03. Februar 2020 / 08:29 Uhr

VfL-Doppelpacker Ginczek: „Zweitschlechteste Offensive? Kann es nicht mehr hören!“

VfL-Doppelpacker Ginczek: „Zweitschlechteste Offensive? Kann es nicht mehr hören!“

Benno Seelhöfer und Marcel Westermann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Traf in Paderborn gleich doppelt: VfL-Stürmer Daniel Ginczek.
Traf in Paderborn gleich doppelt: VfL-Stürmer Daniel Ginczek. © Friso Gentsch/dpa
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In seinem erst zweiten Startelf-Einsatz in der Bundesliga traf Daniel Ginczek gleich doppelt, brachte seinen VfL Wolfsburg beim 4:2 (2:1) beim SC Paderborn auf die Siegerstraße. Ungewohnt viele Tore für den VfL - und das ohne den Top-Angreifer Wout Weghorst und mit einem, der lange verletzt war.

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Was für ein Tor-Spektakel! Mit 4:2 (2:1) fegte Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg den SC Paderborn für seine Verhältnisse regelrecht aus der Benteler-Arena – und zeigte neben üblicher Schwächen beim Verteidigen von Standards (das 0:1 durch Ben Zolinski fiel nach einem Eckball) vor allem eine mehr als unübliche Stärke: Treffsicherheit! Das gelang in Paderborn ausgerechnet ohne Chef-Knipser Wout Weghorst (sieben Tore) – und ausgerechnet dank des genesenen Daniel Ginczek, der fast die gesamte Hinrunde wegen einer Rücken-OP ausgefallen war und erst das zweite Mal in dieser Bundesliga-Saison in der Startelf stand.

Wegen einer Zerrung im Oberschenkel musste Weghorst passen, die Sorgen vor dem Duell mit Paderborn waren groß, dass der ohnehin schon vor dem Spieltag zweitschlechteste Sturm der Liga (20 Tore, nur Fortuna Düsseldorf war mit 18 Treffern schlechter) nun endgültig zu einem lauen Lüftchen verkommt. Alles unbegründet.

Ginczek war gleich zweimal zur Stelle, ließ SCP-Keeper Leopold Zingerle mit seinen satten Abschlüssen keine Chance – einmal sogar aus spitzem Winkel in die kurze Ecke. Und nach seinem Doppelpack ließ der so von Verletzungen geplagte Stürmer Taten Worte folgen: „Zweitschlechteste Offensive? Ich kann es nicht mehr hören!“

Bilder aus dem Bundesligaspiel SC Paderborn - VfL Wolfsburg.

Wolfsburgs Admir Mehmedi (r) im Zweikampf mit Paderborns Abdelhamid Sabiri (l) Zur Galerie
Wolfsburgs Admir Mehmedi (r) im Zweikampf mit Paderborns Abdelhamid Sabiri (l) ©
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Dass es der VfL überhaupt geschafft hatte, so viele Tore zu schießen, habe bestimmt nicht an der neuen Spielausrichtung mit zwei Spitzen gelegen, so der VfL-Stürmer: „Es ist nicht entscheidend, welches System wir spielen, sondern wie wir es annehmen.“ Doch egal, ob 3-4-3, 4-3-3 oder 4-4-2 – für Wolfsburgs Nummer 33 steht fest: „Wir brauchen nicht darüber zu reden, dass der Sieg ungemein wichtig für uns war. Wir sind schwer reingekommen in die Partie, die Rote Karte gegen Gerrit Holtmann hat das Spiel mitentschieden“, so Ginczek. „Wir kriegen für den Sieg keinen Schönheitspreis.“ Aber eben drei Punkte, die bringen dem VfL sowieso viel mehr. Und Ginczek persönlich, „tun die zwei Tore natürlich gut“.

Doch trotz des deutlichen Erfolgs und seiner zwei Treffer musste sich der Offensivmann auch ordentlich ärgern: Nach seinem zweiten Tor jubelte Ginczek nicht. Der Grund: Wut. Zum einen hatte ihm SCP-Verteidiger Uwe Hünemeier vor dem 3:1 heftig in die Weichteile gegriffen – was ungeahndet blieb. Zum anderen war der Stürmer mit sich unzufrieden. „Ich war sauer, weil ich einige Dinger drin hatte, die nicht geklappt haben. Das frustet mich selbst am meisten“, sagt der ehrgeizige Stürmer, der mit seinen zwei Treffern in der VfL-internen Bundesliga-Torjägerliste schon auf Platz drei geklettert ist (zusammen mit Josip Brekalo und Admir Mehmedi).

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