht und dürfte geringer ausfallen als im Jahr davor. Gewinne und Verluste der VfL-GmbH werden über einen "Gewinnabführungsvertrag" an Eigner VW weitergereicht, diese Art von Vertrag ist bei VW und seinen Töchtern üblich. Der seit 2011 geltende und zunächst bis 2021 befristete VfL-Vertrag hat sich mittlerweile verlängert.