19. Januar 2021 / 23:40 Uhr

Wolfsburgs Joker und der Rekord-Torjäger: "Super, wenn man die vorne drin hat!"

Wolfsburgs Joker und der Rekord-Torjäger: "Super, wenn man die vorne drin hat!"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Treffsichere Torjäger in Mainz: Wout Weghorst (l.) und Bartosz Bialek.
Treffsichere Torjäger in Mainz: Wout Weghorst (l.) und Bartosz Bialek. © imago images / dpa
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Bartosz Bialek erzielte beim 2:0-Sieg in Mainz sein zweites Joker-Tor für den VfL Wolfsburg, Angreifer Wout Weghorst erzielte seinen zwölften Saison-Treffer - und stellte damit einen Rekord auf.

Immer wieder Wout Weghorst! Der VfL-Angreifer ist derzeit in bestechender Form und stellte das auch beim 2:0-Sieg beim FSV Mainz 05 unter Beweis. Mit seinem zwölften Saisontreffer sorgte er für den Endstand – und stellte gleichzeitig eine neue Bestmarke auf. Doch zuvor hatte ein anderer Profi des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten für Furore gesorgt. Bartosz Bialek hatte die Weichen kurz nach seiner Einwechslung mit seinem zweiten Saisontor auf Sieg gestellt.

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Bis zur 79. Minute musste sich Weghorst in einer unangenehmen und kräftezehrenden Partie gedulden, dann war der Rekord perfekt. Einen missglückten Rückpass von Alexander Hack zu Torhüter Robin Zentner schnappte sich der Stürmer und versenkte den Ball mit einem sehenswerten Heber zum 2:0. Es war sein zwölftes Liga-Tor– so viele hat in der Bundesliga-Historie des VfL noch kein Wolfsburger in einer Hinrunde erzielt. Bisheriger Rekordhalter war Grafite, der die Marke von elf Treffern nach den ersten 17 Spieltagen in der Meister-Saison 2008/09 aufgestellt hatte. „Das sind schöne Fakten, das ist immer eine schöne Sache“, freute sich Weghorst am Sky-Mikrofon, sagte aber auch: „Damals hat der VfL eine richtig gute Rückrunde gespielt.“ Grafite hatte damals beispielsweise in der Rückserie 16 Mal getroffen...

<b>Koen Casteels</b>: Da, wenn er gebraucht wurde, wurde jedoch selten bis gar nicht gebraucht. - Note: 3. Zur Galerie
Koen Casteels: Da, wenn er gebraucht wurde, wurde jedoch selten bis gar nicht gebraucht. - Note: 3. ©

Jetzt gab’s von Meisterspieler Marcel Schäfer aber erst mal Lob für seinen Schützling. „Wout ist jetzt seit zweieinhalb Jahren bei uns. Er schießt nicht nur Tore, sondern zieht die Jungs mit seiner professionellen Einstellung immer mit. Wir sind sehr glücklich, dass er ein Spieler von uns ist“, sagte der VfL-Sportdirektor über den Niederländer, um den es zuletzt immer wieder Wechselgerüchte gegeben hatte und die in nächster Zeit wahrscheinlich auch nicht abreißen werden. Unter anderem soll Tottenham Hotspur den Knipser im Visier haben. Über die neue Bestmarke seines Teamkollegen ist auch Ridle Baku glücklich: „Das freut mich sehr für Wout. Aber er ist so ehrgeizig, dass er mehr Tore machen will und wird im nächsten Spiel daran anknüpfen.“ Das konnte Weghorst nur so bestätigen. „Es ist erst die Hälfte der Saison gespielt, es wird noch schöner“, versprach der Torjäger.

Dabei hatte zunächst nicht vieles danach ausgesehen, als würden die Wolfsburger die Hinrunde mit einem Sieg beenden. „In der ersten Halbzeit haben wir uns sehr schwergetan“, befand Schäfer. Kaum Ruhe am Ball, wenig Torraumszenen, dafür aber eine Menge Zweikämpfe prägten das Spiel der Gäste. Immerhin: Die Defensive stand. Wenn sie gefordert war, war die Abwehr zur Stelle.

Nur mit dem Toreschießen taten sich die Wolfsburger lange Zeit schwer. Es fehlte an Tempo und Tiefgang, gegen tief stehende Mainzer kam der VfL kaum gefährlich vors Tor. Doch dann schlug der kurz zuvor eingewechselte Bialek eiskalt zu. Ein Traum-Pass von Maximilian Arnold in die Tiefe erreichte den 19-jährigen Polen im Sechzehner, trockener Abschluss, 1:0! Es war erst der zweite Joker-Treffer des VfL in dieser Bundesliga-Saison, den ersten hatte ebenfalls Bialek erzielt – zum 5:3-Endstand gegen Werder Bremen. „Wir wissen, dass Bartosz einen starken Abschluss hat“, sagte Schäfer. „Es freut mich, dass er eingewechselt wurde und mit das entscheidende Tor gemacht hat.“ Da schloss sich auch Baku an: „Es ist super, wenn man Wout und Bartosz vorn drin hat.“