25. Juli 2022 / 10:30 Uhr

Der K-Faktor beim VfL Wolfsburg: Wie lange hält die Harmonie zwischen Kruse und Kovac? 

Der K-Faktor beim VfL Wolfsburg: Wie lange hält die Harmonie zwischen Kruse und Kovac? 

Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wollen den VfL Wolfsburg gemeinsam zum Erfolg führen: Max Kruse (l.) und Trainer Niko Kovac
Wollen den VfL Wolfsburg gemeinsam zum Erfolg führen: Max Kruse (l.) und Trainer Niko Kovac © IMAGO/Christian Schroedter
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Der VfL Wolfsburg will die miese Saison 2021/22 vergessen machen. Dabei helfen sollen Titel-Trainer Niko Kovac und Unterschiedsspieler Max Kruse. Der Stürmer gilt jedoch nicht als pflegeleichtester Profi. Harmoniert er mit dem neuen Wolfsburg-Coach?

Die K-Frage in Deutschland ist längst entschieden. Am 26. September 2021 wurde die SPD die stärkste Partei in der Bundesrepublik und Olaf Scholz Nachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Beim VfL Wolfsburg wird eine ganz andere K-Frage kurz vor dem Saisonstart in der Bundesliga heiß diskutiert: Können Kovac und Kruse miteinander?

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Niko Kovac ist der neue Cheftrainer bei den Wölfen, Max Kruse der extravagante Star des Teams, der bis kurz vor dem offiziellen Trainingsstart noch am Pokertisch in Las Vegas saß. "Das Thema wird mir viel zu hoch gehängt. Der eine ist Trainer, der andere ist Spieler. Im Normalfall hat der Spieler zu tun, was der Cheftrainer ihm sagt. Und so wird das auch der Fall sein. Im Moment klappt das gut", sagt Jörg Schmadtke, Geschäftsführer Sport beim VfL, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Aber unserer Saisonverlauf wird nicht von einem einzigen Spieler abhängen – unabhängig davon, dass Max natürlich ein wichtiger Faktor für unser Spiel ist."

Kruse wechselte überraschend Ende Januar von Union Berlin zurück nach Wolfsburg, wo er schon in der Saison 2015/2016 spielte, und half dem VfL mit sieben Toren und einer Vorlage, eine katastrophale Wolfsburger Saison noch glimpflich mit dem Klassenerhalt zu Ende zu bringen. Florian Kohfeldt musste dennoch seinen Trainerspind räumen. Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer holten Kovac, um den VfL wieder auf Vordermann zu bringen. "Er ist sehr klar in seinen Ansagen, sehr klar in seinen Vorstellungen, aber dabei nicht unangenehm", erklärt Schmadtke den Ex-Bayern-Trainer. "Er ist keiner, der zum Lachen in den Keller geht, aber jeder weiß auch, wo die Grenze bei ihm ist."

Kovac: Kruse hat "Fähigkeiten wie ein Thomas Müller"

Kovac legt Wert auf professionelle Einstellung und absolute Fitness. Zwei Faktoren, die Kruse in seiner Karriere nicht immer in Perfektion an den Tag gelegt hat. Der Wolfsburg-Trainer lobt seinen Star dennoch deutlich. "Er ist ein Spieler, der trotz seiner 34 Jahre pro Saison immer 15 Tore schießen und noch mal fünf bis zehn auflegen kann. Die Qualität hat er, die haben nicht viele in der Bundesliga", sagt der Trainer. "Wenn er fit ist und körperlich alles herausholen kann, hat er Fähigkeiten wie ein Thomas Müller."

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Klar ist: Hat Kruse Lust, kann er der Unterschiedsspieler sein und dem VfL eine bessere Saison als die letzte bescheren. Die Wolfsburger sicherten erst am 32. Spieltag den Klassenerhalt. "Ich erwarte, dass die Mannschaft deutlich anders auftritt und besseren Fußball spielt", erklärt der Geschäftsführer Sport die Ziele für die neue Saison. Für die Kruse der entscheidende Faktor sein wird.

Damit aber nicht nur er die ganze Last auf seinen Schultern trägt, hat der VfL 35 Millionen Euro in neue Beine investiert. Jakub Kaminski (Lech Posen) und Dzenan Pejcinovic (FC Augsburg) kamen für die Offensive. Mattias Svanberg (FC Bologna) und Bartol Franjic (Dinamo Zagreb) für das Mittelfeld und Patrick Wimmer (Arminia Bielefeld) und Kilian Fischer (Nürnberg) für die Abwehr. Svanberg soll dabei Xaver Schlager ersetzen, der für 12 Millionen Euro zu RB Leipzig wechselte.

Prognose des Autors: Der VfL wird nicht erneut in Abstiegsgefahr geraten. Der Kader ist dafür zu stark und mit Niko Kovac ist den Wolfsburgern fachlich ein guter Griff gelungen. Für das internationale Geschäft reicht es trotz Kruse-Faktor aber nicht.

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