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"Glasner mag das schnelle Umschaltspiel": VfL-Kapitän Josuha Guilavogui im Interview

Josuha Guilavogui stand den Fragen des SPORTBUZZERS Rede und Antwort.  © imago/regios24

Kreuzbandriss, Todesfall in der Familie, Geburt seines Kindes: Nach einem sportlich und privat sehr emotionalen Jahr entspannt Josuha Guilavogui mit seiner Familie derzeit auf Ibiza. Im Interview verrät der Kapitän des VfL Wolfsburgs seine ersten Eindrücke vom neuen Trainer Oliver Glasner, wieso er auch ohne Europa-League-Qualifikation ein Wolf geblieben wäre und ob er den Kader für die Dreifachbelastung nächste Saison gewappnet sieht.

Zurzeit entspannt Josuha Guilavogui mit seiner Familie im Urlaub auf Ibiza. Nach einem bewegenden Jahr – sowohl sportlich als auch privat. Im Urlaubs-Interview spricht der VfL-Kapitän über die Saison mit dem Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Schon im ersten Spiel gegen Schalke hatte der Franzose eine Hiobsbotschaft hinnehmen müssen. Der Mittelfeldspieler hatte sich einen Kreuzbandriss zugezogen, ließ sich jedoch nicht operieren. Wahnsinn: In Rekordzeit (nach 100 Tagen) hatte Guilavogui die schwere Knie-Verletzung bewältigt.

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Herr Guilavogui, haben Sie im Urlaub schon Zeit dafür gefunden, um mal über die vergangene Saison nachzudenken?

Ja, das habe ich schon gemacht, aber nicht jetzt im Urlaub, sondern auf unserer China-Reise, auf dem langen Flug hatte man ja viel Zeit…

War es Ihre bewegendste Saison?

Zunächst einmal war sie hart. Ich hatte mir ja im ersten Spiel gleich die schwere Knieverletzung zugezogen, zudem ist mein Opa gestorben. Das war nicht einfach. Aber als ich dann bei unserem Sieg in Frankfurt Anfang Dezember wieder zurück war, war das ein Gefühl, wie ich es vorher nicht kannte. Es war ein Gefühl von Dankbarkeit. Während der Rückrunde wurde unser Sohn geboren, dann habe ich einen neuen Vertrag beim VfL unterschreiben dürfen, die Europa League mit dem VfL erreicht – es stimmt schon, es war ein sehr bewegendes Jahr.

Wären Sie denn auch ohne Europa in Wolfsburg geblieben?

Ja, ich habe einen Tag vor dem letzten Saisonspiel meinen neuen Vertrag unterschrieben. Der Verein ist auf einem guten Weg – nicht nur wir Männer spielen wieder gut. Unser Frauenteam ist immer Wahnsinn, dazu noch eine starke U23, U19 und U17. Ich möchte dabei sein, wenn wir als Klub die nächsten Schritte machen.

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Der VfL ist zurück auf Europas Fußball-Bühne.

Ich habe mir so sehr gewünscht, dass wir die Europa League erreichen. Ich kann es immer noch nicht so ganz glauben, dass uns das geglückt ist. Aber wenn die Gruppen ausgelost werden und wir alle drei Tage ein Spiel haben, dann werde ich das genießen. Man muss das genießen, weil im Fußball alles so schnell gehen kann. Keiner hat gedacht, dass wir zweimal in Folge in die Relegation müssen und keiner hat gedacht, dass wir danach Europa erreichen.

Mit Oliver Glasner kommt ein neuer Trainer, Sie haben lange mit ihm gesprochen: Welchen Eindruck hat er auf Sie gemacht?

Ich habe sofort gemerkt, dass das ein Trainer mit einer anderen Philosophie ist, als wir sie bislang hatten. Er weiß ganz genau, was er machen muss, damit wir weiterhin Erfolg haben. Er wird uns gut tun. Mit Bruno Labbadia als Trainer haben wir ein gutes Level erreicht. Er hat auf Ballbesitz-Fußball gesetzt, Oliver Glasner mag das schnelle Umschaltspiel, was in der Liga ganz wichtig ist. Die besten Mannschaften sind meist die, die schnell nach vorn spielen können.

An wen denken Sie da?

An die Bayern, an Dortmund, an Leipzig – auch an Leverkusen. Wenn du in die Champions League kommen willst, musst du schnell sein. Auf dem Platz und im Kopf. Du musst wissen, wann der richtige Moment gekommen ist, um dem Gegner wehzutun. Das fordert diese neue Generation von Trainern wie Julian Nagelsmann, der jetzt nach Leipzig wechselt, oder Thomas Tuchel von Paris Saint-Germain.

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Der Franzose Josuha Guilavogui begann seine fußballerische Laufbahn in Toulon, wechselte 2005 in die Jugenabteilung des AS Saint-Étienne und wurde ab 2008, mit 18 Jahren, an die Profimannschaft des französischen Erstligisten herangeführt. Unter Trainer Alain Perrin kam er 2009 zwar zu seinem Debüt in der Ligue A, wurde danach allerdings nur noch selten in den Kader berufen.

Der VfL spielt in der neuen Saison in drei Wettbewerben – ist der Kader gut genug dafür?

Das denke ich schon. Aber natürlich werden Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer schauen, wo sie die Qualität im Kader noch verbessern können. Klar ist, wir brauchen einen guten Kader, denn es ist nicht einfach, wenn du alle drei Tage spielst. Wenn du oben dabei bleiben willst, brauchst du Siege. Und um die zu holen, brauchst du einen breiten Kader. Schauen Sie sich die Frankfurter an. Sie haben eine überragende Saison gespielt, aber am Ende waren die Spieler leer, weil die Frankfurter fast immer mit derselben Mannschaft gespielt haben. Heutzutage kannst du als Spieler eben nicht mehr 40 oder 45 Spiele am Stück auf höchstem Niveau machen – das geht nicht.

Klingt so, als ob Sie sich Sorgen machen?

Nein, aber jedem von uns muss klar sein: Wir müssen noch mehr arbeiten, um unter den ersten Sechs der Liga bleiben zu können.

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