01. Juli 2018 / 20:00 Uhr

VfL Wolfsburg: Ginczek will es allen zeigen

VfL Wolfsburg: Ginczek will es allen zeigen

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Foto; Boris Baschin, Wolfsburg, SPORT, VfL-Center, Fußball-Bundesliga, Trainingsstart VfL Wolfsburg, Saison 2018/19, Saisonauftakt, 01.07.2018,
VfL-Neuzugang: Daniel Ginczek (l.). © Boris Baschin
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Daniel Ginczek war als Wunschspieler des VfL Wolfsburg auserkoren worden – nach einigem Hin und Her ging der Transfer kurz vor Trainingsstart über die Bühne. Der Neuzugang wirkt hochmotiviert. 

Daniel Ginczek ist eben ein echter Stürmer. Der Trainingsauftakt am Sonntag, den Ball am Fuß, aufs Tor schießen – das ist es, was ihm Spaß macht, das ist es, wofür er geholt wurde. Der Laktattest tags zuvor dagegen „schmeckt nicht immer“. Schmunzeln. Dass der Neuzugang dabei trotzdem mit hervorragenden Fitnesswerten beim VfL loslegte, davon darf man ausgehen, zumindest wenn man zuletzt mal seinen Instagram-Account verfolgt hat. Auf der griechischen Insel Kos bereitete er sich privat auf die neue Saison vor. Der 27-Jährige möchte es nicht nur denjenigen beweisen, die an seiner Gesundheit zweifeln, sondern auch Ex-Klub VfB Stuttgart – und VfL-Trainer Bruno Labbadia.

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"Hätte es sich einfacher machen können"

Der hatte den Angreifer nämlich schon einmal verpflichten wollen – „da hat es nicht geklappt“, sagt der Mann, der von allen nur „Ginni“ gerufen wird und 10 Millionen Euro Ablöse gekostet haben soll, „jetzt freue ich mich auf die Zusammenarbeit, die Art und Weise, wie er Fußball spielen lässt, passt zu mir“. Und Labbadia ist froh, mit ihm auch einen Spieler verpflichtet zu haben, „der Verantwortung übernehmen und mit uns einen Schritt nach vorn machen will. Er hätte es sich einfacher machen können, indem er zu einem funktionierenden Verein gegangen wäre.“

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Stattdessen Wolfsburg. Ein Standort, den der Neuzugang selbst stets mit hoher individueller Qualität verbunden hat, weswegen er mit dem Klub auch in der Tabelle demnächst wieder „deutlich weiter oben stehen“ will. Nur: Dass das nicht ganz so einfach ist, das habe man in den letzten zwei Jahren beim VfL ja gesehen, und das weiß er auch selbst. „Die Spitze in der Bundesliga ist eng zusammengewachsen, und andere finanzielle Mittel garantieren nicht, dass man auch gleich Erfolg hat. Da hängt viel dran, Arbeit, Wille und Leidenschaft. All das, was wir verkörpern wollen.“ All das, was er auch ausstrahlen will, hat man den Eindruck.

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Auch wenn da natürlich die Sache mit seiner Krankenakte ist. Zwei Kreuzbandrisse, einen Bandscheibenvorfall, immer wieder muskuläre Wehwehchen. „Natürlich begleitet mich diese Historie“, sagt Ginczek, „aber ich bin fit, habe in der letzten Saison 25 Spiele gemacht und traue mir zu, diese Marke hier zu übertreffen.“ Das Knie hält, „dafür habe ich schon einige Kniebeugen in meinem Leben gemacht – ich tue tagtäglich viel für meinen Körper“. Und mit 27 Jahren ist er nun ja auch in einem Alter, in dem seine „beste Zeit“ unmittelbar bevorstehen könnte, „zumal die bei Stürmern generell etwas später kommt, weil man erfahrener und abgeklärter vorm Tor ist“, so Ginczek. Und einen positiven Nebeneffekt hätten all die Verletzungen immerhin: „Ich bin reifer und erwachsener geworden.“

Das sind die Tops und Flops aller Schmadtke-Transfers:

<b>Jörg Schmadtke</b> hat für Alemannia Aachen, Hannover 96 und den 1. FC Köln so einige Transfers über die Bühne gebracht.  Zur Galerie
Jörg Schmadtke hat für Alemannia Aachen, Hannover 96 und den 1. FC Köln so einige Transfers über die Bühne gebracht.  ©

Entsprechend nüchtern erläutert er auch seinen Abgang aus Stuttgart. Nachdem ihm der VfB im Winter Mario Gomez als echten Mittelstürmer vor die Nase gesetzt hatte, „hat das schon etwas in mir ausgelöst“. Seither sei es für ihn schwierig gewesen, Gomez „in Stuttgart, dort, wo er groß geworden ist, zu verdrängen“. Nun in Wolfsburg gibt es eine ähnliche Situation. Wout Weghorst, von dessen Verpflichtung „Ginni“ unterrichtet war, wurde als klare Nummer 9 verpflichtet, der Ex-Stuttgarter soll auch um ihn herum spielen können. „Ich kann das, aber ich sehe mich auch vorn drin.“ Das schmeckt ihm besser.