13. September 2019 / 14:32 Uhr

VfL Wolfsburg II: Erst musste Knipser Karamoko auf Einsätze warten, jetzt läuft's

VfL Wolfsburg II: Erst musste Knipser Karamoko auf Einsätze warten, jetzt läuft's

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Treffsicher: VfL-II-Stürmer Mamoudou Karamoko (am Ball).
Treffsicher: VfL-II-Stürmer Mamoudou Karamoko (am Ball). © Boris Baschin
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In der Vorbereitung hat er mit Wout Weghorst den VfL Wolfsburg noch zum Testspielsieg gegen den französischen Erstligisten SM Caen geschossen, markierte in der zweiten Hälfte den 2:1-Siegtreffer. Damals war er noch Testspieler der U23 – mittlerweile ist Stürmer Mamoudou Karamoko eine feste Größe im Fußball-Regionalliga-Team des VfL.

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Zweitbester Torschütze

Drei Tore in den letzten vier Spielen, damit ist er nach Sturmpartner John Iredale (sieben Treffer) mittlerweile der zweitbeste Torschütze der Mannschaft, nachdem VfL-Talent John Yeboah in die Niederlanden zu VVV-Venlo verliehen wurde. Die Abgänge der Top-Stürmer Blaz Kramer und Daniel Hanslik hat der VfL II also kompensieren können – und dabei wäre Karamoko um ein Haar gar nicht in Wolfsburg gelandet.

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„Ich wäre fast nach Lotte gewechselt“, sagt Karamoko mit einem Schmunzeln. Im Sommer lief sein Vertrag in der U23 des französischen Klubs Racing Straßburg aus – „und mir wurde dort kein Profi-Vertrag angeboten“. Also schaute sich der 20-Jährige, der in Paris geboren wurde und ivorische Wurzeln hat, nach einem neuen Klub um. „Mein Berater hat dann den Kontakt nach Lotte hergestellt. Ich war dort auch zum Probetraining und die wollten mich haben.“

Regionalliga: VfL Wolfsburg II - Hannover 96 II

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Regionalliga: VfL Wolfsburg II - Hannover 96 II © Boris Baschin
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Aber: Zeitgleich hatte sein Agent auch den Kontakt nach Wolfsburg geknüpft, so Karamoko. „Der hat dem Scout dann Spielszenen von mir geschickt und dann wurde ich auch vom VfL eingeladen.“ Und beim Testspiel gegen Caen hat der Stürmer gleich ein Tor für sich sprechen lassen. Dass es für ihn doch nicht in die Regionalliga West gegangen ist, bereut Karamoko nicht: „Ich bin hier sehr zufrieden, die Arbeitsbedingungen sind sehr professionell und man bekommt einfach eine größere Aufmerksamkeit.“ Die will er unbedingt nutzen, um sich seinen Traum vom Profi-Vertrag zu erfüllen.

Übersetzer im Team

Doch zu Beginn war der Schritt ins Ausland noch etwas holprig. In den ersten drei Regionalliga-Spielen durfte Wolfsburgs Nummer 9 nicht ran, es gab noch ein paar Kleinigkeiten mit seinem Ex-Klub Straßburg zu klären. Dazu hat Karamoko den Schritt nach Deutschland alleine gewagt, seine Geschwister und seine Eltern sind in Paris geblieben – sie telefonieren so oft es geht. „Am Anfang war es schon schwierig“, sagt der 20-Jährige, der nur Französisch spricht. „Ich habe auch bisher im Hotel gewohnt, ziehe aber am 15. September in meine eigene Wohnung.“ Aber: „Ich habe mich an alles gewöhnt. Viele Leute denken, wenn man ins Ausland geht, ist das schwierig. Doch Fußball ist überall gleich.“


Um die Sprachbarriere zu durchbrechen, bekommt Karamoko viel Hilfe im Team. Mannschaftskollege Shako W’Okitasombo oder Co-Trainer Ton Lokhoff übersetzen, dazu stehen bald die ersten Deutschstunden an. Dass das Zusammenspiel auf dem Platz – vor allem mit dem australischen Sturmkollegen John Iredale, der nur Englisch spricht – so gut klappt, ist daher umso bemerkenswerter. „Mit John ist das manchmal schwierig sich abzusprechen“, sagt Karamoko mit einem Lachen. „In den ersten Spielen hat jeder gemacht, was er will. Aber jetzt greifen die Automatismen, wir kommunizieren viel über Blickkontakte.“f