23. Mai 2018 / 21:03 Uhr

VfL Wolfsburg: "Jörg Schmadtke allein wird nicht reichen"

VfL Wolfsburg: "Jörg Schmadtke allein wird nicht reichen"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL vs Köln 1. BL Wolfsburg, Deutschland. 10.09.2016, FUßBALL - VfL Wolfsburg vs 1. FC Köln, 1. Bundesliga, Saison 2016-2017, Volkswagen Arena. Bild zeigt: Cheftrainer Dieter Hecking (VfL Wolfsburg), Jörg Schmadtke (1. FC Köln) Wolfsburg

VfL vs Cologne 1 BL Wolfsburg Germany 10 09 2016 Football VfL Wolfsburg vs 1 FC Cologne 1 Bundesliga Season 2016 2017 Volkswagen Arena Picture shows Head coach Dieter Hecking VfL Wolfsburg Jörg Schmadtke 1 FC Cologne Wolfsburg
Mögen und schätzen sich: Dieter Hecking (l.) und Jörg Schmadtke. © imago/regios24
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Mit Jörg Schmadtke hat der VfL einen neuen Geschäftsführer Sport gefunden. Einer kennt ihn besonders gut - Wolfsburgs Ex-Trainer Dieter Hecking, der jetzt Coach bei Borussia Mönchengladbach ist.

Nach seinem Aus begann die VfL-Talfahrt. Im Oktober 2016 war für Dieter Hecking Schluss in Wolfsburg, dabei hatte er mit dem Fußball-Bundesligisten 2015 noch den Pokal gewonnen, mit ihm war Wolfsburg Vizemeister geworden, spielte Champions League. Zusammen mit Manager Klaus Allofs stand er beim VfL für Erfolg. Vergangenheit! Die Realität: Die Wolfsburger haben gerade zum zweiten Mal in Folge in der Relegation den Fall in die 2. Liga verhindert. Jetzt wird aufgeräumt. Und das macht Jörg Schmadtke, ein Freund von Hecking – beide arbeiteten Seite an Seite bei Alemannia Aachen und bei Hannover 96.

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Hecking, der Coach von Borussia Mönchengladbach, sitzt gerade im Auto, ist auf dem Weg zu einem Termin im  Münsterland, als die WAZ ihn erreicht. Wolfsburgs Ex-Trainer weiß gleich, worum es geht. Denn trotz seiner Entlassung in Wolfsburg hat er den VfL immer noch im Blick, pflegt Kontakte zu seinem ehemaligen Klub. Er versichert jedoch, im Vorfeld nicht viel mit Schmadtke über Wolfsburg gesprochen zu haben.

Gleichwohl weiß Hecking, was auf seinen Kumpel zukommt. Auf ihn wartet ein  Klub, der am Boden liegt, aber der Ex-Kölner könne diesen  Verein wieder aufrichten. „Jörg ist keiner, der großartig viel reden will, er will arbeiten, er will anpacken – das ist für ihn am wichtigsten“, beschreibt Hecking und fügt hinzu: „Jörg hat in seinen Stationen immer aus wenig viel gemacht. In Aachen etwa hat er den Verein kurz vor der Insolvenz übernommen, dann ist er in einer schwierigen Phase nach Hannover gewechselt. Oder seine letzte Station Köln, wo es ebenfalls nicht einfach war. Vereinen, denen es nicht gut geht, kann er schnell wieder eine Struktur geben. Er ist jemand, der auch mal den Finger in die Wunde legt und keiner, der alles abnickt.“

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Dieter Hecking: Seine Trainer-Karriere in Bildern

Die Anfänge einer Karriere: Der neue Lübeck-Trainer Dieter Hecking (r.) 2001 mit VfB-Macher „Molle“ Schütt. Zur Galerie
Die Anfänge einer Karriere: Der neue Lübeck-Trainer Dieter Hecking (r.) 2001 mit VfB-Macher „Molle“ Schütt. © Wolfgang Maxwitat

Obwohl Schmadtke offiziell erst am 1. Juli einsteigt, beschäftigt sich der 54-Jährige bereits intensiv mit dem VfL. Hecking: „Wenn sich anbahnt, dass er bei einem Klub landen könnte, dann ist er jemand, der sich über sein Netzwerk ein ausführliches Bild über seinen möglichen neuen Klub verschafft. Gut finde ich: Jörg ist  jemand, der unvoreingenommen an etwas herangeht.“

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Ja, Schmadtke sei die richtige Wahl, sagt Hecking, aber: „Einer allein wird es nicht richten können. Insgesamt muss ein generelles Umdenken erfolgen in Wolfsburg“, fordert er, der in seiner Zeit in Wolfsburg das gegenseitige Vertrauen im Klub schätzte – für ihn die Basis, um erfolgreich sein zu können. Dieses Vertrauen müsse Schmadtke wieder schaffen. Bei den gemeinsamen Stationen in Aachen und Hannover habe er das immer gespürt. „Wir haben schnell gemerkt, da ist eine einheitliche Vorstellung vom Fußball. Unsere Familien, die Frauen, die Kinder haben sich auf Anhieb verstanden. Es ist eine Freundschaft, die es in unserem Fußball-Geschäft höchst selten gibt“, so Wolfsburgs Pokalsieger-Trainer. Klingt harmonisch – und das war es meist auch. „Aber eben nicht immer“, so Hecking schmunzelnd. „Zwischen uns hat es auch mal gekracht. Aber die große Stärke vom Jörg ist: Es geht ihm immer um die Sache und nie um die Person – und das ist für mich immer das Entscheidende gewesen.“