29. Juli 2020 / 15:34 Uhr

VfL Wolfsburg in Leipzig: So geheim wird der Geheimtest

VfL Wolfsburg in Leipzig: So geheim wird der Geheimtest

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Oliver Glasner und der VfL treten am Donnerstag in Leipzig an
Oliver Glasner und der VfL treten am Donnerstag in Leipzig an © Roland Hermstein / dpa
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Testspiel-Reise für den VfL Wolfsburg: Die Niedersachsen treten am Donnerstag bei RB Leipzig an - und wollen sich vor der Europa-League-Reise kommende Woche in die Ukraine dabei nicht in die Karten schauen lassen.

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Es sind komplizierte Zeiten. Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg bestreitet am Donnerstag bei RB Leipzig sein erstes Testspiel der neuen Saison, das gleichzeitig ein Vorbereitungsspiel für den Rest der alten Saison ist. Dieser Rest beginnt in der kommenden Woche in der Ukraine - und ist womöglich dann auch gleich schon wieder vorbei, wenn der VfL im Rückspiel des Europa-League-Achtelfinals bei Schachtar Donezk das 1:2 aus dem Hinspiel nicht wieder drehen kann.

Für Leipzig ist die Partie die Generalprobe vor dem Champions-League-Endturnier, das für RB am 13. August (21 Uhr) in Lissabon mit dem Viertelfinal-Kracher gegen Atletico Madrid beginnt. Weder Wolfsburg-Coach Oliver Glasner noch RB-Kollege Julian Nagelsmann wollen sich dabei in die Karten schauen lassen - das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit findet in der Trainingsakademie am Leipziger Cottaweg statt und wird ein echter Geheimtest: Es gibt keine Livestreams im Internet, keine Liveticker, keine Journalisten vor Ort. Wahrscheinlich werden auch keine Aufstellungen kommuniziert, lediglich ein paar Fakten zum Spielausgang sollen öffentlich werden.

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Entsprechend zurückhaltend ist VfL-Coach Glasner auch beim Ausblick auf die Partie. „Es ist ein Spiel mit Wettkampf-Charakter gegen einen Champions-League-Vertreter", sagte der Österreicher am Dienstag. "Unser letztes Spiel gegen den FC Bayern München liegt viereinhalb Wochen zurück. Von daher ist es vor allem wichtig, dass wir wieder ein Spiel unter Wettkampfbedingungen absolvieren können und die Mannschaft wieder in den Spielrhythmus kommt.“ Klar ist lediglich: „Ein Großteil der Nachwuchsspieler fährt mit und wird auch morgen zum Einsatz kommen.“

Leipzig ist für den VfL ein echter Prüfstein - aber kein Sparringspartner vor der Donezk-Partie. "Sie sind von der Spielanlage her anders als Donezk. Aber wir schauen auch nicht auf den Gegner, sondern es geht vielmehr darum, in unserem eigenen Spiel Abläufe zu festigen und auch das eine oder andere zu testen", so Glasner. Die zuletzt leicht angeschlagenen Xaver Schlager und Daniel Ginczek sind dabei, fehlen werden Kevin Mbabu (Quarantäne), Paulo Otavio (Knöchel), William (Reha nach Kreuzbandriss), Admir Mehmedi (Achillessehne) und der dauerverletzte Ignacio Camacho. Ob Glasner auf der Problem-Position hinten rechts ausschließlich auf Marcel Tisserand setzt oder weitere Alternativen ausprobiert, ließ er offen.

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Auch RB-Coach Nagelsmann muss auf einige Akteure verzichten. Neben Ibrahima Konaté (Hüft-OP) dürfte auch Neuzugang Hee-chan Hwang fehlen, der erst am Donnerstag ins Training einsteigen soll und für das Champions-League-Spiel sowieso nicht spielberechtigt ist. Die zuletzt angeschlagenen Marcel Halstenberg (Rücken), Marcel Sabitzer (Knie), Yussuf Poulsen (Syndesmosebandanriss) und Patrik Schick (Rücken) absolvieren inzwischen zwar wieder das komplette Trainingsprogramm, ihr Einsatz gegen Wolfsburg ist allerdings offen.

In der vergangenen Saison hatte es der VfL gleich dreimal mit Leipzig zu tun, im letzten Spiel vor der Corona-Pause gab es ein 0:0 in Wolfsburg, in der Hinrunde ein 1:6 im Pokal an gleicher Stelle und ein 1:1 in Leipzig. Diesmal steht - logischerweise - das Ergebnis eher im Hintergrund. Glasner: "Es wird sicherlich noch nicht alles perfekt laufen. Aber ich hoffe, dass wir nach dem Spiel einen Schritt weiter sind in der Vorbereitung auf die Partie gegen Donezk.“