25. März 2019 / 18:00 Uhr

VfL Wolfsburg: Ginczek, der Trainer-Seuchenvogel

VfL Wolfsburg: Ginczek, der Trainer-Seuchenvogel

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kann sich seine Bilanz nicht erklären: Daniel Ginczek hat noch nie eine Profi-Saison mit einem Trainer zu Ende gebracht. 
Kann sich seine Bilanz nicht erklären: Daniel Ginczek hat noch nie eine Profi-Saison mit einem Trainer zu Ende gebracht.  © dpa
Anzeige

Seitdem Daniel Ginczek Fußball-Profi ist, hat er 17 Trainer in acht Jahren miterlebt. Beim VfL Wolfsburg könnte in dieser Saison zumindest eine Serie reißen, auf die der Stürmer nicht sonderlich stolz ist. Und: Der Stürmer macht weiter Fortschritte in Richtung Comeback. 

Anzeige
Anzeige

Sein Ziel, mal eine Saison verletzungsfrei zu bleiben, wird Daniel Ginczek auch beim VfL Wolfsburg wieder nicht erreichen. Ein Bänderriss im Sprunggelenk hat ihm diesmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dafür sieht es aber ganz gut aus, dass etwas gelingt, was ihm bislang in seiner Profi-Karriere verwehrt geblieben ist: Eine gesamte Saison mit nur einem Trainer über die Bühne zu bringen. Ohne Entlassung.

Ginczek steht vor erster Saison mit dem gleichen Trainer

„Das werde ich dann jetzt wahrscheinlich endlich mal schaffen“, sagt der Mann, der seit seinem Profidebüt 2011 für den VfL Bochum 17 Trainer in acht Jahren „verschlissen“ hat. „Scheinbar bin ich ein Seuchenvogel“, meint der 27-Jährige lachend, und hofft nun, dass seine Serie mit Bruno Labbadia („Er hat seinen Anteil an unserer Ausgangsposition und dem Stil, den wir spielen – das hat gepasst in dieser Saison“) reißt.

Die restlichen Termine sind fix! Der Bundesliga-Fahrplan vom VfL Wolfsburg:

33. Spieltag (Samstag, 11. Mai, 15:30 Uhr): VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg Zur Galerie
33. Spieltag (Samstag, 11. Mai, 15:30 Uhr): VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg ©
Anzeige

Lange Verletzungshistorie

Das mit dem Seuchenvogel gilt für Ginczek bekanntlich auch gesundheitlich. Immer wieder wurde er in seiner Karriere von Verletzungen (u. a. zwei Kreuzbandrisse, Bandscheibenvorfall) gestoppt, diesmal passierte es Mitte Januar im letzten Testspiel im Trainingslager in Portugal. Seitdem schuftete er so hart wie noch nie („das kann man schon sagen“) für sein Comeback, Trainer Labbadia erklärte, „dass Daniel alle Möglichkeiten in Anspruch genommen hat, die es bei uns gibt“.

Geholfen hat ihm dabei gerade auch die Aussicht auf das stets in Reichweite liegende Comeback, bei seiner Verletzung ist normalerweise von einer Zwangspause von rund zehn Wochen auszugehen. Er liegt also voll im Plan. „Es gab aber auch immer das Ziel, dass es noch schneller gehen kann“, erklärt Ginczek seine besondere Motivation, „beim Kreuzbandriss muss man Zeiten einhalten. Das ist belastend für den Kopf, wenn man nach dreieinhalb Monaten schmerzfrei ist, aber noch zehn Wochen Reha machen muss und nicht auf den Platz kann.“

Bruno Labbadias Jahr beim VfL Wolfsburg in Bildern:

Am 20. Februar wird Bruno Labbadia als Cheftrainer des VfL Wolfsburg verpflichtet. Er übernimmt das Team im Absteigskampf: Wolfsburg hat seinerzeit 24 Punkte nach 23 Spieltagen und steht auf dem 14. Platz – nur einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt. Zur Galerie
Am 20. Februar wird Bruno Labbadia als Cheftrainer des VfL Wolfsburg verpflichtet. Er übernimmt das Team im Absteigskampf: Wolfsburg hat seinerzeit 24 Punkte nach 23 Spieltagen und steht auf dem 14. Platz – nur einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt. ©

"Man lernt seinen Körper kennen"

Allgemein greift Ginczek auf einen recht großen Erfahrungsschatz in Sachen Verletzungen zurück. „Man lernt seinen Körper kennen, das Körpergefühl. Und kann viele Dinge besser einschätzen“, sagt er. Wenn es mal schlechtere Tage in der Reha gibt, wenn der Fuß mal wieder zwickt. Dann versteht es der Wolfsburger, die Ruhe zu bewahren.

In den letzten Jahren habe er zudem versucht, viele Facetten seines Lebens zu optimieren. „Ernährung, Schlaf – alles, was dazu gehört. Ich glaube, dass 90 Prozent der Spieler, die nie verletzt waren, einfach so dahinleben. Sie gehen zum Training, dann nach Hause, für sie ist das normal“, erläutert Ginczek, der hingegen mit jeder weiteren Verletzung „automatisch professioneller“ lebte. Mal ein Stück Schokolade während der Reha? No way. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich so etwas mal angefasst hätte.“

Mehr zum VfL Wolfsburg

Rückkehr diese Woche?

Am Montagnachmittag stand er erneut bester Laune auf dem Wolfsburger Trainingsplatz. Noch agiert er als freier Mann, bleibt damit von Zweikämpfen verschont. „Wir sprechen Tag für Tag, mit den Physios, mit den Trainern“, so Ginczek, „wenn alles gut geht, könnte es sein, dass ich noch diese Woche mein erstes Mannschaftstraining mache.“

ANZEIGE: 50% auf dein Präsentations-Trainingsanzug! Der Deal of the week im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Wolfsburg/Gifhorn
Sport aus aller Welt