31. März 2019 / 15:59 Uhr

VfL Wolfsburg in Dortmund: So wäre die Taube sicher aus dem Stadion gekommen

VfL Wolfsburg in Dortmund: So wäre die Taube sicher aus dem Stadion gekommen

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Tierschützerin Asseburg-Schwalki hat einen Tipp für den Umgang mit Tauben im Stadion.
Tierschützerin Asseburg-Schwalki hat einen Tipp für den Umgang mit Tauben im Stadion. © dpa
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Ehe die späten Tore für Aufregung sorgten, war sie das Top-Thema beim Spiel des VfL Wolfsburg am Samstag in Dortmund: Die Taube, die das Spielfeld einfach nicht verlassen wollte. Dabei wäre es gar nicht schwer gewesen, dem Tier sicher aus dem Stadion zu helfen... 

Als der umstrittene Freistoß von Paco Alcacer im Wolfsburger Tor einschlug, saß sie seelenruhig hinter der Torlinie und ließ sich von der Jubel-Hektik im mit über 80.000 Menschen gefüllten Stadion nicht anstecken: Die Taube, die Spieler ebenso wie Fans im Stadion und vorm TV 90 MInuten beschäftigte. Vor der Pause saß die "Columbidae" (wie diese Tiere wissenschaftlich heißen) zumeist im Bereich der Eckfahne auf der linken Wolfsburger Angrifsseite, BVB-Keeper Roman Bürki wollte sie mit Wasser vertreiben - vergeblich. In der Halbzeit gingen Ordner ergebnislos auf Taubenjagd, danach war sie vor den Trainerbänken zu finden, am Ende im Strafraum von VfL-Torwart Koen Casteels, der dann auch noch einmal vergeblich versuchte, den Vogel zu fangen.

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Die "Wölfe" in Noten: So waren die Spieler des VfL Wolfsburg in Dortmund in Form

Koen Casteels: Der Torhüter verlebte eine ruhige erste Halbzeit, diente vor allem als Anspielstation für seine Vorderleute. Nach der Pause war öfter gefordert und löste die Situationen souverän. Beim ersten Gegentor mit unglücklicher Figur, beim zweiten machtlos. - Note: 4 Zur Galerie
Koen Casteels: Der Torhüter verlebte eine ruhige erste Halbzeit, diente vor allem als Anspielstation für seine Vorderleute. Nach der Pause war öfter gefordert und löste die Situationen souverän. Beim ersten Gegentor mit unglücklicher Figur, beim zweiten machtlos. - Note: 4 ©

Am Ende ging alles gut aus, die Taube sorgte für viel Erheiterung im Netz, überstand das Spiel unbeschadet und saß auch lange nach Abpfiff des Spiels (2:0 für Dortmund) noch ruhig auf dem Rasen. Trotzdem fragten sich viele Beobachter: Hätte es keine Möglichkeit gegeben, die Taube - auch zu ihrer Sicherheit - einfach aus dem Stadion zu bringen? "Doch", sagt Gabriele Asseburg-Schwalki, Vorsitzende des Tierschutzvereins Gifhorn und Umgebung. Man hätte dafür eine Decke gebraucht, "möglichst blickdicht."

Denn: "Wie einige andere Tiere auch bewegen sich Tauben bei Dunkelheit nicht mehr. Wenn man eine leichte, dunkle Decke über sie wirft, kann man sie so einfach einfangen und aus dem Stadion bringen." Alternativ wäre das auch mit einer Katzentransport-Box möglich. "Damit sind sie etwas schwerer zu fangen, aber dann leichter wegzutragen."

"Stadttauben mögen Menschenmengen"

Dass der Lärm im Stadion die Taube schädigt oder dass sie nur deswegen nicht wegflog, weil sie krank oder verletzt gewesen sei, glaubt Asseburg-Schwalki nicht. "Stadttauben sind Menschenmengen nicht nur gewohnt, sie mögen sie sogar - weil viele Menschen in der Regel Chance auf Futter bedeuten." Futter dürfte auch der Hauptgrund gewesen sein, warum die Taube das Spielfeld nicht verlassen wollte. "Sie wird dort irgendetwas gefunden haben, was ihr als Nahrung diente - das könnte zum Beispiel Rasensaat gewesen sein."

Die Taube 2016 in der VW-Arena gegen Dortmund
Die Taube 2016 in der VW-Arena gegen Dortmund ©

Wolfsburg gegen Dortmund mit Taube - das gab es schon einmal!

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Es war übrigens nicht das erste Mal, dass eine Taube bei einem VfL-Spiel gegen Dortmund eine Rolle spielte, im September 2016 verirrte sich eines der Flugtiere beim 1:5 der Wolfsburger gegen den BVB auf den Rasen der Volkswagen-Arena. In Dortmund sind Tauben auf dem Feld derweil kein Einzelfall, verirren sich immer mal wieder auf den Rasen, weshalb der BVB zeitweise sogar ein Flackerlicht zur Taubenabwehr installiert hatte. Dass aber nervte die Fans mehr als die Vögel und wurde wieder abgebaut. Der Tipp von Asseburg-Schwalki lautet darum: "Für solche Fälle immer eine Decke griffbereit haben - oder eine Katzenbox!"