15. Juni 2018 / 15:21 Uhr

VfL Wolfsburg: "Ich habe meinen Wechsel keine Sekunde bereut"

VfL Wolfsburg: "Ich habe meinen Wechsel keine Sekunde bereut"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Renato Steffen über sein Bundesliga-Debüt: „Es war ein schöner Einstand für mich vor über 80.000 Zuschauern. Ich habe mir einen Traum erfüllt. Ich weiß um meine Stärken. Wenn ich die einsetzen kann, kann ich in der Bundesliga spielen. Momentan bin ich aber erst bei 70 – 80 Prozent.“
Er war in der Endphase der Saison ein Faktor im VfL-Spiel: Flügelspieler Renato Steffen (l.). © imago/Jan Huebner
Anzeige

Von der Bank aus zuschauen zu müssen, eben nicht erste Wahl zu sein – das kannte Renato Steffen bei seinem Ex-Verein FC Basel nicht. In Wolfsburg musste er diese Erfahrung machen.

„Und dennoch habe ich meinen Wechsel im Winter zum VfL keine Sekunde bereut“, sagt der Flügelspieler des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten, den die WAZ im Urlaub auf Mykonos erreichte. Dort spannte Steffen bis Mittwoch aus. Er ist gut drauf, was zum einen daran liegt, dass er bald Papa wird – und zum anderen daran, dass er in den letzten fünf Pflichtspielen der vergangenen Saison auch sportlich in Wolfsburg angekommen ist.

Anzeige
Foto: Sebastian Bisch; Wolfsburg; Fußball-Bundesliga; VfL Wolfsburg - 1. FC Köln; Bundesliga Männer; VfL Wolfsburg 2017/18; 8 Steffen Renato
Werden im August Eltern: Renato Steffen und seine Verlobte Qendresa. © Sebastian Bisch

Lange war der Winter-Neuzugang, der mit Basel in der Champions League gespielt hatte, ein Pendler zwischen Ersatzbank und Startelf. Aber: Am Ende war der kleine, für den Gegner unbequeme Giftzwerg erste Wahl beim VfL. Trainer Bruno Labbadia baute auf ihn. Und Steffen hofft nun, dass das auch in der neuen Runde so sein wird. Dass es für ihn anfangs nicht so lief in Wolfsburg, sei fast schon normal. „Ich bin jemand, der ein bisschen länger braucht, bis sich alles eingependelt hat. Am Schluss ist es so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte“, sagt Steffen, der mit jeder Woche mehr beim VfL verinnerlichte, wie es in der Bundesliga zur Sache geht. Steffen: „Ich habe im Training Gas gegeben, habe mich von Woche zu Woche besser gefühlt – und als die Chance vom Trainer dann kam, wusste ich: Jetzt muss ich liefern.“ Immerhin: In den letzten vier Pflichtspielen waren es zwei Torvorlagen. Und das unter Labbadia – geholt hatte ihn jedoch sein Landsmann Martin Schmidt. Dass der gehen musste, empfand der 26-Jährige nicht als Nachteil für sich selbst. „Auch wenn ein Trainer dich holt, muss deine Leistung stimmen, wenn nicht, spielst du auch unter ihm nicht. Ich hatte in meiner Karriere nie Probleme mit einem Trainerwechsel.“

Mehr zum VfL Wolfsburg

Allerdings: Es brauchte ein bisschen, bis er unter Labbadia erste Wahl war. „Das ist doch normal, der Trainer musste zunächst einmal die Mannschaft kennenlernen, und wir Spieler den Trainer. Ja, ich hatte einen guten Abschluss – aber das ist Vergangenheit“, sagt Steffen und gibt sich angriffslustig. Der 1,70 Meter große Flügelspieler weiter: „Mein Ziel ist es, da wieder anzufangen, wo ich aufgehört habe. Ich will in der Mannschaft bleiben, ich will möglichst viel spielen.“

Apropos spielen: Gern hätte er das auch bei der WM mit der Schweiz gemacht, aber Nationaltrainer Vladimir Petkovic verzichtete auf den VfL-Profi, der im März 2017 beim 1:0 gegen Lettland zuletzt zum Kader der Eidgenossen gehört hatte. „Natürlich war ich enttäuscht, dass ich nicht dabei bin. Ich hatte zumindest gehofft, im vorläufigen Kader zu stehen.“ Aber Petkovic entschied eben anders. Steffen: „Ich habe meine schwangere Frau Qendresa angeschaut und gesagt: Es gibt noch andere schöne Sachen im Leben. Ich bin jetzt nicht dabei, kann es nicht ändern – aber nach der WM greife ich neu an.“

Anzeige

Rangliste: Die Bundesliga-Schweizer des VfL Wolfsburg

Schweizer beim VfL Wolfsburg Zur Galerie
Schweizer beim VfL Wolfsburg ©

Doch zunächst einmal genießen Steffen und seine Verlobte (für den nächsten Sommer ist die Hochzeit geplant)  die letzten Tage zu zweit, bevor sie Anfang oder Mitte August zum ersten Mal Mama und Papa werden. Es wird ein Junge. „Wenn der Kleine da ist, kann dir das noch mal einen Schub als Fußballer geben“, sagt der Wolfsburger Offensivmann. Einen Schub für seine erste vollständige Saison in Wolfsburg.

Anzeige: Erlebe die gesamte Bundesliga mit WOW und DAZN zum Vorteilspreis